Der Jahreswechsel 2020/2021 war in vielerlei Hinsicht anders. Zum einen aufgrund der bekannten Auflagen und damit verbundenen Einschränkungen, zum anderen aber – und das war für uns alles andere als ein Grund zur Traurigkeit – weil wir den Subaru Forester e-BOXER in der Sport Edition nicht nur zwei Wochen, sondern diesmal sogar drei Wochen als verlässlichen Begleiter auf jedem Terrain einsetzen durften. So kam es, dass wir (mangels Silvesterparty) den Jahreswechsel sportlich begonnen haben.

Um am Morgen des 1. Jänners startklar zu sein, verstauten wir unsere Skiausrüstung gleich am Altjahrestag im mehr als großzügig dimensionierten Kofferraum (509 Liter bei aufrechten Rücksitzen). Das Beladen wurde uns dabei nicht nur durch die verbreiterte Kofferraumöffnung von 1,3 m erleichtert, sondern auch durch die zusätzliche LED-Beleuchtung und den ebenen Ladeboden. Die elektrische Heckklappe schwingt weiter auf als beim Vorgänger, sodass man – fertig angezogen – mit 1,70 m plus Helm und Skischuhen noch problemlos darunter Platz findet. (Ohne Skischuhe und Helm ist es natürlich auch für größere Menschen möglich.) Auch sehr bequem: Nach der Beladung konnten wir das komplette Fahrzeug mittels Knopfdruck vom Kofferraum aus verschließen.

Kopf- und Beinfreiheit wohin das Auge reicht

Wer mit dem vorhandenen Platz trotz allem nicht auskommen sollte, hat über die breitere Auftrittsfläche an den Türen die Möglichkeit, leichter an Gegenstände zu kommen, die am Dach verstaut werden können. Außerdem ermöglichen diese einen leichteren und sehr komfortablen Ein- und Ausstieg – und das auch in Reihe zwei. Überhaupt bietet Subaru im Forester seinen Insassen genügend Kopf- und Beinfreiheit. Auf dem elektrisch verstellbaren Fahrer- und Beifahrersitz (mit Taschen an den Rückenlehnen) haben wir das auch während des Einkehrschwungs ausprobieren können: Da die Hütten Corona-bedingt geschlossen waren, haben wir sogar mit Skischuhen eine angenehme Pause im Forester verbringen können. Kein Wunder, dass wir neidische Blicke von anderen Wintersportbegeisterten bekamen, die sich nur stehend neben ihren Fahrzeugen am Parkplatz ausrasten konnten.

Orange-farbene Akzente

Neben den orange-farbenen Akzenten bei Exterieur und Interieur, einem Erkennungsmerkmal der Sport Edition, gehören auch 18-Zoll-Felgen in „Dark Metallic“ sowie Sitzbezüge aus wasserabweisendem Material dazu. Sehr fein, wenn man bei widrigen Witterungsbedingungen unterwegs ist. (Wenn die Sitze noch fester wären, würden sie uns noch mehr begeistern.) Wer wirkliche Offroader kennt, weiß, dass sowohl Autos als auch deren Besitzer selten auf sauberem Untergrund unterwegs sind – daher machen auch die rutschfesten Pedale mehr als Sinn und sind ein positiv zu erwähnendes Sicherheitsfeature. Neben dem Fahrerassistenzsystem EyeSight, das bereits seit 2019 bei jedem neuen Subaru ab der Basisausstattung dabei ist, tragen diese in Kombination mit der hervorragenden Rundumsicht zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl bei.

Es ist aber nicht nur ein Gefühl, denn die Subaru Global Platform sorgt auch für erhöhte Fahrzeugsteifigkeit. Aufprallenergie wird um 40 % besser absorbiert, hochfester Stahl minimiert laut Herstelleraussagen auch die Folgen einer Kollision. Diese haben wir bei unserem Test aber außen vor gelassen. Man muss schließlich nicht überall dabei sein. Stets wachsam sind dagegen das All-Around-Safety Konzept (mehr darüber hier) und das Driver Monitoring System, das Subaru in Europa erstmals im Forester eingeführt hat. Dieses basiert auf Gesichtserkennung und warnt den Fahrer optisch und akustisch, z.B. bei Müdigkeit oder dann, wenn der Blick zu lange von der Straße abgewendet wird. Uns hat er mit seinen Meldungen wie „Bitte nach vorn schauen“, „Bleiben Sie aufmerksam“ oder „Abkommen von der Fahrspur“ bzw. „Achten Sie auf andere Fahrzeuge“ (beim zweispurigen Auffahren von der A22 auf die A23) schon ein wenig an nervige Beifahrer erinnert, auf die man bei der nächsten Ausfahrt gerne verzichten kann.

