Die italienische Automarke Fiat wurde 1899 gegründet und ihr größter Erfolg war der Bau des Fiat 500. Bereits über 7 Millionen Cinquecentos sind seit 1957 produziert worden. Nach dem der Fiat 500 als rein elektrisches Fahrzeug am Markt ist, gesellt sich nun ein Model mit moderner Mild-Hybrid-Technologie hinzu. Das Sondermodell Torino erinnert mit zahlreichen Design-Details an den Ursprung des Fiat 500. Erzeugt wird der kleine wendige Stadtflitzer wieder im Werk Mirafiori in Turin und damit kehrt er zu seinen Wurzeln zurück. Wir kamen in den Genuss das Sondermodell Torino zu testen und hier erfährt ihr, wie sich der Italiener in der Stadt, auf der Landstraße und auf der Autobahn schlägt, wo seine Stärken liegen und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.
Exterieur: Italienischer Charme & Retro-Look
Wie man es von Fiat gewohnt ist, ist auch der Fiat Hybrid mit runden Formen, klaren Linien und liebevollen Details ausgestattet. Schon auf den ersten Blick glänzt der Fiat 500 Torino mit seiner exklusiven Sonderlackierung „Sun of Italy“ und es kommt ein wenig Wehmut nach Italien auf. Die typisch runden Scheinwerfer sind mit Voll-LED Technologie ausgestattet und die neu gestaltete Frontschürze mit größerem Lufteinlass für den Hybrid-Benzinmotor lassen den kleinen Italiener bulliger wirken. Der verchromte 500er Schriftzug am Kühlergrill sowie die gestylten Leichtmetallräder spiegeln den Chic der Italiener wider. Als liebevolles Detail haben wir die seitliche Chrome Plakette mit 500 Torino Schriftzug empfunden. Am Heck sind ebenfalls LED-Rückleuchten angebracht sowie der Hybrid-Schriftzug als Erkennungsmerkmal.







Interieur: Stilvoller Innenraum mit Torino Designelementen
Hat man mal Platz genommen im Fiat 500 Torino ist man überrascht, wie viel Platz im vorderen Bereich vorhanden ist. Auffällig ist auf jeden Fall der coole Retro-Schalthebel, welcher gut positioniert ist. Der große runde Knauf liegt gut in der Hand. Das Lenkrad ist in Höhe und Tiefe verstellbar und verfügt über Multifunktionstasten sowie den in der Mitte integrierten 500-Schriftzug.
Hinter dem Lenkrad ist das digitale Cockpit angebracht, welches für eine gute Ablesbarkeit sorgt. Head-up-Display gibt es leider nicht. Weiters verfügt der Fiat 500 Hybrid Torino über ein 10,25-Zoll großes Infotainmentsystem, welches intuitiv bedienbar ist. Darunter befindet sich eine Leiste mit analogen Tasten für die Klimasteuerung Ein Hingucker ist auch das Fach für das Laden des Handys, welches mit der Silhouette der Stadt Turin ausgestattet ist.
Die Sitze sind mit einem hübschen Karostoff bezogen, jedoch nicht in Höhe verstellbar. Die Kopfstützen werden von 500 Logo geziert und darunter liest man „Fabbrica Italiana Automobili Torino“. Auch hier wieder der Hinweis: Zurück zu den Wurzeln.










Sehr chic fanden wir auch, dass das Armaturenbrett in der coolen Wagenfarbe erstrahlt. Großteils wurden eher harte Materialen verwendet, die jedoch gut verarbeitet sind und für einen Kleinwagen unserer Meinung nach in Ordnung sind.
Ein wenig zu laut und auch nervig haben wir das laute Hupen beim Keyless Entry & Go System beim Entriegeln oder Verriegeln empfunden und wenn man es ausschaltet wird gar kein Geräusch abgegeben.
Nervig ist auch, dass man nach abstellen des Motors die Beifahrertüre bzw. den Kofferraum mittels Schlüssel entriegeln muss – damit hat der Keyless-Zugang nur wenig Sinn.
Platzverhältnisse im Fond und Kofferraum
Nutzt man den Fiat 500 Hybrid allein oder zu zweit sind die Platzverhältnisse in Ordnung. Im Fond ist nicht allzu viel Platz und daher ist die Rückbank eher für Kinder geeignet. Bei kürzeren Fahrten können auch Erwachsene leicht verkrümmt mitfahren. Für längere Etappen ist dies nicht zu empfehlen. Der Kofferraum ist für einen Kleinwagen in Ordnung und dieser kann von 183 Liter auf bis zu 440 Liter bei umgelegter Rückbank (diese kann aber leider nur als Ganze umgelegt werden), darüber hinaus muss man sich mit der recht hohen Ladekante anfreunden.
