Die französische Premium-Marke hat ihren Edel-Kompakten aufgefrischt und ihm auch eine neue Modellbezeichnung verliehen. Wir testen die Mildhybrid-Version in der Ausstattungslinie Etoile Nappaleder. Wie sich das französische Edel-Kompaktmodell im Test schlägt, das lest ihr hier.
Exterieur: Gegen den Strom mit Stil und Eleganz
Die wohl größten Änderungen betreffen die Front des Premiumkompakten. Das Markenlogo ist nun beleuchtet und auch die Verbindung zu den V-förmigen Tagfahrlichtern bildet nun ein vertikales Lichtband. Dazu gesellen sich schmale Matrix-LED Scheinwerfer, die zu später Stunde erstklassige Arbeit leisten. Das abfallende Heck wirkt weiterhin sehr dynamisch und die LED-Rückleuchten mit 3D-Effekt sorgen auch hier für jede Menge Eleganz. Die ausfahrbaren Türgriffe unterstreichen dies zusätzlich.











Interieur: Hochwertige Materialwahl, luftige Raumverhältnisse, aber teilweise verschachtelte Bedienung
Die französische Premiummarke lässt sich selbst im Kompaktsegment keinesfalls lumpen. Auf Anhieb fühlt man sich im Innenraum des A3-Gegners pudelwohl. Die Materialwahl könnte besser nicht ausfallen – dass sogar in der Ausstattungslinie die hochwertige Bezeichnung der Materialwahl steckt, ist schon Ehrensache.
DS ist bekannt dafür, dass man gewisse Dinge außergewöhnlich löst (sei es die Platzierung der Fensterheber oben an der Türverkleidung, den Startknopf mittig oder die Spiegeleinstellung links unterhalb vom Volant) – hier benötigt es eben eine gewisse Eingewöhnungsphase. Dies gilt auch für die Infotainment-Zentrale oder die haptischen Tasten (die übrigens alle gleich aussehen) unterhalb des Infotainment-Displays.
Großes Lob gilt für das erstklassige Focal-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und einer Leistung von rund 700 Watt, welches für eine erstklassige Soundkulisse sorgt.
Schade finden wir, dass die Ledersitze über keine Sitzklimatisierung verfügen, dies wäre speziell bei den hochsommerlichen Temperaturen wünschenswert (diese Option ist leider nur für die Diesel- und PHEV-Version verfügbar). Deutlich besser gefällt das neue Head-up-Display mit erstklassiger Übersichtlichkeit.
Auch bei den Raumverhältnissen des 4,40 Meter Kompakten darf man keinesfalls nörgeln. Hinterbänkler können bis ca. 1,80 Meter trotz der abfallenden Dachlinie problemlos Platz nehmen und auch das Kofferraumvolumen mit 430 Liter wirkt geräumig, sodass auch Urlaubsfahrten kein Hindernis darstellen. Die Rückbank kann im Verhältnis 60:40 umgelegt werden, Wintersportler werden sich über die Durchreiche freuen.









Fahrverhalten: Der Komfort-Meister
Die Antriebspalette des DS N°4 bietet einen Mix aus Diesel, Mildhybrid, Plug-in-Hybrid und der rein elektrischen Version. Die Testversion verfügte über die Mildhybrid-Version mit dem Dreizylinder-Turbobenziner inklusive Mildhybrid-System. Die 145 PS Systemleistung wirken am Papier mit ihren 9,5 Sekunden wohl etwas bescheiden. In der Praxis überrascht diese Motorisierung mit ausreichender Power, ohne in etwaigen Situationen etwa untermotorisiert zu sein. Klar ist der DS N°4 damit kein Sportler, aber dieser punktet ohnehin mit mehr Komfort und Eleganz.
Dies spiegelt sich auch speziell beim Fahrwerk: Unebenheiten werden fein weggebügelt und das Komfortlevel ist nahezu unschlagbar.
Mittels dem Mildhybrid-System gewinnt man zusätzlichen Komfort, da speziell im urbanen Bereich zahlreiche Etappen rein elektrisch zurückgelegt werden und die Abstimmung harmonisch wirkt.
Im Test genehmigte sich der edle Franzose 6,2 Liter pro 100 Kilometer. Speziell auf Autobahn-Etappen würde man sich statt der Sechsgang-Automatik noch zwei Gänge mehr wünschen, um die fünf vor dem Komma zu sehen. Immerhin ist der Diesel mit acht Gängen und selbst die PHEV-Version mit sieben Gängen ausgestattet.
Unser Fa(hr)zit:
Mit dem gelifteten DS N°4 spricht man keinesfalls die breite Masse an, es sind wohl eher Individualisten, die sich mit hohem Komfort und der Premium-Haptik belohnen. Die Antriebspalette bietet die Qual der Wahl, wobei dies auch für die einzelnen Ausstattungslinien zählt. Klarerweise bewegt man sich auch bei der Preispolitik auf Premium-Niveau, erhält aber eine umfangreichere Serienausstattung und eine deutlich kürzere Optionsliste als bei der Konkurrenz. Die Bedienung benötigt eine gewisse Eingewöhnungsphase, die Sitze dürften in der Testversion gerne über eine Klimatisierung verfügen und das Automatikgetriebe dürfte gerne über zwei Gänge mehr verfügen.
Was uns gefällt:
Die hochwertige Materialwahl
Der hohe Komfort
Das eigenständige Exterieur
Was wir noch verbessern würden:
Ein 8-Gang Automatikgetriebe für die Mildhybrid-Version
Die teilweise verschachtelte Bedienung
Eine Sitzkühlung für die Etoile-Nappaleder-Version (als Mildhybrid)
Factbox DS N°4 Etoile Nappaleder
Motor/Antrieb:
Motor: Dreizylinder Benzinmotor inkl. Mildhybrid-System
Hubraum: 1.199 ccm
Leistung Verbrenner in kW/PS: 100 /136
Leistung Elektromotor in kW / PS: 21/28,5
Drehmoment: 230 +51 Nm
Antrieb: Vorderradantrieb
Getriebeart: 6-Gang-Automatik
0-100 km/h: 9,5 sek
V-Max: 202km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 5,2 l/100 km (nach WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 6,2 l/100 km
CO2 Emissionen: 116-117 g/km
Fahrwerk/Reifen/Bremsen
Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen
Felgen/Reifen: 205/55 R19
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.463 kg
L/B/H: 4,400 / 1,866 / 1,470 m
Radstand: 2,675 m
Kofferraumvolumen: 430 Liter
Tankinhalt: 52 Liter
Kraftstoff: Benzin
Preise
DS N°4 zu haben ab: € 38.280,-
DS N°4 Etoile Nappaleder Hybrid zu haben ab: € 45.480,-
(c) Bilder: Sebastian Poppe
