Der neue Peugeot 208 GT Line im Praxistest

Die Geschichte des Peugeot 208 reicht bis in das Jahr 1983 zurück. Damals feierte der Peugeot 205 seine Markteinführung. Danach folgten der Peugeot 206 und 207 bis dann im Frühjahr 2012 erstmals der Peugeot 208 in der ersten Generation am europäischen Markt erschien. Zunächst noch als Schrägheck mit drei beziehungsweise fünf Türen.

Die zweite Generation des 208er startete im März 2019 und diese basiert auf der neuen Plattform CMP (Common Modular Plattform) wie seine Konzernbrüder Citroen DS3 Crossback und Opel Corsa. Gegenüber seinem Vorgänger ist der neue 208er mit 4,06 Meter um neun Zentimeter länger und um drei Zentimeter tiefer. Außerdem ist er nur noch als Fünftürer erhältlich. Erstmals bietet Peugeot den neuen 208er auch als reinelektrische Version an.

Äußerst chic

Mit Überzeugung kann man sagen, dass der Peugeot 208 einer der schönsten und aufregendsten Kleinwägen am Markt ist – zumindest, wenn man sich von der Konkurrenz ein wenig abheben mag.
Die Front besticht durch die bis nach unten gezogenen Full-LED-Tagfahrlichter sowie die markante Lichtsignatur mit den drei Krallen. Die Motorhaube wird vom 208-Schriftzug geziert und der klassische Kühlergrill mit unterbrochenen Chromlinien präsentiert stolz das Löwenemblem. Der Baby Löwe präsentiert sich also auf großer Pfote. Das Premium-Feeling der deutlich teureren Modelle nimmt nun also bereits im Polo-Konkurrent Einzug.

Die 17-Zoll-Felgen sowie die schwarzen Radhaus-Abdeckungen lassen den Peugeot 208 GT Line äußerst sportlich wirken. Die schwarzen Außenspiegelgehäuse und das sogenannte „Black Diamond Dach“ in Polo Nera Schwarz ergeben mit der Metallic-Lackierung Vertigo Blau ein schönes Farbenspiel. Diese kostet extra, dennoch ist das Preisgefüge überschaubar. Wer sich hingegen für „Faro Gelb“ entscheidet, spart sich den Aufpreis.

Das Heck des Peugeot 208 GT Line ziert eine schwarze Leiste, welche die LED-Rückleuchten optisch miteinander verbindet, wodurch der Clio-Konkurrent deutlich breiter wirkt. Ins Auge stechen einem hier sofort die drei leuchtenden Krallen im Scheinwerfergehäuse. Ein weiterer sportlicher Akzent bildet der Dachspoiler, welcher den kleinen Löwen agil und kraftvoll aussehen lässt. Für einen noch sportlicheren Look sorgt das verchromte Auspuffrohr – auch hier folgt großes Lob, denn meist qualmt es bei Konkurrenzprodukten unter den Fake-Auspuffblenden hervor.

Innenraum elegant und luxuriös

Das Interieur des neuen Peugeot 208 ist für einen Kleinwagen nahezu luxuriös ausgestattet. Bereits auf den ersten Blick fühlt man sich hinter dem kleinen Volant und dem 3D-Cockpit in die Zukunft versetzt.

Die Fronttürverkleidungen werden von einer Carbon-Struktur geziert, welche sich über die Breite des Armaturenbretts fortsetzt. Die sportlich geformten Sitze, welche aus einer Kombination aus Stoff und Kunstleder namens „Capy“ gefertigt und mit Ziernähten in Adamite Grün versehen sind, bieten ausreichend Seitenhalt und lassen auch ein wenig Retro-Design erkennen.

Wenn man dann bequem Platz genommen hat fällt einem sofort das eher futuristisch erscheinende i-Cockpit auf. Dieses besteht aus einem höher ins Blickfeld gerichteten 3D-Kombinationsinstrument, einem 10-Zoll großen Touchscreen und einem kompakten Multifunktionslenkrad.

Beim 3D-Kombiinstrument werden die Informationen auf zwei Ebenen dargestellt, Hinweise je nach Wichtigkeit bzw. Dringlichkeit erscheinen im Vordergrund. Dies ist für den Fahrer im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, soll jedoch zu einer besseren Reaktionszeit von einer halben Sekunde führen.

