Praxistest Subaru XV e-BOXER: Ein bisschen Strom muss sein!

Kaum haben wir unseren Jahresgast beim Händler des Vertrauens schweren Herzens retourniert, wartet bereits der nächste auf uns.
Nein, diesmal nicht für eine Testdauer von exakt zwölf Monaten, wir nehmen den Subaru XV e-BOXER im zwei Wochen Testintervall unter die Lupe.

In seiner Lagoon Blue Außenlackierung sticht das Modell sofort ins Auge. Das ist aber auch in der Verkaufsstatistik von Subaru der Fall. In Europa sorgt der XV für über 40 Prozent des Gesamtabsatzes.

Neben den zahlreichen Auszeichnungen in puncto Sicherheit verfügt man mit dem Kompakt-SUV Modell auch über erstklassige Allradtechnik gepaart mit reichlich Stauvolumen und einer eher untypischen Bodenfreiheit von exakt 220 Millimeter.

 

Interieur: Weiterhin logische Bedienung, minimal geschrumpftes Ladevolumen

In der Topversion „Premium“ nimmt man auf sehr noblen, elektrisch verstellbaren Ledergestühl Platz und wird von analogen Rundinstrumenten in Empfang genommen. Diese wurden mit blauem Kontrast versehen – das ist natürlich Geschmackssache.
Deutlich peppiger wirken die Kontrastnähte in Orange und die kupfer-farbigen Elemente in den Türtafeln.
Weiterhin verzichtet man auf ein Head-up-Display, da die wichtigsten Infos in den kleinen Bildschirm oberhalb des Infotainment-Displays projiziert werden.
Apropos Infotainment: Hier wird weiterhin alles per Touch-Funktion bedient – es ist alles sehr logisch aufgebaut, sodass man niemals abgelenkt dahin cruist.
Die Zwei-Zonen Klimaeinheit ist noch mittels Drehregler versehen, sodass auch im Gelände die passende Temperatur gewählt werden kann.
Auch andere Funktionen können auf Wunsch mittels Knopfdruck bei Bedarf deaktiviert werden (zum Beispiel Spurhalte-Assistent) – sodass man sich das Getümmel in zahlreichen Untermenüs erspart.
Schade finden wir, dass es noch immer keine elektrische Kofferraumklappe gibt, auch nicht in der Topversion.
Cool hingegen ist, dass man trotz Teilelektrifizierung nur minimal (45 Liter) an Kofferraumvolumen verliert, da die Batterie unter dem Kofferraumboden platziert wurden. Aber nicht nur das Ladeabteil ist mit großzügigen Abmessungen versehen – auch in beiden Reihen verfügt man über reichlich Kopf- und Beinfreiheit.

 

Exterieur: Kleine Details geändert

Das Außenkleid hat im Zuge des e-BOXER (Mildhybridisierung) nur kleine Änderungen spendiert bekommen. Neben den chrom-farbenen Umrandungen der Nebelscheinwerfer hat man dem Modell natürlich auch einige e-BOXER Badges spendiert.
Eventuell würde man sich auch Blinker in LED-Technik wünschen, damit würde man für ein Rundumpaket mit dieser Technik sorgen.
Für den entsprechenden Offorad-Look wurden auch bei der e-BOXER Version Kunststoff-Beplankungen angebracht.

Unter der Haube: Zwei in eins!

