Subaru Snow Drive Days 2018

Der Beginn: 

Ein fünftüriger Kombi namens Leone schaffte 1972 die Basis der bis heute unveränderten Architektur des Allradantriebs. Unter der Haube fast aller Modelle wird ein Boxer-Motor verbaut, welcher aufgrund seiner flachen Konstruktion ziemlich weit unten eingebaut werden kann. Subaru ist mit 16 Millionen gebauten Allradfahrzeugen der weltgrößte-Allradhersteller.

Die Modelle:

Die Japaner sorgen für eine übersichtliche Produktpalette, da gibt es also keine Kürzel, die nur Experten innehaben. Impreza, Levorg, XV, Outback und Forester. Und natürlich ist uns allen auch der WRX STI ein Begriff. Fast alle Fahrzeuge verfügen über einen permanenten Allradantrieb.

Nun gut und wie funktioniert diese Technik?

Bei den Fahrzeugen mit Schaltgetriebe erfolgt die Verteilung der Antriebskräfte über ein Zentraldifferenzial im Verhältnis 50:50. Bei Modellen mit dem stufenlosen Getriebe (Lineatronic) schupft man das Drehmoment elektronisch gesteuert über die hydraulische Allradkupplung. Die Kräfte werden im Verhältnis 50:50 oder 80:20 verteilt, diese Variation hängt zusammen mit der Beschaffenheit des Untergrunds. Auf gut Deutsch: Traktionsprobleme sind Schnee von gestern!

Quer ist mehr!

Bevor wir es vergessen. Es gibt noch ein Fahrzeug, welches ein wenig aus der Reihe tanzt, der hecklastige BRZ, den man in Österreich leider nicht zu kaufen bekommt – trotzdem werden wir euch ein wenig über den Quertänzer berichten.

Die Heimat des Allradantriebs! 

Die Reise ging in den Norden, genauer gesagt in die Hauptstadt des nordfinnischen Lapplands, nach Rovaniemi.

Solch eine herrliche Winterlandschaft haben wir schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Also genau richtig, um die mit Allrad ausgestatteten Japaner durch den Schnee zu jagen. Da war unser Praxistest mit dem neuen Impreza ein Lercherl.

Auf dem Plan standen vier Aufgabenbereiche, welche wir zu meistern hatten.

Forest Drive:

Hier durften wir hinter den Lenkrädern der drei SUV-Modelle (Forester, Outback und XV) Platz nehmen. Besonders interessant schlägt sich auf diesem Kurs die zweite Generation des XV. Denn er vereint die typische Charakteristik eines Kompakt-SUV mit tadelloser Traktion und auch die Bodenfreiheit wurde nicht zu knapp berechnet, 22 cm reichen also, um nicht als Schneepflug tätig zu werden. Am Ende dieser Runde wartete noch eine Steigung auf uns, wo man dann mithilfe des X-Mode sein Fahrzeug den Berg erklimmen lässt. Diese Traktionskontrolle sorgt bis 40 km/h bei allen vier Rädern für die beste Traktion auf rutschigem Untergrund.

Der Outback, den es ja bereits seit 23 Jahren gibt, meisterte diese Aufgabe nicht ganz so vorzüglich, dennoch muss man am Rande bemerken, dass man dieses Modell eher auf Langstrecken nutzen wird. Auch die Bodenfreiheit mit zwei Zentimeter weniger (20 cm) macht sich bei Unebenheiten ein wenig bemerkbar, aber dafür gibt es ja den Forester. Dennoch durften wir am Abreisetag die Langstreckentauglichkeit des Flaggschiffs unter Beweis stellen, diese sind echt lobenswert. Auch der 2,5-Liter-Boxer-Benziner steht mit seinen 175 Pferdchen gut im Futter.

Handling:

Noch bevor wir uns mit den Köstlichkeiten der Finnen vertraut machen, müssen wir uns diese Mahlzeit erst einmal verdienen.

Und dafür müssen wir den Impreza, Levorg, XV und Forester sauber um die Kurven zirkeln und deren Traktion auf Eis und Schnee testen. Eine sehr interessante Aufgabe, denn oft hört man von Freunden und Bekannten, dass man die vier Winterreifen ruhig noch eine Saison fahren kann, schneit ja sowieso nie bei uns. Fehlinformation! Wir bewegten die Modelle mit den linken Rädern auf Schnee und die rechte Seite stand auf purem Eis. Die Traktionsprobleme waren trotz Allradantrieb und bester Winterbereifung unvorstellbar. Mit den beiden SUV-Modellen sollte die Runde kurz vor dem Ziel noch über eine Wellenbahn gehen. Hier schwebt meist ein Rad in der Luft während die anderen die Traktion übernehmen. Auch hier lässt sich die intelligente Antriebstechnologie nicht aus der Ruhe bringen.

Bevor wir die Sport-Modelle artgerecht bewegen haben wir mit David Dello Stritto, General Manager von Subaru Europe über den Impreza und den Levorg ein wenig gequatscht.

