Praxistest: Subaru Outback Selected Line – Stylisher Offroader abseits des Mainstreams

Während wir diese Zeilen schreiben, denken wir wehmütig an die raren Sonnentage des heurigen Sommers zurück (im Moment schüttet es wieder wie aus Schaffeln). Wir haben einige dieser wunderbar schönen Tage gemeinsam mit dem Subaru Outback nicht nur in unserer Heimat, sondern auch in jenem Bundesland mit den meisten Sonnenstunden Österreichs, dem Burgenland, verbringen dürfen.

Die Testversion hatte die – wie wir finden – ausgezeichnet passende Farbe Magnetite Grey Metallic. Ein dunkles Grau, das ob der heißen Temperaturen nicht gerade unser Favorit war. Doch der Outback überzeugte uns schnell vom Gegenteil: Subaru hat seiner Kombilimousine mit Offroad-Fähigkeiten (200 mm Bodenfreiheit inklusive) scheinbar eine sehr gute Wärmeschutzverglasung spendiert, zumindest war es im Innenraum (trotz praller Sonneneinstrahlung) unerwartet kühl.

Robuster Auftritt

Von außen besticht der Outback durch betont klassische Linien, die von schwarzen Verkleidungen im unteren Karosseriebereich akzentuiert werden. Der silberfarbene Stoßstangenschutz und die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen in Dark Grey Metallic komplettieren gemeinsam mit dem schwarzen, sechseckigen Kühlergrill die robuste Optik. Veredelt wird diese durch Türgriffe und Seitenverkleidungen in Verlour-Chrom-Optik und Seitenspiegel in Satin-Chrom-Optik, dies betrifft die getestete Selected Line.
Für ein besonderes Highlight an der Front sorgen die an Raubvogel-Augen erinnernden LED-Scheinwerfer, die die Straße gemeinsam mit großen Nebelscheinwerfern bestens ausleuchten. Dass auch rückwärtig LED-Technik zum Einsatz kommt, versteht sich von selbst.

2,5-Liter Boxer-Benziner: Kein Downsizing, aber auch kein Turbo 

Angetrieben werden alle Outback-Varianten vom bewährten 2.5-Liter-Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor. Beim Anfahren liefert dieser ein tolles Drehmoment. Schade finden wir, dass dies bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr ganz so zutrifft.
Die 129 kW (175 PS) spürt man (im Vergleich zu anderen Fahrzeugen mit dieser Motorisierung) doch eher wenig, der Motor klingt beim Beschleunigen leicht angestrengt. Wovon man beim Boxer-Motor aber auf jeden Fall profitiert, ist der niedrige Schwerpunkt, der – gemeinsam mit dem permanenten Allradantrieb „Symmetrical AWD“ – für Subaru-typische Fahrstabilität und beste Traktion sorgt. Das Fahrwerk selbst ist allerdings recht straff abgestimmt: Dies hat aber zur Folge, dass der Outback kaum auf kurvigen Strecken wankt und der Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit ideal abgestimmt wurde.

Allrad-Managementsystem X-MODE

Die Lenkung ist direkt, auch die Bremsen packen gut zu. Für den Gangwechsel ist das stufenlose Automatikgetriebe Lineartronic verantwortlich, das gerne etwas ruckloser schalten dürfte. Außerdem hat man das Gefühl, dass der 2,5-Liter mittels eines 6-Gang-Schaltgetriebes deutlich kräftiger wirken würde, das CVT-Getriebe schluckt so ein paar Pferdchen – besonders bei höheren Geschwindigkeiten.
Es ist heutzutage doch schon eher ungewöhnlich, dass man bei einem Automatikgetriebe noch Gangwechsel spürt. Das legt sich aber, wenn man die ersten paar hundert Meter hinter sich gelassen hat. Wer diese nicht nur auf Asphalt abspulen will, wird sich über den bereits bekannten Offroad-Assistenten X-MODE freuen. Dabei greift das Allrad-Managementsystem serienmäßig bei Motorleistung, Bremsen und Drehkraftverteilung ein.

Großzügiges Raumangebot

Sehen lassen kann sich auch das Innere des japanischen Raumwunders. Auf allen Plätzen gibt es ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Selbst im Kofferraum würden noch zwei Dobermänner bequem Platz finden. Da dieser mit einem doppelten Boden ausgestattet ist, könnte man darunter auch noch problemlos Zubehör transportieren.
Zur Wohlfühlatmosphäre tragen in jedem Fall die hochwertige Verarbeitung und die angenehme Haptik der verwendeten Materialen bei. Komfortabel gepolsterte und mehrfach elektrisch einstellbare Teil-Ledersitze in Reihe eins und edle Einlagen (in geprägtem Silber) in den Türen und der Instrumententafel haben uns besonders gut gefallen.
Für Reihe zwei soll nicht unerwähnt bleiben, dass zwei USB-Anschlüsse zur Verfügung stehen.

