Fiat Chrysler Automobiles: Vier gewinnt! 

Sowohl Alfa, Fiat und Jeep sorgten beim 4 WHEELS 4 FUN im tirolerischen Olympia-Ort bei tiefsten, winterlichen Bedingungen für jede Menge Fahrspaß.

Der neue Jeep Cherokee

Die ersten Kilometer spulten wir mit dem neuen Jeep Cherokee zurück, welcher nun auch eine Anpassung an die typische Jeep DNA spendiert bekam.

Dies merkt man bereits an den neuen, schmäler gehaltenen LED-Scheinwerfern an der Front. Auch die Rückleuchten bekamen eine Retusche spendiert und lassen das Fahrzeug jetzt noch flacher und breiter wirken.

Das Interieur des Asphalt-Cowboys lässt kaum Wünsche offen. Die Materialwahl wurde detailgetreu unter die Lupe genommen, sodass Hartplastikmaterialien zur aussterbenden Rasse gehören.

Auch der bis zu 8,4 Zoll große Infotainment-Bildschirm lässt sich intuitiv bedienen, die Eingewöhnungsphase ist also Schnee von gestern.

Der zum Marktstart verfügbare 2,2-Liter-Selbstzünder (MultiJet II) verfügt über 195 PS und sorgt mit 450 Nm für ein sattes Drehmoment, welches bereits im unteren Drehzahlbereich anliegt und dem „Nagelmeister“ ausreichend Punch verleiht. Gekoppelt ist das Aggregat an eine 9-Gang Automatik, diese sorgt für zügige aber dennoch sanfte Gangwechsel.

Das Premium-Modell ist als Front- und Allradversion erhältlich. Für die Allrad-Fans stehen drei Allradsysteme zur Verfügung. Weiters kann zwischen vier Fahrmodi gewählt werden, welche den Cherokee auch auf unbefestigten Untergrund keinesfalls müde aussehen lassen.

Die Ausstattungslinien gliedern sich in Limited und Overland, wobei man bereits bei der ersteren Variante mit zahlreichen Features verwöhnt wird. Wer noch belüftete Frontsitze, ein beheizbares Lederlenkrad mit Echtholz-Applikationen, ein Panoramadach oder andere Goodies vermisst, sollte das Fahrzeug mit der Overland-Linie ausstatten.

Der Einstiegspreis für die frontangetriebene Version liegt bei € 54.990,-

Für den AWD mit dem Active Drive I Allradsystem in der Overland Ausstattung sind 61.990 Euro fällig.

Fazit: 

Der neue Cherokee begeistert bereits auf den ersten Metern mit einem sehr komfortablen Fahrverhalten. Die Ablagemöglichkeiten wurden erweitert und auch das Platzangebot darf durchaus gelobt werden.

Das Neungang-Automatikgetriebe harmoniert tadellos mit dem gut im Futter stehenden Selbstzünder. Die Benziner Fans werden nächstes Jahr mit einem 270 PS starken Aggregat verwöhnt werden, wobei auch der getestete Diesel in keiner Lage untermotorisiert wirkt.

Der neue Jeep Wrangler RUBICON

Für die Hardcore-Offroad-Runde schnappten wir uns den Jeep Wrangler RUBICON. Auch hier haben wir zum Selbstzünder gegriffen. Schließlich müssen wir das hohe Drehmoment auskosten, bevor der Hersteller die Diesel Aggregate aus dem Sortiment streicht, aber keine Sorge auch hier steht ein Zweiliter-Benziner mit 272 PS zur Verfügung.

Aber zurück zum hubraumstarken 2,2-Liter, welcher an ein 8-Gang-Automatigetriebe gekoppelt ist und 200 PS leistet.

Der Wrangler in bereits vierter Generation ist als Drei- und Fünftürer bestellbar. Am Außenkleid wurden kaum erkennbare Änderungen vorgenommen. Ebenso unverändert bleibt auch die Tatsache, dass der Wrangler weiterhin auf einem Leiterrahmen aufbaut, da dürfen die Offroad-Fans aufatmen.

Der Spagat zwischen On- und Offroad könnte besser nicht abgestimmt sein. In der Rubicon-Version verfügt der Wrangler über ein zweistufiges Verteilergetriebe und einer Geländeuntersetzung. Sogar eine Kriech-Gesamtübersetzung ist mit an Bord, damit kann man noch so knifflige Hindernisse problemlos überwinden.

Der Einstiegspreis liegt in der Sport Ausstattung bei € 57.960,27, die getestete Rubicon-Diesel-Version treibt den Preis auf mindestens € 65.550. Die fünftürige Version ist nochmals um circa 4.000 bis 5.500 Euro teurer.