Mit der neuen e-BOXER Technologie wird der 1,6-Liter Saugbenziner in Rente geschickt. Der Zwoliter verfügt zu 80 Prozent über neue Teile und wird mittels Elektromotors unterstützt. Diesen haben die Ingenieure direkt im Lineartronic-Getriebe platziert, sodass das Ansprechverhalten nochmals gesteigert werden konnte.
Je nach Fahrbedingung cruist man entweder reinelektrisch, nur mit dem Verbrenner oder eben mit der „zwei in eins Formel“.
Von der sogenannten Rekuperation (Energie-Rückgewinnung) merkt man im Alltagsbetrieb recht wenig. Deutlich auffälliger wirkt der reinelektrische Fahrbetrieb – wir sind bis zu 40 km/h in etwa 500 Meter dahingerollt.
Statt bisher 114 PS verfügt der neue XV über 150 Pferdchen – das spürt man besonders bei Steigungen oder am Beschleunigungsstreifen. Im Vergleich zu unserem Dauertest Gast ist man mit exaktem Durchschnittsverbrauch von 8,3 Liter pro 100 Kilometer unterwegs.
Das ist zwar keine Glanzleistung für diese Motorisierung, dennoch ist es erfreulich, dass der XV mit der neuen Technologie ein wenig an Leichtigkeit in puncto Fahrdynamik spendiert bekam. Sensationelle drei Sekunden beschleunigt der XV dank Mild-Hybrid-Unterstützung flotter auf Tempo einhundert, das mag mal einer nachmachen!
Auch die e-BOXER Version lenkt recht direkt ein, verfügt in engen Kehren über wenig Wankverhalten und lässt sich auch beim Verzögern gut dosieren.
Nicht ganz so sexy finden wir, dass man das Tankvolumen auf mickrige 48 Liter reduzierte und dass weiterhin nur über eine Motorisierung verfügt.
Dafür überzeugt der XV e-BOXER in puncto Preis/Leistungsverhältnis und umfangreicher Ausstattung, denn selbst in der Topversion liegt man unter der 40.000 Euro Marke.

 

Fazit:

Mit dem neuen Subaru e-BOXER konnte man die Fahrdynamik deutlich steigern und die Verbrauchswerte minimieren. Das Kofferraumvolumen schrumpfte nur minimal. Das Preis/Leistungsverhältnis und die umfangreichen Ausstattungslinien sind Grund genug, um sich demnächst eine Probefahrt beim Subaru Händler des Vertrauens vereinzubaren.

 

Was uns gefällt:

Die verbesserten Fahrleistungen
Die peppige Außenlackierung
Das Preis/Leistungsverhältnis

 

Was wir noch verbessern würden:

Den Tankinhalt
Eine elektrische Kofferraumklappe
Blinker in LED-Technik

Technische Daten – Subaru XV e-BOXER Premium

Motor / Antrieb

Motor: Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor mit Mild-Hybrid Unterstützung
Hubraum: 1.995 ccm3
Leistung  kW /PS (Gesamt): 110 kW / 150 PS zwischen 5.600 U/min und 6.000 U/min
Drehmoment: 194 Nm bei 4.000 U/min.
Antrieb: permanenter Allradantrieb
Getriebeart: CVT-Automatik
0-100 km/h: 10,7 Sekunden
V-Max: 193 km/h
Leistung E-Aggregat kW/PS: 12,3 / 16,7
Max. Drehmoment E-Aggregat: 66 Nm

Verbrauch / Umwelt

Werksangabe kombiniert: 7,9/100 km (nach WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 8,3
CO2 Emissionen: 180 g/km (Euro 6d-TEMP)

Fahrwerk / Reifen / Bremsen

Bremsen:
VA:
Bremsscheiben innen belüftet, HA: innen belüftet Bremsscheiben
Felgen / Reifen:
VA+HA: 225/55/R18

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.576 kg
L/B/H: 4,465 / 1,800 / 1,595 (Meter)
Radstand: 2,665 m
Kofferraumvolumen: 340-1.193 Liter
Tankinhalt:
48 Liter
Kraftstoff:
Super 95

Preise

Subaru Forester e-BOXER zu haben ab: 31.990 €
Subaru Forester e-BOXER Premium zu haben ab:
36.990 €
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA (5 %) und MwSt: 37.480 €

Sonderausstattung:

Metallic-Lackierung € 490

(c) Bilder: Sebastian Poppe