Wir können uns noch gut an die erste Testfahrt mit dem rein elektrischen Modell von Skoda erinnern. Der Enyaq konnte bereits bei der ersten Testfahrt mit seinem eigenständigen Design, cleveren Features (simple clever) und der Konzernplattform (MEB) überzeugen. Nun haben die Tschechen auch die Allradversion im Programm, welche wir im Alltag genauer unter die Lupe genommen haben.

Interieur: Hochwertige Haptik, Mäusekino und XXL-Screen

Wie bereits im ID.4 blickt man hinter dem Volant auf ein kleines Display, welches nur die nötigen Infos zum Vorschein bringt. Die restlichen Informationen spiegelt das 13-Zoll große Infotainment-Display, welches nicht gerade über intuitive Bedienung verfügt. Zahlreiche Funktionen sind in Untermenüs verschachtelt und auch die Touch-Befehle werden nur sehr langsam umgesetzt. Hier schafft man sich mit der Sprachsteuerung Abhilfe, wobei auch diese hie und da noch ein Update vertragen würde.
Deutlich positiver fällt die Kopf- und Beinfreiheit als auch das Kofferraumvolumen des Vollzeit-Stromers aus. Sensationelle 585 Liter stehen bereits in der Basis zur Verfügung, 1.710 Liter sind es bei umgelegter Rücksitzbank. Womit sich der Enyaq auch in der Allradversion als familientauglich unter Beweis stellt.
Großes Lob sollte man auch der Materialwahl widmen, die deutlich hochwertiger als im Konzernbruder, dem ID.4 ausfällt.
Ein deutliches Plus im Vergleich erzielt der Skoda Enyaq auch bei den zahlreichen Ablagemöglichkeiten, die man sehr zu schätzen lernt.

Exterieur: Es lebe der Sport!

Die Testversion sticht sofort mit deren in Schwarz gehaltenen Applikationen ins Auge, bei Nacht ist der beleuchtete „Kühlergrill“ ganz klar der Eye-Catcher. Dazu gesellen sich ab der B-Säule abgedunkelte Scheiben und optionale 21-Zoll Räder.

Fahrverhalten: Grip, Grip, Hurra!

Es mag schon ein mulmiges Gefühl sein, wenn man mit Kind, Hund und Kegel einen Abstecher in die hügelige Gegend macht und über Heckantrieb verfügt. Uns würde es keine Sekunde stören, aber das mag wohl eine andere Geschichte sein. Jedenfalls lässt sich der allradgetriebene Skoda Enyaq in keiner Situation eine Art von Unsicherheit anmerken. Ganz im Gegenteil, denn er bringt die Kräfte – 195 kW / 265 PS und sofort anliegende 425 Nm erstklassig auf die Fahrbahn. Die minimalen Traktionsprobleme, die beim Heckantrieb das früh eingreifende ESP wegregelt, lösen sich klarerweise beim Allradler in Luft auf.
Ebenso recht unspektakulär beschleunigt die Allrad-Version des Skoda Enyaq in nur 6,9 Sekunden auf Tempo einhundert. Da fällt der Seitenhalt der Sportsitze deutlich kräftiger aus, wobei diese auch auf längeren Etappen gute Arbeit leisten.
Ob man sich bei der Sportline tatsächlich für die optionalen 21-Zoll-Räder entscheidet, bleibt einem selbst überlassen. Dies hängt natürlich auch von der täglichen Strecke ab, denn auf der Langstrecke würden wir eher zu einer Dimension kleiner greifen.
Apropos Langstrecke: Die 77 kWh Batterie (Brutto 82 kWh) bietet bereits eine alltagstaugliche Grundlage. Bei unserem kombinierten Alltagsverbrauch (Stadt, Land, Autobahn) zeigte uns der Enyaq einen Verbrauch von rund 21,4 kWh an, womit rund 360 Kilometer zur Verfügung stehen.

Mittels Schnelllade-Infrastruktur lädt man die 80er Allradversion in nur 38 Minuten von 10-80 Prozent.
Großen Gefallen bietet auch die erstklassige Geräuschdämmung, die besonders bei Autobahn-Etappen zum Vorschein kommt.

Preislich startet man mit der 60er Version bei 43.510 Euro. Die Allradversion kostet mindestens 56.820 Euro und mittels ein paar Extras nähert man sich auch gleich mal der 70.000 Euro Marke. Klar ist das eine Stange Geld, aber die Konkurrenz führt für nahezu gleiche Modelle nochmals eine deutlich gesteigerte Preispolitik. Uns hat der Skoda Enyaq in der Allradversion mit seinen cleveren Features, mit seinen großzügigen Innenabmessungen als auch mit seiner Alltagstauglichkeit überrascht.

Was uns gefällt:

Die üppigen Raumverhältnisse
Der hohe Komfortfaktor
Der niedrige Geräuschpegel

Was wir noch verbessern würden:

Die Infotainment-Einheit (hohe Ablenkung, langsame Umsetzung)
Das sehr klein geratende Display hinter dem Volant
Die holprige Sprachsteuerung

Factbox – Skoda Enyaq iV Sportline 80x

Motor/Antrieb

Motor: Elektromotor, Batteriekapazität 77 kWh
Leistung kW/PS:  195 kW/ 265 PS
Drehmoment:  425 Nm
Antrieb: Allrad
Getriebeart: Automatik-Getriebe
0-100 km/h:  6,9 Sekunden
V-Max:  160 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert:  17,0 – 23,0 kWh/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 21,4 kWh/100 km
Reichweite nach WLTP:  510 – 371 km

Ladedauer

Wallbox, 11 kW (Ladezeit 0 bis 100 %): 7 h 30 min
Gleichstrom-Schnellader, 125 kW (Ladezeit bis 10-80%): 38 Minuten

Bremsen/Reifen/Felgen

Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen (innenbelüftet)
Felgen/Reifen: VA: 235/45 R21 M+S; HA: 255/45 R21 M+S (Testversion)

Gewicht und Maße

Leergewicht:  2.193 kg
L/B/H: 4,653 m /1,879 m /1,606 m
Radstand:  2.767 m
Kofferraumvolumen: von 585 bis 1.710 Liter

Preise

Enyaq iV 60 (Basismodell) zu haben ab: € 43.510,-
Enyaq iV Sportline 80x (ohne Extras) zu haben ab: € 56.820,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 67.565,40

Sonderausstattung

Farbe Moon-weiß Metallic € 640,80
195 kW Maximalleistung € 0,00
Anhängerkupplung-Vorbereitung € 208,80
Drive-Paket Sport Plus € 524,40
Fahrerassistenz-Paket Plus € 1.155,6
Infotainment-Paket Plus € 932,40
Klima-Paket Plus € 402,-
Komfort-Paket Plus € 571,20
Ladegerät iV Universal Charger € 715,20
Licht & Sicht-Paket Plus € 700,80
LM Felgen 21“-BETRIA Schwarz/Silber € 804,-
Memorysitz-Paket Plus € 1.104,–
Panorama-Glasschiebe- und Ausstelldach € 1.041,60
Parkhilfe-Paket Plus € 374,40
Seitenairbags hinten € 414,–
Skoda Plus Garantie 5 Jahre 100.000 km € 699,–
Wärmepumpe € 1.087,20

(c) Bilder: Sebastian Poppe