Aston Martin Vantage F1 Edition Roadster: Safety first!

Mit der Vantage F1 Edition stellt Aston Martin seinen Kunden ein besonders exklusives Modell zur Verfügung, denn die Coupé- Version wird in der Formel 1 als Safety-Car eingesetzt. Wer würde nun also nicht gerne behaupten, dass er nach der Arbeit in seinem privaten Safety-Car Platz nimmt? Wir haben mit der offenen Version die ersten Sonnenstrahlen genießen können und Euch zahlreiche Fahreindrücke gesammelt.

Exterieur: F1 Edition mit 200 Kilogramm mehr Anpressdruck

Das Haupterkennungsmerkmal ist ganz klar der riesige Heckflügel, der bis zu 200 Kilogramm mehr Anpressdruck generiert und somit die Verbindung zum Asphalt nochmals deutlich erhöht. Nicht ganz unwesentlich, denn die geballte Power wird ausschließlich an die Hinterachse weitergeleitet. Sowohl die Front als auch das Heck sind mit Diffusoren versorgt, die natürlich aerodynamische Vorteile als auch zusätzlichen Blickfang garantieren.
Aber nicht nur die F1-Embleme, der Spoiler und die Diffusoren sind Teil der F1 Edition, auch eine Leistungssteigerung von 510 auf 535 PS, ein überarbeitetes Fahrwerk und 21-Zoll Alu-Räder sind im Paket inklusive.

Außerdem ist im Falle der Roadster Version das flotte Öffnen und Schließen des Verdecks äußerst erstaunlich, lediglich 6,7 Sekunden dauert dieser Vorgang.

Innenraum: Feinste Materialwahl und beste Sitzposition

Bereits beim ersten Platz nehmen hinter dem Alcantara-Sportvolant staunt man über die tiefe Sitzposition und beim Blick in die Außenspiegel über die enorme Breite des Aston Martin Vantage mit knapp zwei Meter (ohne Außenspiegel).
Die Sportsitze sind keinesfalls zu eng geschnitten, sodass man auch auf längeren Strecken noch bequem unterwegs ist, dennoch bieten diese bei Kurvenfahrt guten Halt.
Ganz und gar nicht stört uns das in die Jahre gekommene Infotainment-System von Mercedes „Comand“ (welches mittels Dreh- und Drückregler bzw. gegen Aufpreis auch mittels Touchpad bedient wird) – klar gibt es bereits modernere Anwendungen und auch größere Bildschirme, aber beim Vantage geht es uns in erster Linie um das Fahrverhalten des britischen Open-Top-Sportlers. Weswegen wir auch nur wenig Worte über das Premium-Audio-System verlieren, da wir lieber die Frequenz V8 wählen.

Zuerst müssen wir aber noch die erstklassige Verarbeitung des Interieurs loben, denn der Mix aus Alcantara, Leder und Carbon lässt das Herz eines Gas Junky noch deutlich höherschlagen.

Motor und Fahrverhalten: Ein Orchester der Sonderklasse!

Dies gilt natürlich auch für den Kaltstart des legendären V8-Biturbo Aggregats, welches wir bereits aus zahlreichen AMG-Modellen kennen. Klasse finden wir, dass der Vantage hier ein stimmiges, aber keinesfalls pubertäres Konzert aus den vier Auspuffrohren liefert.
Via Knopfdruck am Sportvolant ist die Kennlinie des britischen Roadsters auf die jeweilige Fahrsituation anpassbar – Sport, Sport + und Track stehen als Modi zur Verfügung. Darüber hinaus kann ganz unabhängig auch die Härte des Fahrwerks angepasst werden.
Bereits im Sportmodus hängt der Vantage Roadster in der F1 Edition erstklassig am Gaspedal, jedoch ist er trotz der 21-Zoll Räder nicht unnötig hart gefedert, man verfügt über einen gewissen Restkomfort, den man im Alltag sehr zu schätzen lernt. Dieser wird natürlich im Sport + Modus ein wenig geschmälert, hier merkt man auch, dass die 8-Gang-Automatik nochmals schneller die Gangwechsel vornimmt und der Vierliter-V8 deutlich direkter am Gaspedal hängt.
Der Track-Modus ist natürlich als ultimative Sperrspitze gekennzeichnet, hier gibt es keine Ausrede mehr – der Aston Martin Vantage F1 Roadster liefert hier neben einem Orchester der Sonderklasse (besonders die Downshifts erlauben ein kräftiges Donnergrollen) ein äußerst präzises Fahrverhalten ab.


