Skoda Elroq 85x im Test: Der Erfolgs-Stromer

Mit dem Elroq hat Skoda einen neuen Bestseller als Vollzeit-Stromer im Programm. Wir haben die 85x Version im Test unter die Lupe genommen und verraten Euch, welche Eigenschaften den rein elektrischen Ableger des Karoq so beliebt und erfolgreich machen. Benötigt man tatsächlich die RS-Topversion mit 340 PS oder reicht der 286 PS starke Allradler? Oder sollte man gleich einen Enyaq ordern?

Exterieur: Markengesicht mit kompakten Abmessungen

Beim Außendesign zeigt sich auch der Elroq mit dem klassischen Elektro- Markengesicht – und ähnelt der Enyaq Facelift Version. Trotz seiner 17 Zentimeter kürzeren Außenlänge besticht der Elroq mit luftigen Raumverhältnissen, aber dazu später mehr.
Zurück zum Design: Auch beim Elroq ist nun statt dem Markenlogo der Skoda-Schriftzug an der Motorhaube (als auch am Lenkrad) angebracht. Die Lichter an der Front sind zweigeteilt – oben die Tagfahrlichter und unterhalb die Hauptscheinwerfer (optional mit Matrix-LED-Technik).
Die Lackierung in Timiano Green ist ein klarer Blickfänger und exklusiv für Elroq- Kunden bestellbar. Die Radkästen werden in der Testversion mit 20-Zöller ordentlich gefüllt.

Interieur: Clevere Features, intuitive Bedienung und luftige Raumverhältnisse

470 Liter Fassungsvermögen bietet der Elroq bereits in der Basis, legt man die Rücksitzbank um, so erhöht man auf 1.580 Liter. Sehr lobenswert finden wir das Netz an der Unterseite der Hutablage, denn dort kann das Ladekabel verstaut werden und es steht tatsächlich das gesamte Ladevolumen zur Verfügung (seitlich hat Skoda dem Elroq noch clevere Ablagefächer spendiert). Ganz abgesehen von dem in der Fahrertür platzierten Regenschirm, der dann schon ein wenig Rolls Royce Feeling liefert – punktet der Elroq mit hohem Komfort und jeder Menge Cleverness.
Die Raumverhältnisse in beiden Sitzreihen sind sehr luftig – selbst großgewachsene Passagiere dürfen hier keinesfalls meckern und werden auch bei längeren Etappen mit hohem Komfort reisen.
Dies gilt auch für die Verarbeitung der Materialwahl – sehr griffiges Lenkrad, zahlreiche Elemente sind mit nachhaltigen, dennoch haptisch hochwertig wirkenden Materialien (bis auf die Zuziehgriffe in den Türtafeln) überzogen. Hier sprießt nirgends das Hartplastik heraus und selbst auf schlechter Fahrbahn bleibt es bei der geschätzten, sehr ruhigen Geräuschkulisse im Innenraum.
Der 13-Zoll große Infotainment-Bildschirm wird aufgrund seiner Größe keinesfalls etwaige Preise gewinnen (gleiches gilt für das Mäusekino hinter dem Volant) – wirkt aber intuitiv und reaktionsschnell.
Sehr zu schätzen wissen wir auch die darunter platzierten Tasten, um noch schneller die gewünschten Funktionen zu erreichen.

Fahrverhalten und Lademanagement: Ein guter Mix!

Der Elroq als 85x bietet eine sehr attraktive Alternative zu der RS-Version. Wer die 1,2 Sekunden auf Tempo einhundert verschmerzt, wird damit große Freude haben. Der Allradler sprintet in nur 6,6 Sekunden auf Tempo einhundert. Das Fahrwerk wirkt im Komfort-Modus doch etwas zu soft – dank der adaptiven Regelung haben wir die Spreizung individuell abgestimmt und waren damit auch auf kurvigen Strecken bei sportlicher Fahrweise sehr zufrieden.

