In Zeiten wie diesen ist es eine Ehre, wenn man in einem Fahrzeug der Japaner Platz nimmt. Die immer striktere Abgasnorm beziehungsweise der Gedanke auf den Verbrenner zu verzichten, um zumindest auf dem Papier die Welt zu retten, mag ein netter Denkansatz sein. Mazda zeigt auch mit dem aktuellen Modelljahr, dass man nicht zwingend beziehungsweise überwiegend auf Zero Emission setzen muss, um schlussendlich erstklassige Abgas- und Verbrauchswerte auch im Alltag erzielen zu können. Sozusagen Alte Schule mit neuer Technik.

Motor und Fahrverhalten: Der Benziner, der die Vorteile beider Verbrenner-Typen aus dem Ärmel schüttelt!

Mazda setzt hier auf den sogenannten Skyactiv X Motor, es handelt sich also um ein Aggregat, das im unteren Bereich über die Vorteile eines Diesel-Aggregats verfügt und im oberen Bereich die Vorteile eines Benziners zum Vorschein bringt. Weiterhin verzichtet man hier auf eine Turboaufladung, setzt auf Zweiliter Hubraum und erzielt mit milder Hybridisierung dennoch die strikten Abgasvorschriften.

Und nun in Zahlen: Das Zweiliter-Aggregat leistet im aktuellen Modelljahr um 6 PS und 16 Nm mehr, damit stehen 137 kW / 186 PS und 240 Nm (die ab 4.000 U/min) anliegen im Datenblatt. Aber genau dieses minimale Leistungsplus spendiert dem Mazda3 nun die bis dato fehlende Dynamik. Man ist also nicht mehr gezwungen, dass man im unteren Drehzahlbereich im präzise abgestimmten Sechsgang-Schaltgetriebe umrühren muss, um die benötigte Leistung des hubraumstarken Aggregats abzurufen.
Wobei dies nicht nur dem Leistungs- und Drehmoment-Plus zu verdanken ist, denn man setzt im Modelljahr 2021 auch auf ein mildes Hybridsystem, welches die umgewandelt Bremsenergie in einem 24-Volt-Lithium-Ionen-Akku speichert. Diese wird im Zuge der Beschleunigung wieder freigesetzt und unterstützt somit den Verbrenner, womit auch die Abgaswerte und der Spritverbrauch gesenkt werden. Im Alltag hat sich der Japaner 6,7 Liter pro 100 Kilometer genehmigt, womit wir gut leben können.
Auch im neuen Modelljahr vermittelt der Mazda3 ein sehr angenehmes Fahrverhalten, denn das Fahrwerk prescht dir nicht die Zweiten raus, hält in engen Kehren aber sein Versprechen nicht zu wanken. Die Lenkung ist sehr präzise, aber eben nicht auf die Kampflinie von BMW abgestimmt und auch das Sechsgang-Schaltgetriebe verspricht hohe Präzision, das Sportgetriebe bleibt also weiterhin im MX-5 ein Unikat. Und auch die Bremsanlage packt gut zu und lässt sich auch gut dosieren.

Interieur: Der deutschen Konkurrenz voraus!

In der Testversion wird auf Ledergestühl Platz genommen, welches eine ausgezeichnete Sitzposition bietet. Dazu gesellt sich eine Haptik, die man sich in vielen Konkurrenzprodukten aus Deutschland wünschen würde. Ganz egal, ob man auf das Volant oder die Türeinlagen fasst, hier wurde feinstes Material zum Einsatz gebracht.
Weniger zufrieden geben wir uns mit dem etwas veralteten Navi, das unbedingt eine Überarbeitungskur benötigt. Einerseits ist der Infotainment-Bildschirm mit 8,8-Zoll nicht gerade der größte und auch die Grafik lässt Verbesserungspotential aufkommen. Plan B lautet hier Apple CarPlay oder Android Auto, denn diese Vernetzungsmöglichkeit ist bereits serienmäßig an Bord.
Einen Eintrag ins Lastenheft gab es auch für die wackelnde Mittelarmlehne, die großteils Störgeräusche in das doch sehr ruhige Interieur gebracht hat.
Dass bei dieser Karosserieform natürlich irgendwo Abstriche gemacht werden müssen ist klar, dies betrifft den Seitenblick nach hinten, wo die breite C-Säule nichts und niemanden vorbeilässt. Demnach würden wir unbedingt den Totwinkel-Assistenten empfehlen, dieser leistet gute Arbeit.
Apropos Karosserieform: Auch im Fond nimmt man problemlos Platz, dass bei größeren Passagieren eventuell die Frisur streift, das wird man dem Mazda3 verzeihen. Weniger großzügig fällt dann die doch sehr hohe Ladekante aus, die meist beim wöchentlichen Einkauf verflucht wird.
Großes Lob hingegen gibt es für die intuitive Bedienung der Infotainment-Zentrale mittels dem Dreh- und Drückregler und den Drehreglern und Knöpfen für die Klimaeinheit.
Gut gelungen ist auch die Tachoeinheit, bei der man nicht ausschließlich auf volldigitale Einheiten setzt.
Optional bekommt man mittels BOSE-Soundsystem erstklassigen Klang spendiert, der den Mazda3 in einen fahrenden Konzertsaal verwandelt.

