Firefly select im Test: Optische Täuschung!

Bereits Ende letzten Jahres durften wir bei der Österreich-Premiere von NIO in den Modellen Platz nehmen. Hier konnten wir auch den firefly im Erstkontakt unter die Lupe nehmen, dieser muss ohne das bekannte Batteriewechsel-System auskommen. Nun fahren wir das Viermeter Modell in seiner Einstiegsversion im Test. Wie sich der Vollzeit-Stromer im Alltag schlägt, das lest ihr hier.

Exterieur: Blickfänger durch und durch

Der firefly ist hierzulande ganz klar noch eine Neuerscheinung, wird aber mit zahlreichen Daumen nach oben bzw. schrägen Blicken begrüßt.

Kein Wunder, denn das Trio-Licht und dem eingefassten Panel (sowohl an Front- und Heck) sorgen für ein einzigartiges Auftreten.
Dazu gesellt sich auch bereits in der Basisversion eine sehr umfangreiche Serienausstattung: V2L-Funktion, Klimaautomatik, Dolby Atmos Soundsystem mit 14 Lautsprecher, Sitz- und Lenkradheizung, zahlreiche Assistenzsysteme, Ambientebeleuchtung mit 256 Farben und vieles mehr.

Interieur: Überraschendes Raumwunder!

Der Zugang gelingt via NFC-Karte – diese wird ca. 10 mm über dem NFC-Sensor am linken Außenspiegel gehalten. Dies ist aber nicht die einzige Möglichkeit für die Ver- und Entriegelung. Mittels firefly App ist man dann nicht mehr ausschließlich auf die Fahrerseite gebunden.

Die wohl größte Stärke des firefly ist ganz klar das clevere Raumkonzept. Trotz seiner kompakten Außenlänge von vier Meter bietet das Fahrzeug im Interieur selbst für großgewachsene Passagiere in beiden Reihen reichlich Kopf- und Beinfreiheit. Dies gilt auch beim Ladevolumen – das Kofferraumvolumen in der Basis beträgt 404 Liter, bei umgelegter Rückbank bis zu 1.253 Liter. Als wäre das nicht genug, bietet der firefly einen zusätzlichen Frunk mit nochmals 92 Liter – dieser verfügt sogar über eine Ablassöffnung und kann ganz easy ausgewaschen werden. Der firefly überrascht darüber hinaus auch mit cleveren Verstaufächer beispielweise unter dem Beifahrersitz oder auch unter den Rücksitzen.

Das Display hinter dem recht kompakten Zweispeichen-Lenkrad misst 6-Zoll und liefert die nötigen Details. Die zentrale Bedieneinheit bietet ein 13,2-Zoll großes Display. Selbst die Klimasteuerung als auch die Lichteinstellung muss über dieses Touch-Element gesteuert werden. Apple CarPlay funktioniert grundsätzlich kabellos – die Auswahl muss leider nach jedem Start erneut angeklickt werden.

Fahrverhalten und Lademanagement: Leichtgewicht mit spaßigem Setup!

Das kompakte Raumwunder ist mit 105 kW / 143 PS und 200 Nm reichlich motorisiert, da das Leergewicht lediglich knapp 1,5 Tonnen beträgt. Grund dafür ist auch der eher kompakte Akku mit einer Nettokapazität von 41,2 kWh.

Der Sprint auf Tempo einhundert gelingt in 8,1 Sekunden. Und selbst auf der Autobahn ist man mit einer V-Max 150 km/h gut aufgestellt.
Klar wird man eher den urbanen Bereich in Betracht ziehen, aber auch auf längeren Etappen schlägt sich der Viermeter-Chinese bravourös.

Rund 18 kWh pro 100 Kilometer genehmigte sich der firefly im Zuge unserer Testfahrt – bei einem SoC von 100-10 Prozent ergeben sich somit rund etwas mehr als 200 Kilometer. Rein im urbanen Bereich wird man bestimmt rund 100 Kilometer mehr mit einer Ladung zurücklegen.
Die maximale Ladleistung betrug im Test 78 kW, damit konnte die Ladung von 20-80 Prozent in 25 Minuten abgeschlossen werden.

Der firefly punktet nicht nur mit seinem flinken Wendekreis von 9,4 Meter, auch das Fahrverhalten ist mit der Kraftverteilung an die Hinterachse und dem bereits erwähnten, kompakten Volant recht spaßig.
Gerne dürfte der Fernlicht-Assistent früher abblenden und auch der Aufmerksamkeitswarner weniger rasch den Piloten ermahnen.

Preislich startet der firely bei € 29.990, wohlgemerkt mit einer sehr umfangreichen Serienausstattung. Damit ist der firefly im direkten Konkurrenzkampf gut aufgestellt – beim Raumangebot ist er hingegen unschlagbar.

Unser Fa(hr)zit:

Der firefly geht ganz klar als geräumiger, kompakter Stromer mit Blickfang-Garantie durch. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man sich auch bei der Touch-Bedienung zurecht. Im urbanen Bereich fühlt sich der firefly pudelwohl – auf längeren Etappen dürfte der Akku gerne noch etwas größer ausfallen. Der Fernlicht-Assistent reagiert bei Gegenverkehr oftmals sehr spät und Apple CarPlay startet leider nicht automatisch, sondern erst auf Knopfdruck.

Was uns gefällt:

Die Platzverhältnisse
Der große Frunk
Die Parkplatzsuche wird zum Kinderspiel
Das Gokart-ähnliche Fahrverhalten

Was wir noch verbessern würden:

Eine Variante mit einem größeren Akku
Den Fernlicht-Assistent
Dass Apple CarPlay automatisch gestartet wird

Factbox: firefly select

Motor/Antrieb

Motor: Permanentmagnet
Leistung kW/PS: 105 kW/ 143 PS
Batteriekapazität netto (kWh): 41,2
Batterietyp: Lithium Eisenphosphat
Drehmoment: 200 Nm
Antrieb: Heck
Getriebeart: Automatik, einstufig
0-100 km/h: 8,1 Sekunden
V-Max: 150 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert: 14,5-15,2 kWh/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 18 kWh/100 km
Werksangabe Reichweite: 320-330 km kombiniert

Ladedauer (Herstellerangaben)

Ladedauer Wallbox 11 kW (Ladezeit bis 100 %): ca. 4 Stunden
Gleichstrom-Schnellader, 100 kW (Ladezeit 10% – 80 %): ca. 29 Minuten

Bremsen/Reifen/Felgen

Bremsen: VA: belüftete Scheibenbremsen, HA: Scheibenbremsen
Felgen/Reifen: 215/50 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.467-1.492 kg
L/B/H: 4,003 m / 1,885 m / 1,557m
Radstand: 2,615 m
Kofferraumvolumen: von 404-1.253 Liter // Frunk: 92 Liter

Preise

firefly zu haben ab: € 29.990,-
Preis Testfahrzeug inkl. Steuern: € 31.020

Sonderausstattung

Exterieur Farbe: Marbel € 650
11kW, 3-phasiges Bordladegerät € 380

(c) Bilder: Sebastian Poppe