Wie fährt sich nun der kleine Italiener?
Beim ersten Blick ins Datenblatt kann man es kaum glauben. Der Fiat 500 Hybrid kommt in allen Ausstattungslinien mit nur 48 kW/65 PS und 92 Nm Drehmoment auf den Markt. Für die Stadt ok, aber wie schlägt sich der Italiener auf der Landstraße und Autobahn?
Ja, leider recht zäh. 16 Sekunden aus dem Stand auf Tempo hundert und 155 km/h Top-Speed.
Einerseits sind wir von zahlreichen Elektromodellen mit Sportwagen-Werten bereits sehr verwöhnt, andererseits würde man sich einen Sportwagen auch niemals kaufen und dann über das Ladevolumen raunzen. Gleiches gilt für den Fiat 500 Hybrid – diesen kauft man um in der Stadt die kleinste Parklücke zu ergattern bzw. aufgrund seiner Wendigkeit (9,7 Meter Wendekreis). Wem dies nicht reicht, der muss zur E-Version oder zur Abarth-Version greifen.
Aber zurück zum Fiat 500 Hybrid: Die Sechsgang-Schaltung verfügt eher über lange Wege und recht weiche Gassen – sodass man auch gerne mal die falsche erwischt.
Auf längeren Etappen merkt man, dass das Fahrwerk recht holprig abgestimmt ist und Querfugen bzw. Unebenheiten in den Innenraum weitergereicht werden. In der Stadt fühlt sich der 500 Hybrid keinesfalls untermotorisiert an, hier schwimmt man mit dem Verkehr mit.
Die milde Elektro-Unterstützung merkt man kaum, da dürfte speziell beim Anfahren mehr Drehmoment zur Verfügung gestellt werden.
Mit einer Reichweite von über 500 Kilometer pro Tankfüllung (Testverbrauch 6,6 Liter pro 100 Kilometer) ist er der Elektroversion jedenfalls weit voraus, dies gilt auch für den günstigeren Einstiegspreis von € 4.500. Der Mix aus beiden Motorisierungen ist sicherlich die bessere Lösung, somit können die Kunden selbst entscheiden.
Fazit:
Der Fiat 500 Hybrid Torino überzeugt eindeutig mit seinem Design, den vielen liebevollen Details an die Stadt Turin und der tollen Farbe „Sun of Italy“. Ein weiterer Vorteil ist sicher der Preis gegenüber dem elektrischen Modell. In der Stadt beweist er sich anhand seiner Länge von 3,6 Meter womit selbst kleine Parklücken ein Kinderspiel sind. Außerorts fühlt sich der kleine Italiener nicht mehr so wohl und steht eher schlecht im Futter. Die Rückbank kann leider nicht geteilt umgelegt werden und die Hinterbänkler sollten eher nur auf kurzen Etappen Platz nehmen.
Was uns gefällt:
- Das Design
- Die Wendigkeit
- Die vielen Hinweise an die Herkunft des Fiat 500
Was wir verbessern würden:
- Die Fahrleistungen außerhalb der Stadt
- Eine Rückbank, die pro Sitz umgeklappt werden kann
Factbox Fiat 500 Hybrid Torino
Motor/Antrieb:
Motor: Dreizylinder Benzinmotor inkl. Mildhybrid-System
Hubraum: 999 ccm
Leistung Verbrenner in kW/PS: 48 kW/65 PS
Drehmoment: 92 Nm
Antrieb: Vorderradantrieb
Getriebeart: 6-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h: 16,2 Sekunden
V-Max: 155 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 5,3 – 5,4 l/100 km (nach WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 6,6 l/100 km
CO2 Emissionen: 119-125 g/km
Fahrwerk/Reifen/Bremsen
Bremsen: VA: Scheibenbremsen, HA: Trommelbremsen
Felgen/Reifen: 195/55 R16
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.064 kg
L/B/H: 3,631 / 1,684 / 1,532 m
Radstand: 2,322 m
Kofferraumvolumen: 183 Liter
Tankinhalt: 37 Liter
Kraftstoff: Benzin
Preise
Fiat 500 Hybrid zu haben ab: € 19.650,-
Preis Testfahrzeug Fiat 500 Torino inkl. NoVA und MWSt: € 22.150,-
(c) Bilder: Sebastian Poppe