Die Akku-Kapazität netto liegt bei 77 kWh – rund 19 kWh genehmigte sich die Testversion im Drittelmix pro 100 Kilometer. Bei einem SoC von 100-10 ergibt das eine Praxisreichweite von über 360 Kilometer. Bei Fahrten ausschließlich im urbanen Bereich als auch auf der Landstraße steht bestimmt eine Vier an erster Stelle.
Der 4,48 Meter kompakte Stromer verfügt über eine Ladeleistung von 175 kW, damit gelingt die Ladung von 10-80 Prozent in 28 Minuten. An kalten Tagen kann man sogar das Akkupaket vorwärmen.
Deutlich weniger positiv arbeitete die recht ungenaue Verkehrszeichen-Erkennung als auch der Spurhalte-Assistent mit sehr groben und hektischen Eingriffen. Die Parkpiepser als auch die Assistenzsysteme arbeiten frühzeitig – das ist oft lobenswert, aber teilweise auch recht nervig.
Aber Gott sei Dank kann man diese Funktionen auch mittels Schnellwahl-Symbol deaktivieren.

Preislich startet der Skoda Elroq bei € 35.490, die Allradversion kostet mindestens € 48.740 und die Testversion € 57.370,40. Das ist schon eine Stange Geld – wobei man hier auch kaum mehr Wünsche offenlässt.

Unser Fa(hr)zit:

Der neue Skoda Elroq ist zwar 17 Zentimeter kürzer als sein größerer Bruder, bietet dennoch jede Menge Platz. Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend und intuitiv gestaltet. Der Mix aus sportlichen Fahrleistungen und reichlich Restkomfort ist gut gelungen. Verbesserungsbedarf gibt es bei dem groben Spurhalter und bei dieser umfangreichen Serienausstattung könnte gerne auch die Wärmepumpe inkludiert sein. Preislich nähert man sich dann schon dem Enyaq.

Was uns gefällt:

Großzügige Raumverhältnisse
Logische Bedienung
Hoher Komfort

Was wir noch verbessern würden:

Den Spurhalter entschärfen
Die Wärmepumpe gibt es nur optional

Factbox: Skoda Elroq 85x 5-türig

Motor/Antrieb
Motor:
Elektromotor
Leistung kW/PS:  210 kW/ 286 PS
Batteriekapazität brutto (kWh): 82
Batterietyp: Lithium-Ionen
Drehmoment: 545 Nm
Antrieb: Allradantrieb
Getriebeart: 1 Gang Automatikgetriebe
0-100 km/h:  6,6 Sekunden
V-Max:  180 km/h

Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert:  16,2 – 20,1 kWh/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 19 kWh/100 km
Werksangabe Reichweite:  538 – 423 km kombiniert

Ladedauer (Herstellerangaben)
Ladedauer AC (Ladezeit bis 0-100 %):  8 Stunden
DC 175 kW (Ladezeit 10% – 80 %):  28 Minuten

Bremsen/Reifen/Felgen
Bremsen: VA: Scheibenbremsen (innenbelüftet) HA: Trommelbremsen
Felgen/Reifen: vorne 235/50 R20, hinten 255/45 R20

Gewicht und Maße
Leergewicht:  2.207 kg
L/B/H: 4,488 m /1,884 m / 1,625 m
Radstand:  2,765 m
Kofferraumvolumen: 470– bis 1.580 Liter

Preise
Elroq 50 zu haben ab: € 35.490-,
Elroq 85x zu haben ab: € 48.740,-
Preis Testfahrzeug inkl. MwSt. : € 57.370,40

Sonderausstattung:

Farbe Timiano-Grün € 601,20
Design Selection Lodge € 622,80
Anhängerkupplung schwenkbar € 691,20
LED Beleuchtung im Tech-Deck Face € 446,40
Maxx-Paket € 4.866,00
Winter-Paket € 327,60
Wärmepumpe € 1.075,20

(c) Bilder: Sebastian Poppe