Einen Bestseller wie den T-Roc im Generationenwechsel völlig umzukrempeln wäre sicherlich keine gute Idee. Ganz nach dem Motto „never change a running system“ geht es eben auch nicht. Die Wolfsburger haben bei den bekannten Problemzonen der ersten Generation angesetzt und große Arbeit geleistet.
Wir fahren die zweite Generation in der sportlichen R-Line mit dem 150 PS Turbobenziner mit milder Elektrifizierung und 7-Gang DSG.
Exterieur: Lichtspiele deluxe
In der Länge wächst die zweite Generation um 13 Zentimeter auf eine Gesamtlänge von 4,37 Meter und macht das Erfolgsmodell noch attraktiver. Bei der Designsprache lehnt man sich bei anderen neuen VW-Modellen (Tiguan, Tayron und Golf) an.
In der Testversion stechen die in schwarz gehaltenen Lufteinlässe als auch die durchgehende Lichtleiste und das beleuchtete Markenlogo ins Auge. Gleiches gilt auch am Heck, wo ebenfalls große Lichtspiele stattfinden und den Wolfsburger zum Blickfänger verwandeln.







Interieur: Deutlich gewachsen
Der wohl größte Kritikpunkt der ersten Generation hat die Materialwahl des Interieurs betroffen. Bereits im Zuge des Facelifts wurde nachgebessert. Bei der zweiten Generation benötigt es für diesen Gedanken keine Überarbeitungsmaßnahmen – speziell am Armaturenbrett hat man zu nachhaltigen Materialien gegriffen, die Seiten der Mittelkonsole wurden weich verkleidet, sodass man nur mehr im unteren Bereich und in den Türtafeln auf härteres Plastik fasst. Auch auf Klavierlack haben die Wolfsburger in der neuen Generation verzichtet.
Großes Lob gibt es für die haptischen Tasten am Volant, vier Fensterheber und das klassische Drehrad für die Spiegeleinstellung. Darüber hinaus verfügt man sogar über einen Drehregler in der Mittelkonsole, womit man die Lautstärke der Audio-Einheit oder den Fahrmodi wechseln kann.
Die Infotainment-Einheit wird nun auf einen deutlich größeren Screen (bis zu 12,9-Zoll) projiziert. Die gewünschte Temperatur der Klimaeinheit muss leider noch über den holprigen, aber bereits beleuchteten Slider gesteuert werden. Auch die Bedienung der Lenkstockhebel benötigt eine kleine Eingewöhnungsphase: An der linken Seite die Kombi aus Blinker und Scheibenwischer und an der rechten Seite der Gang-Wahlhebel (ident wie bei den E-Modellen).
Deutlich cooler finden wir die Anordnung der einzelnen Menüpunkte als auch die Schnellzugriffsleiste, womit man nervige Assistenzsysteme flott deaktivieren kann.
Großes Lob gibt es für die recht luftige Beinfreiheit in zweiter Reihe – die 14 Zentimeter wirken sich aber auch in Reihe eins sehr positiv aus.
Der Kofferraumvolumen bietet bereits in der Basis 475 Liter (also rund 30 Liter mehr als bisher) und kann nach umlegen der Rücksitzbank auf 1.350 Liter erweitert werden.











Fahrverhalten: Mildhybrid mit Segelmodus und reichlich Alltagssportlichkeit
In der Testversion konnten wir die derzeit verfügbare Topversion unter die Lupe nehmen. Die Rede ist von dem 1,5-Liter Vierzylinder-Turbobenziner mit milder Hybridisierung (sprich 48-Volt-System mit einem Riemen Startergenerator), welche 18 PS zusätzlich spendiert. Speziell im unteren Drehzahlbereich wird somit die Anfahrtsschwäche mit E-Unterstützung reduziert. Im Teillastbetrieb senkt man mithilfe einer Zylinderabschaltung für bessere Effizienz – das Ergebnis im Alltag sind 6,8 Liter pro 100 Kilometer.
Spürbar ist diese Technologie im Alltag nicht, hier merkt man lediglich vereinzelte Segelphasen und gute Dämmung (speziell bei höheren Geschwindigkeiten), die dem C-Segment SUV jede Menge zusätzlichen Komfort spendieren.
Auch Sportlichkeit kann der neue Wolfsburger. Im Alltag steht man mit dem 1,5-Liter Vierzylinder mit 110 kW / 150 PS gut im Futter, aus dem Stand auf Tempo einhundert geht es in 8,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 212 km/h.
Kurvige Strecken bereiten dank der gut dosierbaren Lenkung und dem erstklassig abgestimmten Sportfahrwerk (es gäbe auch noch eine adaptive Version gegen Aufpreis) jede Menge Fahrspaß.
Nächstes Jahr soll dann auch die R-Version auf den Markt kommen und die Sportlichkeit nochmals auf ein ganz anderes Level bringen. Davor wird heuer noch eine Vollhybrid-Version auf den Markt kommen.
Unser Fa(hr)zit:
Der hochbeinige Topseller aus Wolfsburg in zweiter Generation meistert seine Aufgaben vorbildlich. Das deutlich gewachsene Außenmaß als auch der minimal gestreckte Radstand sorgen für luftige Raumverhältnisse in beiden Reihen und minimieren die Distanz zum größeren Markenbruder Tiguan. Auch bei der Materialwahl hat man im oberen Bereich im Vergleich zum Vorgänger feiner gearbeitet. Auch die Bedienung der Infotainment-Zentrale wirkt trotz ausschließlicher Touch-Steuerung sehr intuitiv.
Auch echte Lenkradtasten und sogar einen Dreh- und Drückregler in der Mittelkonsole gibt es. Etwas gewöhnungsbedürftig finden wir die neu designten nach oben klappenden Türöffner, den sehr empfindlichen Slider der Klimasteuerung und die Lenkstock-Kombi aus Blinker und Scheibenwischer. Preislich ist der T-Roc in der Topausstattung natürlich auch kein Schnäppchen – punktet jedoch mit umfangreichen Optionen aus höheren Klassen.
Factbox: VW T-Roc R-Line eTSI DSG
Motor/Antrieb
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner mit Mildhybrid-Unterstützung
Hubraum: 1.498 ccm
Leistung kW/PS: 110 kW/ 150 PS
Drehmoment: 250 Nm zwischen 1.500 und 3.500 U/min
Antrieb: Front
Getriebeart: 7-Gang DSG
0-100 km/h: 8,9 Sekunden
V-Max: 212 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 6,8 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: l/ 5,6-6,4 100 km
CO2-Emissionen: 128-145 g/km
Reifen/Felgen/Bremsen
Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen (vorne + hinten innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 225/45 R19
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.474 kg
L/B/H: 4,372/1,828/1,573 m
Radstand: 2,629 m
Tankinhalt: 50 Liter
Kraftstoff: Super 95
Kofferraumvolumen: 475-1.350 Liter
Preise
VW T-Roc zu haben ab: € 29.990
VW T-Roc R-Line eTSI DSG zu haben ab: € 42.990
Preis Testfahrzeug inkl. NoVa und MwSt: € 48.014,78,-
Sonderausstattung:
Außenlackierung: Celestial Blue € 830,72
Easy Open & Close € 399,36
Parkpaket € 158,72
Technikpaket IQ Drive € 1.120
Lichtpaket IQ Light € 549,12
Infotainment-Paket Discover € 943,36
Design-Paket Black Style € 682,24
NoVA-Abschlag -€ 350
(c) Bilder: Sebastian Poppe