Der Touchscreen befindet sich in der Mitte des Armaturenbretts genau oberhalb der sogenannten „Toggle-Switches“ mit denen wichtige Funktionen abgerufen werden können. Ober den sogenannten Klaviertasten sind sieben Touch-Buttons angebracht, die zum Beispiel für Funktionen wie Navi oder Radio verantwortlich sind. Nicht besonders übersichtlich haben wir seitlich dieser sieben Touch-Buttons die Anbringung der Touchfelder für die Sitzheizung empfunden. Außerdem würde man die Start/Stopp-Automatik lieber mittels Knopfdruck als mit durchsurfen eines Untermenüs deaktivieren.

Das liegt gut in der Hand

Das Mini-Multifunktionslenkrad liegt zwar gut in der Hand, erschwert jedoch ein wenig die Sicht auf das i-Cockpit. Hier muss man sich ein wenig mit Lenkrad- und Sitzeinstellung kämpfen, um die richtige Position zu finden.
Jedoch wurde auch hier viel Wert auf Design gelegt, denn das Mini-Volant ist mit genarbtem Leder sowie grünen Ziernähten veredelt und trägt auch noch den in Chrom ausgeführten GT Schriftzug.
Schade finden wir, dass sich der Start/Stopp-Button nicht sonderlich reaktionsfreudig zeigt, sodass man diesen ganz schön fest drücken muss, um den Dreizylinder anzuwerfen.

Nicht zu großzügig

Fahrer und Beifahrer erleben vorne Wohlfühlcharakter mit ausreichend Platz. Anders schaut es hingegen im Fond aus, da kann es auch mal eng werden. Personen mit einer Größe bis zu 1,75 Meter haben reichlich Platz, danach kann es schon etwas eng werden, denn ein Raumwunder ist der Baby Löwe nicht wirklich. Dies liegt auch daran, da der Radstand beim Generationenwechsel des Peugeot 208 unangetastet blieb.

Alles auf seinem Platz

Bei den Ablageflächen kann der Peugeot 208 punkten: Große Ablagen in den Türen, Cupholder in der Mittelkonsole, ein großes Handschuhfach und ein „Geheimfach“, welches auch optional als induktive Smartphone-Ladestation dient, in der Mittelkonsole. Auch unter der Armlehne findet man noch Platz um so manche Kleinigkeiten zu verstauen.

Der Kofferraum ist keine große Überraschung

Das Stauvolumen beträgt 265 Liter und kann bis zu 1.106 Liter bei umgelegter Rückbank vergrößert werden. Durch eine etwas zu hoch geratene Ladekante wird das Verstauen des Wochenendeinkaufs nicht wirklich erleichtert. Dies empfinden wir als einen deutlichen Minuspunkt, denn sogar die Konkurrenz aus Wolfsburg erzielt deutlich höhere Werte (351 bis 1.125 Liter).

Fahrassistenzsysteme verrichten gute Arbeit

Die Auswahl an Fahrerassistenzsystemen in der getesteten GT Line umfassen einen aktiven Totwinkel-Assistenten, ein Drive Assist Plus Paket mit adaptiven Geschwindigkeitsregler/-begrenzer mit Stop&Go Funktion und einen Spurhalteassistenten. Weiters mit an Bord ist das Visio Park Plus und das Safety Plus Paket.

Wie schlägt sich der 101 PS Benziner in Kombination mit der 8-Gang Automatik?

Das 1,2-Liter-Primzahl-Aggregat leistet 101 PS,  bereits ab 1.750 U/min. liegt das komplette Drehmoment von 205 Nm an. Kleinwagen-Flair lässt sich der neue Peugeot 208 also auch nicht unter der Haube anmerken. Zwar könnte man das Aggregat noch ein bisschen besser abdämmen, das ist aber schon Meckern auf höchstem Niveau.

Der Benziner hängt erstklassig am Gaspedal, dazu trägt natürlich auch das geringe Leergewicht von knapp 1,2 Tonnen bei. Auch die Gangwechsel erfolgen seidenweich, dennoch flott. Bei sportlicher Fahrweise ist man mit 6,9 Liter auf 100 Kilometer unterwegs, bei vorausschauender Fahrweise darf nochmals ein Liter abgezogen werden.

