Toyota GR Yaris Automatik im Test: Die tägliche Sonderprüfung

Der Toyota GR Yaris als Facelift Version mit 8-Gang-Automatikgetriebe im Test. Die überarbeitete Version durften wir bereits 2025 als Schalter testen, der sportliche Japaner hat uns sogar zum spontanen Ski-Trip begleitet – kein anderes Sportmodell hat uns bisher mehr Fahrspaß bereitet. Und nein, wir sind nicht auf Big Foots umgestiegen, aber klar, Platzwunder ist der GR Yaris keines, deswegen haben wir die Slalom-Carver eingepackt. Dennoch gäbe es für die Bergstraßln‘ keinen besseren Spaßmacher im Kompaktsegment.
Nun testen wir die Facelift-Version mit dem 8-Gang-Automatikgetriebe und sind gespannt welche Version uns mehr Sportlichkeit und Fahrspaß am Ende des Tages spendiert.

Interieur: Der Fahrer steht im Mittelpunkt

Während in anderen Segmenten über immer größere Displays Wettkämpfe ausgetragen werden, bleibt der GR Yaris eher dem Mäusekino treu. Hier hätte man gerne ein paar emotionale Anzeigen integrieren können – und da meinen wir gar nicht irgendwelche überdrüber Bildschirme, sondern eben digitale Rundinstrumente in ein „Racing-Menü“ packen, welches die ohnehin zahlreichen Emotionen symbolisiert.
Wer viel Wert auf cooles Infotainment legt, der sollte das Smartphone via Bluetooth verbinden. Deutlich kritischer sehen wir die Auflösung der Rückfahrkamera, die echt eingestaubt wirkt – da hätte man es lieber bei den klassischen Rückfahrsensoren belassen.
Aber da gibt es deutlich wichtigere Dinge. Die 2,5 Zentimeter tiefer montierten Sportsitze und die gesenkte Armaturentafel. Die Ausrichtung ist deutlich fahrerorientiert gestaltet und auch der Rückspiegel erhielt eine bessere Position, die nicht mehr störend wirkt.
Sowohl beim Einstieg in die zweite Reihe als auch beim Kofferraumvolumen will man keine neuen Rekorde erzielen und das ist auch gut so, die Sporttasche passt allemal rein und begeisterte Fans werden gerne in Reihe zwei des Rallye-Japaner Platz nehmen.
Gerne dürfte man bei den Schaltwippen noch auf etwas wertigeres Material zurückgreifen. Immerhin kommt es bei sportlicher Fahrt nicht selten vor, dass man die Paddles verwendet.

Fahrverhalten: Der Kurvenrabauke

Ist der Wandler-Automat nun tatsächlich ein Spaßverderber oder weniger emotional als der Schalter? Benötigt es tatsächlich ein Kupplungspedal für den ultimativen Rallye-Zwerg mit Straßenzulassung?

Nein, keinesfalls. Ganz abgesehen vom gewählten Fahrmodus variieren die Gangwechsel und Schaltzeiten zwischen „Alter Verwalter“ und „Knackwatschn deluxe“. Wer hier in den Eco-Modus wechselt, hat das Konzept wohl nicht ganz verstanden oder die Kontrolle über sein Leben verloren. Bereits im Normal Modus quittiert der Rallye-Zwerg mit Rev-matching und knallt in Millisekunden gleich mal ein paar Gänge retour.
Die Lenkung agiert präzise und liefert erstklassiges Feedback. Auch in der Facelift Version gibt es beim Fahrwerk großes Lob, denn trotz der sportlichen Abstimmung – hoppelt der Yaris GR keinesfalls über Unebenheiten und krallt sich im Kurvengetümmel mit der Michelin Bereifung in den Asphalt, dass es nur so eine Freude ist.

Die Eckdaten bleiben unverändert: Der Sprint auf Tempo einhundert meistert der GR in nur 5,5 Sekunden, die V-Max beträgt 230 Sachen. Der 1,6-Liter Dreizylinder-Turbobenziner leistet 280 PS und 390 Nm. Für besten Grip sorgt das Allradsystem, welches je nach Einstellung auch gerne mal das Heck tanzen lässt.
Weniger Emotion löst man mit der Abgasanlage, da könnte man deutlich mehr Klang aus dem Power-Dreizylinder rausholen.

Unser Fa(hr)zit:

Eine echte Grundlage für eine Diskussion liefert das minimal erhöhte Leergewicht der Automatik-Version nicht. Grundsätzlich ist diese Frage nicht relevant, da nur mehr wenige Fahrzeuge mit dem Automatik-Getriebe bei den Händlerbetrieben zu ergattern sind und somit keine neuen Bestellungen mehr angenommen werden.
Dennoch sind wir der Meinung, dass Toyota mit dieser 8-Gang-Wandlerautomatik einen riesigen Schritt gemacht hat und den wohl emotionalsten Kompakt-Racer auch kaum Emotionen geraubt hat.
Und jeder der dieses Modell mit dem Schaltgetriebe bereits gefahren ist, weiß genau wovon wir hier sprechen. Die Performance-orientierte Abstimmung, welche die tägliche Sonderprüfung selbst im Alltag symbolisiert, kostet tatsächlich eine Stange Geld.

Was uns gefällt:

Das Fahrverhalten (speziell auf kurvigen Strecken)
Das Rev-Matching
Die Sitzposition

Was wir noch verbessern würden:

Die Materialwahl der Schaltwippen
Eine bessere Auflösung der Rückfahrkamera
Den Auspuffklang modifizieren

Factbox: Toyota GR Yaris 1,6 High Performance, AT

Motor/Antrieb

Motor: 1,6 l Turbobenziner (Dreizylinder)
Hubraum: 1.618 ccm
Leistung kW/PS: 206 kW / 280 PS
Drehmoment:  390 Nm zwischen 3.250 U/min und 4.600 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebeart: 8-Gang-Automatik
0-100 km/h:  5,5 Sekunden
V-Max:  230 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert l/100 km:  9,5-9,6
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 9,9
CO2 Emissionen nach WLTP:  215g/km

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen (belüftet und geschlitzt)
Felgen/Reifen: 225/40 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht:  1.356-1.368 kg
L/B/H: 3,995 m /1,805 m /1,455 m
Radstand:  2,560 m
Kofferraumvolumen:  207 Liter
Tankinhalt:  50 Liter
Kraftstoff: Super Plus

Preise

Toyota GR Yaris erhältlich ab: € 58.190
Toyota GR Yaris Automatik erhältlich ab: € 68.390,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 68.390,-

(c) Bilder: Sebastian Poppe