 

Fazit:

Der Wrangler stellt besonders auf unbefestigten Straßen sein langjähriges Offroad-Talent unter Beweis, dennoch wurde auch das Fahrverhalten auf asphaltiertem Untergrund mit zusätzlichem Komfort gekürt. Die Sitzposition gemeinsam mit dem modernisierten Interieur und der fein abgestimmten Automatik sorgen für große Begeisterung. Gezwungenermaßen mussten wir leider den Platz hinter dem Volant wieder räumen. Der Fahrzeugwechsel hätte bestimmt schlimmer kommen können.

Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio 

Nach einer gediegenen Offroad Runde stand die Fahrt mit dem schnellsten SUV des Nürburgrings (7:51,7 Minuten) am Programm. Der 2,9-Liter-V6-Bi-Turbo leistet 510 PS und 600 Nm Drehmoment. Außerdem lässt er so gut wie jedes deutsche Power-SUV im Schatten stehen, denn die V-Max ist erst bei 283 km/h abgeregelt.

Mittels des roten Start-/Stopp-Buttons erweckt man den aus Aluminium gefertigten Sechsender – dieser schnurrt gelassen aus den vier Endrohren – auch beim öffnen der Auspuffklappe würde man mit diesem Modell keinesfalls die Nachbarschaft vergraulen. Zwar werden die Lastwechsel im Sport-Modus mit einem motorsportartigen Knallen unterstrichen, dennoch ist der stärkste Stelvio keinesfalls ein richtiger Schreihals, wie so manches deutsche Konkurrenz-Produkt. Erst im Race-Modus wird die Klangkulisse verschärft und die Muskeln des Kleeblatt-Racers so richtig angespannt. Auch die elektronische Hilfe vertschüsst sich dann, es ist also höchste Konzentration gefragt, besonders bei nasser Fahrbahn, denn das Allradsystem ist hecklastig ausgelegt und lässt schnell mal den Hintern wackeln.

Kaum ein anderes Power-SUV in dieser Gewichtsklasse konnte mit dieser hohen Agilität und der hohen Fahrfreude mithalten. Grund für diese hohe Dynamik ist sicherlich auch das Sperrdifferenzial an der Hinterachse mit Torque Vectoring.

Die Lenkung fühlt sich äußerst knackig und direkt an, das Fahrwerk ist nicht unnötig ruppig abgestimmt, sorgt aber in engen Kehren für ein reduziertes Wankverhalten und auch die 8-Gang-Automatik von ZF könnte kaum perfekter abgestimmt sein.

Bei kurvigen Strecken kann man mittels der überdimensionierten Schaltpaddles den Spaßfaktor nochmals erhöhen.

Der Sprint von Null auf Tempo 100 ist nach 3,8 Sekunden erledigt, das ist schon ein Machtwort in dieser Liga!

Bei der Entschleunigung hat uns der Stelvio zwei Seiten unter Beweis gestellt. Einerseits reagiert die serienmäßige Brembo Anlage mit Sechskolben Sattel an der Vorderachse einwandfrei und packt in jeder Situation kräftig zu, sodass Fading vermieden wurde. Andererseits sorgt die aufpreispflichtige Keramikanlage (6.500 Euro) für nicht gerade die besten Bremswerte, da die Anlage nur schwer auf Temperatur kommt und mit den frostigen Temperaturen zu kämpfen hatte.

Dennoch hat uns dieser Kraftprotz mit seiner athletischen Abstimmung in nahezu jeder Kehre einen Grinser gekostet – apropos Kosten: der Einstiegspreis liegt bei € 113.500,-. Besteuert wird das flotte Glückskleeblatt mit 27 Prozent NoVA, die motorbezogene Versicherungssteuer liegt jährlich knapp über € 3.000,-. Aber wer sich für den schnellsten SUV der Nordschleife entscheidet, dem werden diese Zusatzposten auch kein Bauchweh bereiten. Ein zusätzlicher Reifensatz, wäre sicherlich auch keine Fehlinvestition.

Fazit: 

Die Kleeblatt-Version sorgt in jeder Situation für reichlich Emotionen. Trotz des höheren Schwerpunkts und des hohen Eigengewichts sorgt der stärkste Stelvio für jede Menge Fahrspaß. Dank hecklastigen Allradantrieb sorgt dieser nicht nur auf der Nordschleife für eine neue Bestzeit, sondern auch am Weg zum Schilift. Sofern man nicht noch eine Extra-Runde dreht.

© Bilder: FCA, Sebastian Poppe