Die 295er Pneus an der Hinterachse werden mit 535 PS und 685 Nm via rein preschender Achtgang-Automatik gefordert. Speziell im Sport + und Track-Modus greift das ESP ein wenig verzögert ein, womit der Fahrer noch mehr Feedback von seinem Sportwagen erhält – hier kommt dann Formel 1 Feeling pur auf, wobei man natürlich immer die Geschwindigkeit im Auge behalten sollte, da man mit der exorbitanten Leistungsentfaltung schnell mal mit einem Bein im Kriminal steht.
Mit der Roadster Version verbringt man sowieso deutlich mehr Zeit im kurvigen Hinterland als auf der Autobahn. Laut Herstellerangabe wäre erst bei 305 km/h Schluss mit lustig. Der Vantage Roadster in der F1 Edition fühlt sich aber auf kurvigen Etappen wohler und auch hinter dem Steuer verspürt man jederzeit reichlich Fahrspaß.
Die Lenkung arbeitet in allen Modi äußerst präzise und liefert reichlich Feedback, die Bremsanlage packt gut zu und lässt sich auch bestens dosieren und auch das Fahrwerk lässt sich an die jeweilige Fahrsituation erstklassigen anpassen.

Dass der Vantage in der F1 Edition kein Schnäppchen ist, das sollte keine Überraschung sein. Die Roadster Version startet bei € 241.869,49 Euro, die Testversion ist knapp nochmals € 12.000 teurer mit deren Extras.

Was uns gefällt:

  • Das adaptive Fahrwerk
  • Der elegante Klang des Achtzylinders
  • Die Materialwahl
  • Die Kraftentfaltung des Aggregats

Was wir noch verbessern würden:

  • Die hohe steuerliche Belastung hierzulande

Fazit:

Der Aston Martin Vantage Roadster in der F1 Edition bietet nicht nur erstklassige Sportlichkeit, er zeigt sich im Test auch in der Roadster Version als Gran Turismo. Er gilt für uns als Geheimtipp neben den klassischen Sportlern. Es ist uns kaum eine Ausfahrt ohne Handy zücken der Passanten gelungen. Der Abschied ist uns keinesfalls leicht gefallen, da der Vantage Roadster in der F1 ein stimmiges Gesamtpaket bietet und auch verbrauchstechnisch mit knapp 12,5 Liter pro 100 Kilometer kein durstiger Gast war.

Factbox: Aston Martin Vantage F1 Edition Roadster

Motor/Antrieb

Motor: V8-Biturbo
Hubraum: 3.982 ccm
Leistung kW/PS:  393,38 kW/535 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 685 Nm bei 2.000 – 5.000 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebeart: ZF 8-Gang-Automatik
0-100 km/h: 3,7 Sekunden
V-Max: 305 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert, l/100 km: 11,6
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 12,5
CO2 Emissionen: 263 g/km

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA + HA: Scheibe geschlitzt
Felgen/Reifen: VA: 255/35 ZR21, HA: 295 30 ZR21

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.645 kg
L/B/H: 4,490 / 1,942 / 1,274 m
Radstand: 2,704 m
Kofferraumvolumen: 270 Liter
Tankinhalt: 73 Liter
Kraftstoff: Super Plus

Preise

Aston Martin F1 Edition Roadster zu haben ab: € 241.869,49,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 253.489,49,-

Sonderausstattung:

Aston Martin Premium Audio € 2.110
Bremssättel – Lime € 1.100
Erste Hilfe Set € 160
Dachhimmel in Alcantara € 1.840
Heckdiffusor in Wagenfarbe € 840
Touchpad € 760
Interieur Carbon Package (2×2 Twill S Carbon) € 4.360
Querstrebe in Schwarz € 450

(c) Bilder: Sebastian Poppe