 

 

Drifting:

Normalerweise kann die Mittagspause niemals zu kurz ausfallen, außer wenn man weiß, dass man in wenigen Minuten hinter dem Sportlenkrad des WRX STI und des BRZ Platz nehmen darf. Ohne viel zu erklären durften wir die beiden Power-Modelle auf einem schneebedeckten Rundkurs bei vereistem Untergrund bewegen, beziehungsweise auch den Hintern wackeln lassen. Das meistert der BRZ mit seinem giftigen Heckantrieb einwandfrei. Kaum berührt man das Gaspedal um ein Euzerl zu viel, beginnt das Heck schon elegant auf der Eisfläche zu tanzen, sofern man es noch rechtzeitig einfängt. Aber auch der WRX STI versteckt seine 300 Pferdchen auf dem Kurs keinesfalls. Zuerst probieren wir es einmal mit der Ersten gut noch ein wenig mehr Power, der 2,5 Liter Boxer erwacht und gibt uns in jeder Lebenslage jede Menge Power. Somit unterbrechen wir kurz die Querfahrt und folgen der kurzen Schaltgasse in die Zwei. Auch die reicht völlig aus, um mit raushängendem Spoiler die Runde zu machen, natürlich quer – eh klar. Die Sportsitze umschlingen den Körper und der sportliche Boxersound in der Querfahrt lässt das Gas Junky Herz noch um einiges höherschlagen.

Dennoch handelt es sich leider um das Auslaufmodell des WRX STI für den europäischen Markt, wer also noch schnell die Rally-Ikone ordern will muss sich beeilen. Für den sportlichen Wagen starten die Preise bei € 57.390,- und für den WRX STI Exclusive stehen € 60.490,- in der Preisliste.

Das Fahrzeug wurde mit der Motorsport Tochter Subaru Tecnica International (STI) entwickelt, viele Motorsport-Begeisterte werden jetzt sicherlich protestieren, aber Moment einmal! Die Jungs bei Subaru haben bereits auf der Tokyo Motorshow 2017 mit dem VIZIV Performance Concept für einen zukünftigen Kurvenräuber gesorgt.

 

Performance:

Zur Wahl standen: Impreza, XV, WRX STI und BRZ. Eine Strecke mit ebenso ziemlich eisigem Untergrund mit Schnee bedeckt und jeder Menge Kurven. Manche Kehren eigneten sich auch hier wieder um die Fahrzeuge im Grenzbereich beziehungsweise instabilen Zustand zu testen. Besonders gefühlvoll muss man mit dem Gaspedal des BRZ umgehen, auch auf diesem Kurs ist ausnahmslos Feingefühl angesagt. Der Auslauf war zwar hier ein wenig großzügiger, dennoch lässt sich der Hintern bei zu viel Gas-Dosierung nicht mehr einfangen. Das Sport-Volant verlangt flotte Hände, um die ganze Action nicht in einer 360 Grad Drehung enden zu lassen. Am Besten gefiel uns das Fahrverhalten des Impreza. Das Fahrzeug lässt sich auch ohne ESP auf diesem rutschigen Untergrund tadellos um die Kurven zirkeln. Auch der XV überraschte auf dieser Strecke als ausgezeichnetes Allround-Talent. Und über den WRX STI brauchen wir glaub ich kein Wort mehr einlegen, da zeigen wir euch lieber noch ein kurzes Video. Wir haben Jani Ylipahkala gebeten die Rally Ikone artgerecht in der Schneelandschaft zu bewegen.

 

Die Langstrecke.. 

Am letzten Tag haben wir uns den Outback mit seinem 2,5 Liter-Benziner in der Exclusive-Ausstattung geschnappt. Wir haben vorhin noch genörgelt wegen der nicht gerade üppigen Bodenfreiheit von „nur“ 20 cm. Dennoch sollten man sich vergewissern, wie oft man mit seinem Fahrzeug einen Abstecher ins Gelände macht, um die Offroad-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In der heutigen Situation werden die meisten SUVs und Crossover in der Stadt bewegt oder auf Langstrecken eingesetzt, um die bessere Übersicht und die höhere Sitzposition zu genießen. Da ist also die höchste Steigung der Randstein im ersten Bezirk. Natürlich kommt dem Outback sein langer Randstand auf längeren Strecken zugute und bügelt die Unebenheiten ohne Tadel weg. Ab März 2018 rollt er dann zu den österreichischen Händlern.

Die Preise:

 

Subaru XV:

1,6i Pure 114 PS Lineartronic € 23.990

1,6i Style 114 PS Lineartronic € 25.990

1,6i Style Navi 114 PS Lineartronic € 27.990

2,0i Style 156 PS Lineartronic € 28.490

2,0i Style Navi 156 PS Lineartronic € 30.990

 

Subaru Forester:

2.0i Comfort 150 PS 6-Gang € 31.740

2.0i Comfort 150 PS Lineartronic € 33.240

2.0i Comfort Eyesight 150 PS Lineartronic € 34.990

2.0XT Exclusive 240 PS Lineartronic € 49.840

2.0D Comfort 147 PS 6-Gang € 33.740

2.0D Comfort-S 147 PS Lineartronic € 38.240

2.0D Exclusive 147 PS Lineartronic € 42.840

 

Outback:

2.0D Comfort 150 PS Lineartronic € 40.590

2.0D Exclusive 150 PS Lineartronic € 45.990

2.5i Exclusive 175 PS Lineartronic € 42.990

 

Levorg:

1.6 GT 170 PS Lineartronic € 29.990

1.6 GT-S 170 PS Lineartronic € 35.540

1.6 GT-S Exclusive 170 PS Lineartronic € 38.990

 

WRX STI (leider die letzte Version für Europa)

WRX STI 6-Gang € 57.390

WRX STI Exclusive 6-Gang € 60.490

 

(c) Bilder: xsbpx