Exterieur: Blickfang durch Kodo

Weiterhin bleibt die Kodo-Designsprache das Bindeglied zwischen Schönheit durch Reduktion und dem größten Blickfang in diesem Segment. Das Weglassen überflüssiger Elemente beherrschen die Japaner natürlich am besten und ernten für dieses Designstück zugleich die meisten Blicke.
Die lange Motorhaube und die abfallende Dachlinie der Fahrgastzelle sind eben ein richtiger Eye-Catcher. Dazu gesellt sich ein cleanes Heck mit tatsächlich echten Auspuffendrohren. Der Mazda3 ist eben auch im Modelljahr ein echter Feschak und eben ein ehrlicher Kerl, womit er sich gleich doppelt von der Konkurrenz unterscheidet.

Was uns gefällt:

  • Das faire Preis-/Leistungsverhältnis (umfangreiche Serienausstattung)
  • Der Blickfang durch das Kodo-Design
  • Der Verzicht auf Downsizing
  • Die haptische Premiumwelt

Was wir noch verbessern würden:

  • Die wackelnde Mittelarmlehne
  • Die hohe Ladekante
  • Das veraltete Infotainment-System (besonders Navi-Grafik)

Factbox: Mazda 3 e-Skyactiv X (Modelljahr 2021)

Motor/Antrieb

Motor: 4-ZylinderBenzinmotor e-Skyactiv X
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung kW/PS: 137 kW / 186 PS
Drehmoment:  240 Nm 4.000 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebeart: 6-Gang-Manuell
0-100 km/h: 8,2 Sekunden
V-Max:  216 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert: 5,3 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt 6,7 l/100 km
CO2 Emissionen/Abgasnorm:  120-121 g/km / Euro 6d

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA: Scheibenbremsen (innenbelüftet) HA: Scheibenbremsen (innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 215/45 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht:  1.395 kg
L/B/H: 4,460 m /1,795 m / 1,435 m
Radstand:  2,725 m
Kofferraumvolumen: von 330– bis 1.026 Liter
Tankinhalt:  48 Liter
Kraftstoff: Super 95

Preise

Mazda 3 (Basismodell) erhältlich ab: € 24.190,-
Mazda 3 e-Skyactiv GT+ zu haben ab: € 29.290,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 33.920,-

Sonderausstattung
Farbe: Soul Red Crystal € 830,-

Sound-Paket € 600

Bose-Soundsystem mit 12 Lautsprecher

Tech-Paket € 1.000
360 Grad-Umgebungsmonitor Kamerabasierte Müdigkeitserkennung (DAA+) Querverkehrswarnung vorne (FCTA) Ausparkhilfe hinten mit Gefahrenbremsung (RCTB) Notbremsassistent hinten (SCBSr) Staufolgeassistent mit Lenkunterstützung (CTS)

Premium-Paket inkl. Schiebedach € 2.200
Lederausstattung (Schwarz) / bzw. (Rot) optional (e-Sky X/AT) Fahrersitz elektrisch verstellbar Fahrersitz mit Sitz-Memoryfunktion Memoryfunktion für Head-Up-Display Memoryfunktion für Außenspiegel Absenkautomatik für Außenspiegel

(c) Bilder: Gas Junky, sp