Bei Kia ist ordentlich was los. Es scheint so als hätte man die gesamte Produktpalette bereits unter Strom gesetzt. Aber keine Sorge, neben den zahlreiche EV-Modellen stehen weiterhin reine Verbrenner, Mildhybride als auch Plug-in-Hybride zur Verfügung. Mit dem Sportage ist man bereits seit 30 Jahren am Markt vertreten und konnte sieben Millionen Fahrzeuge weltweit absetzen. Welche Auswirkungen hat das Facelift auf das erfolgreiche SUV-Modell? Und wie schlägt sich der top ausgestattete Testwagen auf der Langstrecke?
Exterieur: Große Beautykur
Die wohl größten Veränderungen betreffen sowohl die Front- als auch Heckpartie. Die Front trägt nun auch das sogenannte Star Map Design – sprich die pfeilförmigen Tagfahrlichten gehören nun der Vergangenheit an und auch die Stoßfänger wurden modifiziert. Man knüpft mit dem neuen Design an die rein elektrische Produktpalette an – immerhin hat man sogar für den Ceed mit dem K4 einen Nachfolger angekündigt.
Auch am Heck wurden die LED-Lichter mit einer neuen Grafik versehen und auch die Felgen haben ein neues Design erhalten, womit der Sportage nochmals dynamischer wirkt.






Interieur: Erstklassige Bedienung, hochwertige Materialwahl und jede Menge Stauraum
Die beiden volldigitalen 12,3-Zoll-Bildschirme bleiben bei der Facelift-Version erhalten – bei der Sprachsteuerung fand nun auch die KI Einzug, dennoch reden wir noch immer nicht so gerne mit Autos, schon gar nicht mit dem Sportage, da ja die Bedienung mehr als löblich ausgelegt ist.
Die Leiste unterhalb der beiden Displays ist weiterhin mit einer Umschaltfunktion versehen, sodass man das Klimamenü Gott sei Dank nicht in die Infotainment-Zentrale gepackt hat. In der Mittelkonsole findet man neben dem Drehregler für die Gangwahlstufe sogar noch Tasten für die Sitzheizung bzw. in unserer Testversion (GT-line) auch für die Sitzkühlung und Lenkradheizung. Hier sollte es für Kia einen großen Applaus geben, denn diese Funktionen sind mit entsprechender Bedienung viel besser erreichbar und lenken auch weniger im Alltag ab.
Etwas seltsam finden wir, dass man auch der GT-line ein Zweispeichen-Lenkrad verbaut und nicht zu einem deutlich sportlicheren Dreispeichen Design greift.
Deutlich besser gefällt uns, dass man endlich auf den Klavierlack in der Mittelkonsole verzichtet und stattdessen auf weniger berührungsempfindliches Material setzt. Auch die Tasten am Volant sind logisch angeordnet und gut bedienbar.
Dazu gesellt sich hoher Sitzkomfort und ein luftiges Raumangebot. Sogar die Hinterbänkler bekommen in der Topversion beheizbare Sitze (mit drei Stufen) spendiert. Über 500 Liter Kofferraumvolumen ist bis auf 1.700 Liter plus erweiterbar. Sogar die 1,75 Meter Carving Ski können problemlos nach dem Umlegen der Rücksitzbank verstaut werden. Praktisch finden wir, dass man diesen Vorgang gleich direkt vom Laderaum mittels Hebel meistern kann. Eine elektrische Heckklappe gibt in der Testversion auch.
















Fahrverhalten: Kleine Anfahrtsschwäche und hoher Verbrauch, dennoch hoher Reisekomfort
Unter der Haube der Testversion werkt ein 1,6-Liter Turbobenziner mit 132,4 kW / 180 PS und einem Drehmoment von maximal 265 Nm, die bereits ab 1.500 U/min anliegen. Gekoppelt ist das Aggregat an eine sanft, aber flott schaltende 7-Gang Doppelkupplung. Aus dem Stand benötigt das 4,54 Meter SUV-Modell 9,8 Sekunden.
