Ich hatte 2019 das Glück, den DS 3 fahren zu dürfen. Damit war meine Vorfreude, mit dem DS 7 unterwegs sein zu dürfen, noch größer. Ich hatte ja schon ansatzweise eine Ahnung davon, was mich erwarten würde – und meine Erwartungen wurden nochmals übertroffen. Nicht nur deswegen, weil das Antriebstrio der Plug-in-Hybrid-Version wirklich erstklassige Arbeit leistet, sondern auch deswegen, weil die Liebe zum Detail hier noch stärker wahrnehmbar ist.

Benziner mit zwei Elektromotoren

Für technikaffine Menschen mag der DS 7 seine Faszination aufgrund der Kombination zweier Elektromotoren mit jeweils 81 kW (110 PS) in Verbindung mit einem 147 kW (200 PS) starken Benzinmotor ausüben. Derart motorisiert kann man auch 1,9 Tonnen schnell zum Überholen motivieren. Gut zu wissen, dass der Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden gelingt. Im Sport-Modus macht die Beschleunigung noch mehr Spaß. Daneben stehen die Fahrmodi 4WD, Hybrid, Komfort und Electric zur Verfügung.
Rein elektrisch liegt die (elektronisch abgeriegelte) Höchstgeschwindigkeit bei 135 km/h. Wer es rasanter liebt, kann (die richtige Strecke vorausgesetzt) bis zu 240 km/h fahren. Auch wenn wir nicht so schnell unterwegs waren: Im Innenraum bleibt es durch die Akustikverglasung angenehm leise.

Interessant ist, dass sich der DS 7 vom Handling her mehr nach Sportwagen als nach SUV anfühlt. Dies nicht zuletzt aufgrund der direkten Lenkung und den kräftig zupackenden Bremsen. Trotz seines höheren Schwerpunkts, bleibt er erstaunlich agil. Es gibt nur wenig Wankbewegungen, die Abstimmung des Fahrwerks ist sehr gut gelungen. Das Federungssystem DS Active Scan Suspension scant Zustand und Profil der Fahrbahn, analysiert beides und greift – sofern notwendig – ausgleichend in die Dämpfungscharakteristik ein.

Widrige Verhältnisse? Allrad!

Gut gefallen hat uns auch der zuschaltbare Allradantrieb. Sonst hätten wir auf einem unserer Skiausflüge (für die Ausrüstung zweier Personen ist genug Platz) aufgrund der vorgeschriebenen Schneekettenpflicht wieder umkehren können. Da das Befahren in Richtung Annaberg (NÖ) jedoch mit Allrad erlaubt war, haben wir kurzerhand diesen Modus gewählt und konnten uns im Mix Schnee und Matsch von den souveränen Eigenschaften des Teilzeit-Kraxlers überzeugen.

Gerade bei kühleren Temperaturen ist das Konzept einen Stromer mit einem Benziner zu verbinden von Vorteil. Während man bei rein elektrischen Fahrzeugen seine Strecke stets so planen muss, dass Ladestationen möglichst den Weg säumen, nimmt einem das das PHEV-Konzept ein wenig ab. Gut so, denn an einer Haushaltssteckdose vergehen mit 1,8 kW rund sieben Stunden mit dem Ladevorgang. An der 7,4 kW Wallbox geht es mit drei Stunden schneller; aber zum Glück waren wir nicht auf rein elektrisches Fahren angewiesen. Wer sich dennoch dafür entscheiden möchte, sollte ca. 50 km weit kommen. In unserem Praxistest waren es bei winterlichen Minusgraden ca. 30 km.

Dank der 8-Gang-Automatik ist es nach Einlegen von „B“ auch möglich, Bremsenergie zurückzugewinnen. Die Automatik schaltet übrigens herrlich sanft und kaum merkbar – also mit einem Wort sehr angenehm. Diese ist auch in den beiden Benzin Modellen (133 kW bzw. 180 PS und 165 kW bzw. 225 PS) und im 96 kW (130 PS) starken Diesel mit an Bord. Schön, dass DS, die Premiummarke des PSA-Konzerns, seinen Kunden nach wie vor die Wahl lässt, den für sie geeigneten Antriebsstrang zu finden.

Louvre, soweit das Auge reicht

Aber auch designbegeisterte Menschen werden mit dem DS 7 ihre Freude haben. Die Sonderedition Louvre verwöhnt das Auge da in einem besonderen Maß. So findet sich die bekannte Pyramide nicht nur am Emblem auf der Motorhaube oder auf den Spiegelkappen, sondern in Edelstahl auch auf Lüftungsauslässen, eingeprägt in der versenkbaren Abdeckung der Mittelkonsole oder in der Struktur der Scheinwerferverglasung. DS Active LED Vision sorgt nicht nur für eine Anpassung der Beleuchtung an die Sichtverhältnisse, sondern mit einem hervorragend funktionierenden Fernlichtassistent und dynamischem und rasch reagierendem Kurvenlicht für eine perfekt ausgeleuchtete Straße.

Nimmt man auf den schön verarbeiteten und festen Ledersitzen mit Memory-Funktion im Uhrband-Design Platz, kann man sich für Sitzheizung, -kühlung, Massagefunktion oder seinen Reiseantritt entscheiden. Für letzteren bitte den „Start Engine“-Button etwas fester drücken, damit der Motor auch startet. Danach präsentiert uns der DS 7 den über diesem Knopf verborgenen Schatz: Die Analog-Uhr B.R.M. R180, die besonders im Dunkeln schön anzusehen ist. In dieselbe Kerbe reiht sich die PolyAmbient-Beleuchtung, die die Innenseiten der Türen in neun Farben verschönert – natürlich auch im Louvre-Muster.

