Der Opel Astra gehört schon lange zum alltäglichen Straßenbild und ist seit der ersten Generation ein Verkaufsschlager. Wir wurden zur Weltpremiere des Astra L nach Rüsselsheim eingeladen und durften mit den Ingenieuren und Designern über die bereits sechste Generation sprechen.

Der Opel Astra L wird ab Herbst 2021 bestellbar sein und soll ab 2022 ausgeliefert werden. Durch die Verwendung der neuen EMP-2-Plattform ist nicht nur die Verwindungssteifigkeit um 14 Prozent gesteigert worden, sondern auch kein Stein auf dem anderen geblieben.
Das sieht man, denn der neue Blitz unterscheidet sich optisch stark vom Vorgänger. Die Front wird nun vom Opel-Vizor und den darin verbauten Intelli-Lux LED Pixel Scheinwerfern geprägt, den Premium-Leuchten für das Kompaktsegment. Mit 84 LED-Elementen pro Scheinwerfer hat es die blendfreie Lichttechnik (bekannt vom Opel Insignia und Grandland) nun in den Astra L geschafft und unterstreicht die geradlinigen Kanten, welche sich durch das gesamte Interieur- und Exterieur-Design des Kompaktwagens ziehen. Auf die Frage, wie er das Design in drei Worten beschreiben würde, antwortete Malcolm Ward (Design Director – Exterior): „Mutig, progressiv und dynamisch.“

Trotz des größeren Innenraums ist die Länge um nur vier Millimeter auf 4,37 Meter gewachsen, die Breite beträgt 1,86 Meter. Auch der Radstand ist auf 2,68 Meter (+13 Millimeter) gewachsen, was dazu beiträgt, dass Opel das Fahrzeug als „Autobahn-approved“ beschreibt. Klappt man die Rücksitzbank um, ist ein Kofferraumvolumen bis zu 1.250 Liter möglich. Der aufgeräumte Innenraum wird durch das „Pure Panel“ geprägt, welches aus zwei Widescreen-Displays mit je 10-Zoll besteht und fahrerorientiert ausgerichtet ist. Dank der Verwendung von Schaltern für die wichtigsten Funktionen – wie beispielsweise der Klimasteuerung – ist es besonders leicht, Einstellungen während der Fahrt zu ändern und man muss sich nicht durch Menüs switchen, nur um die Temperatur zu verstellen.

Technologie: Um eine Klasse höher!

Auch bei der Technik hat der Golf-Gegner aus Rüsselsheim rundum zugelegt.
So hat er unter anderem Opels intelligentes Fahrassistenz-System „Intelli-Drive 2.0 spendiert bekommen, welches mit insgesamt fünf Kameras, fünf Radarsensoren und Ultraschallsensoren an Front und Heck für Sicherheit und Erleichterung beim Fahren und Einparken sorgt. Dank dem neuen, vorausschauenden System sind Anpassung der Geschwindigkeit in Kurven, halbautomatische Spurwechsel und Geschwindigkeitsempfehlungen möglich. Mit dem „Pure Panel“ ist nun auch die kabellose Smartphone-Anbindung durch Apple CarPlay und Android Auto gewährleistet. Die neuen Funktionen des Infotainmentsystems sollen durch einfache, etwa 20-30 Sekunden lange Tutorials am Touchscreen erlernt werden können, wie uns Susanne Gruner (Product Manager Infotainment) erfreut erzählte. Aus einem Gespräch mit Marc Fetzer (Head of Future Products) ging hervor, dass großes Augenmerk auf das verbaute Maß an modernster Technologie, welches bisher vorwiegend in höherklassigen Fahrzeugen zu finden war, gelegt wurde.

Ergonomische Sitze

Die Entwickler dürften die Phrase „We got your back“ wohl wörtlich genommen haben, denn die Vordersitze sind AGR-zertifiziert (Aktion Gesunder Rücken e.V.) und verfügen über zahlreiche Einstellmöglichkeiten, um den Passagieren der ersten Reihe ein besonderes Maß an Komfort und eine gesunde Sitzposition bieten zu können. Diese sind nicht nur in Alcantara erhältlich, sondern der Fahrersitz verfügt in der Nappaleder-Ausführung auch über Klimatisierungs- und Massagefunktion, je nach Ausstattungslinie. Zusätzlich sind auch der Beifahrersitz und die äußeren Plätze der Rückbank beheizbar.

Motorisierung: Die Qual der Wahl!

Beim Antrieb hat der Käufer die Qual der Wahl, denn es werden Diesel- und Benzinmotoren, sowie erstmals auch Plug-in-Hybrid-Modelle (in zwei Leistungsstufen) angeboten. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von 110 PS bis 225 PS Systemleistung und angeboten werden ein 6-Gang-Schaltgetriebe und ein 8-Gang-Automatikgetriebe.

Den Einstieg bietet der 1,2-Liter Dreizylinder-Benziner mit 110 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe. Dieses Otto-Aggregat ist auch mit 130 PS erhältlich, hier kann der Kunde zwischen dem 6-Gang-Schaltgetriebe oder der 8-Gang-Automatik wählen.

Sehr erfreulich finden wir, dass in der neuen Generation auch noch ein Selbstzünder zur Wahl steht. Die Rede ist von einem 1,5-Liter Diesel mit 130 PS und 300 Nm, auch hier kann der Kunde zwischen dem 6-Gang-Schaltgetriebe oder der 8-Gang-Automatik frei wählen.

Erstmals elektrisiert man den Opel Astra, jedoch zum Marktstart nur teilweise. Denn die Kunden können den kompakten Rüsselsheimer auch als Plug-in-Hybrid-Version ordern. Hier bietet Opel zwei Leistungsversionen an. Den Einstieg meistert der Astra mit einer System Leistung mit 180 PS. Die Kombination besteht aus einem 1,6-Liter Vierzylinder mit 150 PS und einem Elektro-Aggregat mit 110 PS. In der stärkeren der beiden PHEV-Versionen leistet der Verbrenner bereits 180 PS, die Systemleistung beträgt 225 PS. Beide Teilzeitstromer sind an ein 8-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt.

Der Strom für den elektrischen Vortrieb wird von einer 12,4 kWh-Batterie, welche unter der Rücksitzbank verbaut ist, bezogen. Die reinelektrische Reichweite beträgt nach Angaben des Hersteller rund 60 Kilometer nach dem WLTP Zyklus.

Die vollelektrische Variante – der Astra-e – wird ab 2023 verfügbar sein. Preise sind derzeit noch keine bekannt.

(c) Bilder: Opel & Gas Junky, as