Anders als bei der Dieselversion verzichtet man bei dem Benziner auf eine zarte Elektrifizierung. Daher dauert es leider ein wenig bis der Sportage seine Kräfte auf den Asphalt zaubert. Ein wenig Abhilfe schafft hier der Sport-Modus, welcher für eine höhere Drehzahl sorgt und die Anfahrschwäche kaschiert.
Das Aggregat hält sich grundsätzlich akustisch im Hintergrund, erst bei höherer Drehzahl wirkt der Turbobenziner ein wenig angestrengt.
Im Wintertest bei nahezu ausschließlich Autobahn-Etappen genehmigt sich der 180 PS Turbobenziner 8,8 Liter Super 95 pro 100 Kilometer.
Auf der Langstrecke punktet der geliftete Tiguan-Gegner mit seinem adaptiven Fahrwerk auf der komfortablen Seite und mit seinen vorbildlich arbeitenden Assistenzprogrammen. Sowohl adaptiver Tempomat, Spurhalter und Totwinkel-Assistent inklusive Kamera beim Blinken verwöhnen den Sportage-Fahrer mit Komfort auf dem höchsten Niveau.
Preislich bewegt man sich natürlich auch nicht mehr auf der Diskont-Linie. Dennoch muss man auch den Ausstattungsumfang der GT-line berücksichtigen. Hier bleiben kaum mehr Wünsche offen: Beheizbare und belüftete Sitze, Harman Kardon Soundsystem, Head-up-Display, 3-Zonen-Klima und vieles mehr. Lediglich die Metallic-Lackierung, das Panoramadach und die Zweifarblackierung bilden die zarte Optionsliste.
Die GT-line als Allrad kostet € 54.090. Sieben Jahre Garantie sind hier bereits dabei.
Unser Fa(hr)zit:
Der Kia Sportage zählt auch nach 30 Jahren noch immer zu den besten SUV-Modellen am Markt. Trotz volldigitaler Displays setzt der Hersteller weiterhin auf eine intuitive Bedienung und verbaut hochwertige Materialien, die so nicht mehr vorausgesetzt werden.
In der Topversion ist man sogar auf der Rückbank mit beheizbaren Sitzen ausgestattet. Beim Antrieb verfügt man über ein kleine Anfahrtsschwäche, sonst steht der Turbobenziner aber gut im Futter, lediglich der Verbrauch fällt zu hoch aus. Auf der Langstrecke punktet der Sportage mit hohem Komfort, da die Assistenzsysteme auch in der Praxis nicht patzen.
Was uns gefällt:
Die intuitive Bedienung
Die umfangreiche Serienausstattung
Der hohe Komfort
Die luftigen Raumverhältnisse
Dass es noch einen Diesel zu ordern gibt
Was wir noch verbessern würden:
Auch dem Benziner ein Mildhybrid-System spendieren
Den Testverbrauch
Dem Zweispeichen-Lenkrad eine dritte Speiche spendieren
Factbox: Kia Sportage GT-line 1.6 TGDI AWD
Motor/Antrieb
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung kW/PS: 132,4 kW/ 180 PS bei 5.500 U/min
Drehmoment: 265 Nm zwischen 1.500 und 4.000 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebeart: 7-Gang Doppelkupplung
0-100 km/h: 9,8 Sekunden
V-Max: 203 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 7,4-7,9l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 8,8 l/ 100 km
CO2-Emissionen: 168-180 g/km
Reifen/Felgen/Bremsen
Bremsen: VA+HA: belüftete Scheibenbremsen, Scheibenbremsen hinten
Felgen/Reifen: 235/50 R19
Gewicht und Maße
Leergewicht (inkl. Fahrer): 1.577-1.738 kg
L/B/H: 4,540/1,865/1,645 m
Radstand: 2,680 m
Tankinhalt: 54 Liter
Kraftstoff: Benzin
Kofferraumvolumen: 526-691 bzw. 1.715-1.780 Liter
Preise
Kia Sportage Facelift zu haben ab: € 34.590,-
Kia Sportage GT-line TGDI AWD zu haben ab: € 54.090,-
(c) Bilder: Sebastian Poppe