Mehr zu sehen als man glaubt …

Komplett digital geht es dagegen im Cockpit zu: Sowohl Armaturenbrett als auch der 12-Zoll große Touchscreen bieten eine gute Info-Übersicht. Das digitale Cockpit ist zu jeder Zeit gut ablesbar und schön gestaltet. Etwas unbeholfen wird man als DS-Neueinsteiger am Anfang wohl mit den Untermenüs umgehen, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man sich aber problemlos zurecht. Eher zufällig haben wir DS Night View entdeckt, dieses Feature aber lieben gelernt. Gerade in dunklen Jahreszeit hilft es dabei, andere unbeleuchtete Verkehrsteilnehmer oder Tiere rasch zu erkennen. Manchmal war das Fahrzeug auch schneller als wir und hat uns Fußgänger gelb oder rot eingerahmt präsentiert. Bei größeren Tieren (wie z.B. Rehen) wurde zusätzlich das Warnschild „Achtung Wildwechsel“ eingeblendet.

Ebenfalls einwandfrei funktioniert die Sprachsteuerung für Navi und Telefon. Konnektivität ist über Android Auto und AppleCar Play gegeben, wobei die Platzierung des USB-Anschlusses am rechten Rand der Mittelkonsole etwas Fingerspitzengefühl und manchmal auch Geduld beim Einstecken erfordert. Hilfreich ist dagegen das Fahrassistenz-Paket 2 PHEV, das in der Limited Edition Louvre serienmäßig zum Einsatz kommt. Dieses verfügt z.B. über einen Toten-Winkel-Assistent, einen Spurhalte-Assistent mit sinnvollen und sanften Lenkeingriffen, Verkehrszeichenerkennung und den DS Connected Pilot, der einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren ermöglicht.

… aber leider nicht immer

Beim eigenständigen Zurücksetzen wird man den Blick vermutlich lieber in die beidseits absenkbaren Seitenspiegel als in die Rückfahrkamera werfen: Das Bild wirkt – vor allem im Vergleich zu den restlichen hoch auflösenden Digitalanzeigen – mehr als unscharf und im DS 7 fast wie ein Stilbruch. Leider ist das Kamera-Auge auch etwas ungünstig platziert, sodass dieses im Winter eher eine Nahaufnahme von Dreckspritzern als den Bereich hinter dem Fahrzeug zeigt. Die Vogelperspektive vermag diesen Mangel etwas auszugleichen.

Was wir uns für die nächste Version des DS 7 auch wünschen würden, wäre ein einfacheres Öffnen des Kofferraums. Diesen kann sowohl mittels Taster über dem Nummernschild als auch durch Gestensteuerung mit dem Fuß oder dem doch etwas klobig wirkenden Schlüssel bedienen. Sowohl beim händischen Griff als auch durch die Fußbewegung waren bei uns stets mehrere Versuche notwendig. Vielleicht sind wir aber einfach noch nicht göttlich genug, denn die beiden Buchstaben DS stehen im Französischen für „la déesse“, also „die Göttin“.

Fazit

Es war ein Hochgenuss, den (oder doch die?) DS 7 im Testzeitraum an unserer Seite zu haben. Sowohl Verarbeitung als auch Fahrwerk und -eigenschaften haben unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Wer auf der Suche nach etwas Extravaganz im automobilen Leben ist und nicht an die Antriebsvorgaben der Hersteller gebunden sein will, sollte durchaus einen längeren Blick auf die Göttin riskieren. Kein Wunder, dass auch Frankreichs Staatspräsident in solch einer unterwegs ist.

Was uns gefällt:

  • die traumhaft schöne Verarbeitung und die Hochwertigkeit der Materialen
  • die wunderbaren Fahrleistungen (Beschleunigung, Fahrwerk, etc.)
  • ein Eye-Catcher zu sein

Was wir noch verbessern würden:

  • das Ansprechverhaltens des Start-Engine-Buttons
  • das Bild der Rückfahrkamera
  • die Öffnungsmöglichkeiten des Kofferraums

Factbox: DS 7 Crossback E-TENSE 4×4 300 Limited Edition LOUVRE

Motor/Antrieb

Motor: Vierzylinder in Reihe
Hubraum: 1.598 ccm
Benzin-Aggregat: Leistung kW/PS: 147 kW/200 PS
Elektro-Aggregat: 2x 81 kW/ 110 PS (2 Elektromotoren)
Systemleistung kW/PS: 200 kW/300 PS
Drehmoment Benzin-Aggregat:
300 Nm bei 3.000 U/min
Drehmoment Elektro-Aggregat: vorne: 320 Nm bei 2.500 U/min, hinten: 166 Nm bei 1.400 U/min
Antrieb:
Allradantrieb
Getriebeart: 8-Gang-Automatik
0-100 km/h: 5,9 Sekunden
V-Max: 240 km/h (rein elektrisch 135 km/h, elektronisch abgeregelt)

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert, l/100 km: 1,5 – 1,7 (WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 8,7 (Verbrenner), 3,5-4,0 (reinelektrisch)
CO2 Emissionen: 35 g/km Euro 6d (WLTP)

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: Scheiben (vorne innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 235/45 R20

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.900 kg
L/B/H: 4,573 / 2,098 / 1,625 m
Radstand: 2.738 m
Kofferraumvolumen: 555 – 1.752 Liter
Tankinhalt: 43 Liter
Kraftstoff: Benzin

Preise

DS 7 Crossback Pure Tech 180 S&S EAT8 (Benzin) zu haben ab: € 44.900,-
DS7 Crossback E-TENSE 225 (So Chic) zu haben ab: € 49.900,-
DS 7 Crossback E-TENSE 4×4 300 Limited Edition LOUVRE zu haben ab: € 63.800,-

(c) Bilder: Gas Junky, sp & kg