Vom Zusammenspiel zwischen e-BOXER und X-Mode

Eigentlich gibt es am Forester sehr wenig zu bemängeln. Schade finden wir nur, dass der Motor des 110 kW (150 PS) starken Allradgefährts beim Beschleunigen stark aufheult. Wir hatten da immer Mitleid mit ihm. Ein bisschen mehr Punch täte ihm schon gut. Der Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor spielt seine Stärken aber wo anders aus: So sorgt das früh verfügbare Drehmoment des Mildhybrid (e-BOXER) für ein geschmeidigeres Erklimmen von Hindernissen, unterstützt durch das serienmäßige Allrad-Managementsystem X-Mode auch bei schlechteren Bedingungen. Man wählt einfach zwischen Snow/Dirt und Deep Snow/Mud und freut sich, z.B. im Schnee, über die hervorragenden Eigenschaften des permanenten symmetrischen Allradantriebs S-AWD. X-Mode setzt dank e-Boxer nun bereits ab 0 km/h ein und sorgt für ein komfortableres und kraftvolleres Anfahren aus dem Stillstand.

Der e-Boxer steuert automatisch die Kraftversorgung zwischen Verbrenner und Elektromotor. Bis 40 km/h sind rein elektrische Geschwindigkeiten möglich, wobei der eine EV-Anteil geringer war als im Impreza. Die Arbeitsteilung zwischen den Antrieben funktioniert jedoch auch hier perfekt: Zum einen ist der Wechsel nicht spürbar, zum anderen sinkt der Verbrauch deutlich (um ca. einen Liter in der Praxis). Laut Subaru liegt dies daran, dass bei mittlerer Geschwindigkeit der Verbrenner einsetzt und dieser (zugunsten einer effizienteren Beschleunigung) vom E-Motor unterstützt wird. Bei hohen Geschwindigkeiten, z.B. bei Autobahnfahrten, sorgt der Verbrenner alleine für Vortrieb, was den dann höheren Verbrauch erklärt. Fahrten bei 130 km/h werden jedoch auch dafür genützt, um die Batterie wieder aufzuladen.

Als wir unsere Batterien nach einem Tag auf der Piste bei strahlendem Sonnenschein wieder aufgeladen hatten, verwöhnten uns Lenkrad- und Sitzheizung mit ihrer rasch verfügbaren wohligen Wärme. Am Weg nach Hause freuten wir uns über direkte Lenkung, sehr gute Kurvenstabilität (dank Active Torque Vectoring) und die passende Bremskraftdosierung. Der letzte Einkehrschwung dieses Tages war mit dem Side View Monitor, der ein Kamerabild des toten Winkels der vorderen Beifahrerseite auf den Touchscreen einspielt, auch kein Problem. Alles Dinge, die man als Skifahrer auch gerne stets verfügbar serienmäßig an Bord hätte.

Fazit

Der Subaru Forester zeichnet sich als laufruhiger Reisebegleiter mit genau der richtigen Größe und perfekter Übersichtlichkeit aus. Dank 220 mm Bodenfreiheit und dem permanenten symmetrischen Allradantrieb S-AWD schlägt das Offroad-Herz höher. In der Sportversion verhelfen ihm viele ansprechende Features zu einem gelungenem Auftritt. Dennoch ist er – anders als man aufgrund des Namens vermuten würde – kein Sportler, sondern lädt zu einem gemütlichen Fahrstil ein. In unserer hektischen Zeit auch kein Nachteil.

Was uns gefällt:

  • die orange-farbenen Akzente bei Interieur und Exterieur
  • die tolle Rundumsicht hinter dem Volant
  • der kräftig arbeitende Allradantrieb

Was wir noch verbessern würden:

  • die Festigkeit der Sitze erhöhen
  • das Aufheulen des Motors beim Beschleunigen reduzieren
  • etwas mehr Nachsicht bei diversen Warnungen der Assistenzsysteme wäre schön

Factbox: Subaru Forester 2.0i e-Boxer Sport Edition

Motor/Antrieb

Motor: Zweiliter Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor
Hubraum: 1.995 ccm
Benzin-Aggregat: Leistung kW/PS: 110 kW/150 PS zwischen 5.600 und 6.000 U/min
Elektro-Aggregat: 12,3 kW/16,7 PS (66 Nm)
Drehmoment Benzin-Aggregat: 194 Nm bei 4.000 U/min
Antrieb:
Allradantrieb Symmetrical AWD (All-Wheel Drive)
Getriebeart: CVT-Automatikgetriebe Lineartronic
0-100 km/h: 11,8 Sekunden
V-Max: 188 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert, l/100 km: 8,1 (WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 10,6 (WLTP)
CO2 Emissionen: 185 g/km Euro 6d (WLTP)

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA + HA: Scheibe (innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 225/55 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.682 kg
L/B/H: 4,625 / 1,815 / 1,730 m
Radstand: 2,670 m
Kofferraumvolumen: 509 – 1.751 Liter
Tankinhalt: 48 Liter
Kraftstoff: Benzin

Preise

Subaru Forester 2.0i e-Boxer Pure zu haben ab: € 36.990,-
Subaru Forester 2.0i e-Boxer Sport Edition: € 43.990,-

Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 44.642,-

Sonderausstattung:

Metallic-Lackierung € 652,-

(c) Bilder: Gas Junky, sp