Ford Mustang Mach-E GT Rally im Test: Schotter-Dynamiker

Der Ford Mustang Mach-E GT zählt ganz klar zu den Performance-Modellen unter den Vollzeit-Stromern. Wir fahren die Topversion mit dem neuen Rally-Paket und testen die Unterschiede zum klassischen GT. So schlägt sich der Allradler mit 358 kW Leistung im Alltag.

Exterieur: Spezielles Rallye-Setup!

Mach-E Spezialisten werden den Unterschied zum „Basis-GT“ sofort erkennen. Bei der Wahl der Rally-Version verfügt man über spezielle Alufelgen im Rally Design (diese können in Schwarz oder Weiß) geordert werden und verfügen über eine spezielle Bereifung von Michelin. Dazu gesellt sich ein Heckspoiler – ähnlich wie beim Focus RS, welcher dem Performance-Vollzeit-Stromer noch mehr Abtrieb spendiert. Darüber hinaus ist am Fahrzeug ein spezieller Unterbodenschutz angebracht und ein Rallye-Fahrwerk verbaut. Sogar ein Rallye-Sport-Fahrmodus steht zur Wahl, wenn man auf unbefestigten Strecken unterwegs sein sollte. Und wie sollte es anders sein bei einer Version mit diesem Zusatz – die Streifen an der Motorhaube und am Heck dürfen natürlich nicht fehlen.

Interieur: Sportlichkeit mit jeder Menge Platz!

Sofort stechen die Ford Performance Sportsitze ins Auge und verfügen über einen Mach-E Rally Schriftzug.
Ebenso nicht zu übersehen ist das im Hochformat angeordnete Infotainment-System. Dieses reagiert nicht nur flott auf einzelne Befehle, es ist auch sehr benutzerfreundlich gestaltet. Hinter dem Lenkrad bekommt man ein zusätzliches Display für die wichtigsten Infos spendiert.
Die Ablagen fallen sehr großzügig aus und dies zählt auch für die Raumverhältnisse in beiden Reihen. Großgewachsene werden aufgrund der abfallenden Karosserieform ein wenig den Kopf einziehen müssen, aber dies nimmt man gerne in Kauf.
Das Kofferraumvolumen in der Basis ist mit 519 Liter angegeben und reicht allemal im Alltag aus.
Der Mustang Mach-E GT ist grundsätzlich sehr gut gedämmt und die in der Testversion verbaute Soundanlage von B&O verwandelt den Performance-Stromer in einen fahrenden Konzertsaal.

Fahrverhalten und Lademanagement: Anderes Fahrwerk, aber dennoch keine Perfomance-Linderung!

Die wohl größte Änderung im Vergleich zur GT-Version ohne Rally Paket betrifft das um 20 mm höhere Fahrwerk. Wie bereits erwähnt ist in der Testversion ein spezielles MagneRide-Fahrwerk verbaut und dieses reagiert weniger nervös auf Schläge und Unebenheiten. Die Basis GT-Version quittierte im Praxistest mit unglaublicher Kurvendynamik, aber eben mit recht straffem Setup, das wohl im Alltag teilweise schon recht grenzwertig ist.
Mit dem Rally Paket verliert man zwar etwas an Härte und bei groben Unebenheiten prescht es Dir eben nicht gleich die Zähne raus – dennoch bleibt selbst bei sportlicher Gangart die unglaubliche Präzision erhalten. Immerhin sprechen wir von 358 kW / 487 PS Spitzenleistung und einem maximalen Drehmoment von 950 Nm, die den 2,35 Tonnen Mach-E GT in unter vier Sekunden auf Tempo einhundert beschleunigen.
Viele E-Modelle mit ähnlichen Leistungsdaten schaffen das auch, aber eben mit gefühlt nicht mal der halben Ladung an Emotion und die steht bei uns an erster Stelle. Der Mach-E GT sorgt mit seinem sportlichen Einlenkverhalten und reichlich Feedback der Fahrbahn für jede Menge Fahrspaß – klar muss man immer die Geschwindigkeit im Auge behalten, denn beim straffen Gasfuß ist man schnell im Kriminal unterwegs.

Erstklassig finden wir auch, dass wir die maximale Ladeleistung von 150 kW am Schnelllader überbieten konnten. Leider fällt diese aber rasch wieder ab und die durchschnittliche Ladeleistung von 10 bis 80 Prozent lag leider nur bei 95 kW, womit man rund 40 Minuten einrechnen sollte. Und dies ist unserer Meinung nach der wohl größte Kritikpunkt bei solch einem spaßigen und geräumigen Performance-Modell. Und wir reden hier gar nicht davon, dass der Mach-E nun unbedingt über die 800 Volt-Technik verfügen muss. Es würde schon helfen, wenn die durchschnittliche Ladeleistung auf 120 kW gesteigert werden könnte.
Immerhin glänzt der Mach-E bei frühlingshaften Temperaturen im Schnitt mit 22 kWh pro 100 Kilometer im Drittelmix. Selbst bei sportlicher Fahrweise sind es rund 27 kWh pro 100 Kilometer.

Unser Fa(hr)zit:

Mit dem Rally Paket und dem entsprechenden Setup lässt man den Mach-E GT auch auf unbefestigten Straßen glänzen. Damit verliert er keinesfalls seine Daily-Gene und überrascht im Alltag mit reichlich Platz und entsprechender Performance. Bei der durchschnittlichen Ladeleistung würden wir uns noch ein wenig Feinschliff wünschen.

Was uns gefällt:

Das Raumangebot
Die simple Bedienung
Die Alltagstauglichkeit gepaart mit jeder Menge Performance
Das Soundsystem
Die Sportsitze

Was wir noch verbessern würden:

Die durchschnittliche Ladeleistung
Zu Testbeginn die speziellen Türgriffe

Factbox – Ford Mustang Mach-E GT AWD inkl. Rally Paket

Motor/Antrieb

Motor: Zwei Elektromotoren, Batteriekapazität 99 kWh (davon 91 Netto)
Leistung kW/PS: 358 kW/ 487 PS
Drehmoment:  950 Nm
Antrieb: Allrad
Getriebeart: Automatik
0-100 km/h:  3,8 Sekunden
V-Max:  200 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert:  21,0 kWh/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 23 kWh/100 km
Reichweite nach WLTP:  515 km

Ladedauer

Wallbox, 11 kW (Ladezeit 10 bis 80 %): 10 Stunden 18 Minuten
Gleichstrom-Schnellader, 150 kW (Ladezeit 0-80%): ca. 36,2 Minuten

Bremsen/Reifen/Felgen

Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen (innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 235/55 R19

Gewicht und Maße

Leergewicht:  2.351 kg
L/B/H: 4,743 m /1,881 m / 1,613 m
Radstand:  2,984 m
Kofferraumvolumen: 519-1.420 Liter + Frunk 73,6 Liter

Preise

Ford Mustang Mach-E zu haben ab: € 55.100 / Aktionspreis ab € 45.818,-
Ford Mustang Mach-E GT zu haben ab: € 78.100,- / Aktionspreis ab € 67.438
Preis Testwagen inkl. Steuern: € 83.400,-

Sonderausstattung

Lackschutz der unteren Karosserie € 350
19-Zoll Alufelgen – Rally Design in Schwarz € 450
Mach E Rally Paket € 3.000
Lackierung: Velocity Blue € 1.500

(c) Bilder: Sebastian Poppe