Mit dem kleinen Volant kommt in mancher Kurve schon jede Menge Go-Kart Feeling auf, sodass selbst ein Mini Cooper nicht mehr Fahrspaß auf kurvigen Strecken hergibt. Wobei man sich preislich auch nicht mehr allzu weit differenziert.
Ob man den Aufpreis von exakt 1.500 Euro für die Top-Motorisierung in Kauf nimmt, sei jedem selbst überlassen. Verhungern wird man jedenfalls mit der mittleren Motorisierung in keiner Weise. Auch die 1.700 Euro für die 8-Gang Automatik würden wir als kluges Investment bezeichnen.

Testfazit:

Summa summarum sei gesagt, dass der neue Peugeot 208 GT Line nicht nur mit seinem unwiderstehlichen Design besticht, sondern auch mit seiner knalligen Karosseriefarbe ein echter Hingucker ist. Außerdem verbirgt sich diese Coolness auch hinter dem Mini-Volant, wodurch er auch bei den Fahreindrücken begeistert. Ein wenig eng geschnitten geht es sowohl im Fond als auch im Kofferraum zu. Preislich bewegt man sich schon auf Niveau so mancher deutschen Marken.

Was uns gefällt:

Das unverwechselbare Design
Die einzigartige Karosseriefarbe Vertigo Blau
Die mittlere Motorisierung mit der Achtgang-Automatik

Was wir noch verbessern würden:

Platzangebot für die Passagiere im Fond
Kofferraumvolumen erweitern
Die Preisgestaltung für einen Kleinwagen

Factbox: Peugeot 208 GT-Line PureTech 100 EAT8

Motor/Antrieb

Motor: Benzinmotor mit Turboaufladung 3-Zylinder (Reihe)
Hubraum: 1.199 ccm
Leistung kW/PS: 74 kW/101 PS
Drehmoment: 205 Nm bei 1.750 U/min
Antrieb: Front
Getriebeart: 8-Gang-Wandlerautomatik inkl. Start-Stopp-System
0-100 km/h: 10,8 Sekunden
V-Max: 188 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe –kombiniert, l/100 km: 5,8-5,9 nach WLTP
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 6,9
CO2 Emissionen: 131-133 g/km Euro 6d (nach WLTP)

Fahrwerk/Reifen/Bremsen

Bremsen: VA + HA: Scheibe (vorne innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 205/45 R17 M+S (Testversion)

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.165 kg
L/B/H: 4,055 / 1,745 / 1,430 m
Radstand: 2,540 m
Kofferraumvolumen: 311-1.004 Liter
Tankinhalt: 44 Liter
Kraftstoff: Super 95

Preise

Peugeot 208 zu haben ab: € 15.800,-
Peugeot 208 GT Line PureTech 100 EAT8: € 25.000,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA (4 %) und MWSt: € 29.640,-

Sonderausstattung

Metallic-Lackierung Vertigo Blau € 520,-

Alarmanlage Paket: Alarm (perimeter, volumetrisch), Diebstahlschutz von Schlössern, inklusive schlüsselloses Startsystem € 300,-

Panorama Glasdach mit manueller Jalousie € 550,-

Sitzheizung vorne € 290,-

Induktive Smartphone Ladestation € 150,-

Aktiver Totwinkel-Assistent € 200,-

Black Diamond Dach: Dach in Perla Nera Schwarz € 300,-

PEUGEOT Connect Navigation € 740,-
Vernetzte 3D-Navigation mit Spracherkennung: Europäisches Kartenmaterial mit automatisierter, dauerhafter Verbindung zu den vernetzten Navigationsdiensten TomTom (TomTom Traffic, Kraftstoffpreise, Parkplätze, Wetterbericht, lokale Suche) mit DAB Funktion (digitales Radio) dank in Fahrzeug integrierter SIM-Karte (3-Jahres Abo inklusive)
Peugeot Connect SOS & Assistance (eCall)
Teleservices (Erkennung eines technischen Reparatur- oder regelmäßigen Wartungsbedarfs einschl. Übertragung an das Peugeot-Netz zur Terminvereinbarung)

Drive Assist Plus Paket: Adaptiver Geschwindigkeitsbegrenzer /-begrenzer mit Stop&Go-Funktion + Spurhalteassistent (Lane Positioning Assist) € 450,-

(c) Bilder: Sebastian Poppe