Für beste Konnektivität sorgen nicht nur Android Auto und Apple CarPlay, sondern auch Subaru Starlink. Der hochauflösende 8-Zoll große Touchscreen bietet Zoom- und Navigationsmöglichkeiten wie am Smartphone, kann aber auch über Funktionstasten am Lenkrad oder über die Sprachsteuerung bedient werden.

Beim Navi waren wir dafür leider im falschen Land, da wir Ziele ausschließlich händisch eingeben konnten. Das ist beim ersten Mal etwas ungewohnt (da man alles „in einer Wurst“ am Touchscreen eintippen muss), man findet sich aber schnell zurecht und freut sich, dass z.B. Weingüter auch namentlich gefunden werden können. Allerdings sollte man die Karte am Weg zum Ziel nicht aus den Augen verlieren, um bei „Fahren Sie geradeaus“ nicht die Abzweigung nach links zu verpassen. Hier wäre eventuell ein Head-up-Display oder ein zweites Display (wie bei anderen Subaru-Modellen) von Nöten.

Sicherheitsfeatures serienmäßig

Umso genauer nimmt es dafür das ebenso an Bord befindliche Subaru Rear Vehicle Detection System (SRVD). Dieses System überwacht den Verkehrsraum hinter bzw. neben dem Fahrzeug und meldet sich auch dann, wenn beim Ausparken am Supermarktparkplatz das zuvor im Rückspiegel gesehene Fahrzeug schon vorbeigefahren ist: Schrecksekunde inklusive – besonders, weil wir in der Rückfahrkamera (trotz – oder wegen? – ihrer Fischaugen-Optik) nichts Verdächtiges erkennen konnten. Die beiden, von außen nicht sichtbaren Radarsensoren an den hinteren Fahrzeugecken füttern nicht nur den Querverkehrsassistenten, sondern auch jenen fürs Spurwechseln und den für (oder besser gesagt gegen) den toten Winkel. Nützlich und zugleich angenehm ist die im Beifahrerspiegel verbaute Kamera, sie beim Einparken parallel zum Randstein auch optisch unterstützt. Das mag auch in so manch sehr engen Tiefgaragen die Alufelgen verschonen.

Die Spurhalte- und -leitassistenten erhalten ihre Informationen ebenso wie die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung oder das Notbremssystem mit Kollisionswarner von EyeSight. Das Fahrerassistenzsystem arbeitet mit zwei (an der Frontscheibe verbauten) Kameras, die dreidimensionale Farbbilder erfassen und Form, Geschwindigkeit und Abstand von Objekten oder Personen erkennen können. Allerdings erhält man bei einem in einer Kurve stehenden Haus auch schon mal den Hinweis „Hindernis erkannt“.

Fazit:

Der Subaru Outback ist eine wunderbar geräumige Kombilimousine mit guter Rundumsicht, zahlreichen Assistenzsystemen und einem unauffälligen Styling. Trotzdem der Outback mit einem permanenten Allradantrieb ausgestattet ist, haben wir annähernd die durchschnittlichen Hersteller-Verbrauchswerte erzielt. Schön, das wir so komfortabel und trotzdem sparsam – und das bedenkenlos auf jedem Terrain – unterwegs sein durften!

Was uns gefällt:

  • das wunderbar großzügige Raumgefühl
  • die Hochwertigkeit der im Inneren verwendeten Materialien
  • dass Normverbrauchswerte auch der Realität entsprechen können

Was wir noch verbessern würden:

  • SRVD – oder sollten wir einfach mehr damit trainieren?
  • die nicht gerade smoothen Gangwechsel
  • die Richtungsangaben beim Navi könnten noch etwas präziser lauten

 

Factbox: Subaru Outback 2.5i Selected Line

Motor/Antrieb

Motor: 4-Zylinder Boxer-Benzinmotor DOHC, 16 Ventile
Hubraum: 2.498 ccm
Leistung kW/PS: 129 kW/175 PS bei 5.800 U/min.
Drehmoment: 235 Nm bei 4.000 U/min.
Antrieb: Allradantrieb
Getriebeart: Stufenloses Automatikgetriebe Lineartronic
0-100 km/h: 10,2 Sekunden
V-Max: 198 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert, l/100 km: 8,6
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 8,8
CO2 Emissionen: 193 g/km Euro 6

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA + HA: Scheibe (jeweils innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 225/60 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.619 kg
L/B/H: 4,820 / 1,840 / 1,605 m
Radstand: 2,745 m
Kofferraumvolumen: 559 – 1.848 Liter
Tankinhalt: 60 Liter
Kraftstoff: Benzin

Preise

Subaru Outback 2.5i Selected Line zu haben ab: € 39.990,-
Subaru Outback 2.5i Selected Line: € 42.990,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 43.575,-

Sonderausstattung: Metallic-Lackierung: € 585,-

(c) Bilder: Gas Junky, Sebastian Poppe