Die G Klasse wird auch als Elektroversion ihren Ikonenstatus nicht verlieren. Deshalb hat man beim G 580 EQ optisch kaum etwas geändert. Auch wenn die Verzweiflung bei vielen von Euch gerade groß ist, solltet ihr diese Version der G-Klasse unbedingt mal Probefahren. Und wir sprechen hier keinesfalls ausschließlich von einem Versuch des berühmten G-Turn – auf diesen haben wir verzichtet.
Welche Vor- und Nachteile bringt diese Version mit gleich vier E-Motoren und einem Drehmoment von über 1.000 Nm Drehmoment mit sich?













Interieur: Traditionell und gleichzeitig modern!
Das klassische „Klicken“ beim Öffnen oder Schließen der Türen (selbst bei Verwendung der Keyless-Go-Funktion) macht die G-Klasse unverwechselbar und sorgt jedes Mal erneut für Gänsehaut-Feeling. Platz genommen hinter dem Volant erblickt man auf zwei digitale Displays. Die Lenkradtasten sind auch in der elektrischen G-Klasse keine Offenbarung – denn die intuitive Steuerung vermissen wir hier regelrecht.
Deutlich besser gefällt uns die Bedienung der Infotainment-Zentrale, die deutlich intuitiver und strukturierter vom Band läuft. Selbst wenn man mal eine Einstellung nicht finden sollte, so ist die erstklassige Sprachsteuerung sehr bemüht diese umzusetzen.
Die Hinterbänkler haben nicht gar so viel Beinfreiheit zur Verfügung und so kommt es vor, dass großgewachsene Personen gerne mal den Co-Piloten bitten den Sitz etwas weiter nach vorne zu stellen. Bildschirme gäbe auch für die zweite Sitzreihe – großgewachsene werden dann aber mit der Nase fast schon anstoßen.
Auch bei der Elektroversion schwingt die Hecktüre seitlich auf, sodass man immer ein wenig Platz beim Parken lassen sollte, sofern man gerne rückwärts das Fahrzeug abstellt.
Das Fassungsvolumen mit 555 Liter in der Basis reicht völlig für den Alltag aus. Schade hingegen finden wir, dass es auch optional keine Möglichkeit für ein Head-up-Display gibt.











Fahrverhalten, Lademanagement und Antrieb: Onroad- und Offroad-Star, 400 Volt-Architektur und AC nur 11 kW
Ja, richtig gelesen. Pro Rad ist bei der elektrischen G-Klasse ein Elektromotor am Leiterrahmen verbaut. Jeder davon leistet 108 kW, das sorgt für eine Gesamtleistung von 432 kW / 587 PS. Der Sprint aus dem Stand gelingt somit in nur 4,7 Sekunden auf Tempo einhundert.
Der Akku verfügt über eine Kapazität von 116 kWh netto – damit bringt der G 580 EQ ein Leergewicht von 3.085 Kilogramm auf die Waage. Bleiben also noch 415 Kilogramm an Zuladung übrig. Anhängekupplung? Fehlanzeige.
Bei den Testfahrten bekommt man bei dieser Leistung freilich nichts mit – die Dämmung des Testfahrzeugs ist erstklassig. Ohne dem sogenannten R-Roar-Sound (diesen hört man nur im Interieur) und es ist bislang der wohl genialste Soundgenerator in einem reinen Elektromodell, wobei wir gerne auch darauf verzichten könnten, ist man von der Außenwelt abgeschirmt.
Neben dem hohen Leergewicht ist klarerweise auch der durchschnittliche Verbrauch ein erwähnenswertes Kriterium. Wir waren bei winterlichen Temperaturen meist auf Autobahn-Etappen unterwegs. Von einem klaren Drittelmix können wir nicht sprechen. Dennoch hat es uns verwundert, dass der G 580 EQ 42 kWh pro 100 Kilometer verbrauchte.
Das sind rund 250 Kilometer Reichweite bei einem SoC von 10 Prozent. Selbst bei einem SoC von 5 Prozent sind es rund 260 Kilometer.
An der DC-Ladesäule sind maximal 200 kW möglich, da der elektrische G über eine 400 Volt-Technologie verfügt. Von 10-80 % dauert der Ladevorgang rund 32 Minuten. Wir konnten im Test maximal 166 kW erreichen, die Ladung von 10-80 % dauerte 35 Minuten.
Die AC-Ladeleistung ist auf 11 kW begrenzt, das Ladekabel kann in der Designbox am Heck untergebracht werden, da es keinen Frunk gibt.
Äußerst genial: Differenzialsperren sind Geschichte – mittels Torque Vectoring wird jedes Rad einzeln angesteuert. Abgesehen vom bereits erwähnten G-Turn sind die Offroad-Skills mit dieser Technik nochmals geschärft worden. 100 Prozent Steigfähigkeit, bis zu 35 Grad Schräglage und eine Watttiefe von 850 mm werden erzielt – da kommt nicht so leicht ein anderes Fahrzeug mit.
Im Alltag merkt man, dass das riesige Akkupaket dann doch einige Kilos auf die Waage bringt und dem G 580 EQ speziell auf kurvigen Strecken einen stabileren Schwerpunkt verleiht. Macht klarerweise daraus keinen Sportwagen, aber sorgt dennoch für eine bessere Stabilität als bei den Verbrenner-Versionen. Und aufgrund der NoVA-Ersparnis unterbietet man sogar mit den Extras die 200.000 Euro Marke.
Was uns gefällt:
Der Ikonen-Status
Die erstklassige Sprachsteuerung
Das Fahrverhalten im Alltag
Die nochmals gesteigerten Offroad-Skills
Was wir noch verbessern würden:
Die Ladeleistung
Die Verbrauchswerte
Die Zuladung
Factbox: Mercedes-Benz G 580 mit EQ-Technologie
Motor/Antrieb/Akku
Motor: 4 radnaheElektromotoren
max. Leistung kW/PS: 432 / 587
Dauerleistung kW / PS: 89/121
max. Drehmoment: 1164 Nm
Batterietyp: Lithium-Ionen
Elektrische Speicherkapazität in Kilowattstunden: 124 kWh (116 kWh netto)
Antrieb: Allrad
Getriebeart: 2–Automatik
0-100 km/h: 4,7 Sekunden
V-Max: 180 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 28 kWh/ 100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 42 kWh/ 100 km
Reichweite nach WLTP: 468 km
CO2-Emissionen: 0 g
Ladedauer (Herstellerangaben)
AC 11 kW (0-100%): 12 Stunden
Gleichstrom-Schnelllader 200 kW max. (10-80%): 32 Minuten
Reifen/Felgen/Bremsen
Felgen/Reifen: VA+HA: 275/50 R20
Bremsen: VA+HA: innenbelüftete Scheiben
Gewicht und Maße
Leergewicht: 3.085 kg
L/B/H: 4,624/ 1,931/1,986 m
Radstand: 2,890 m
Kofferraumvolumen: 555-1.990 Liter
Preise
Mercedes-Benz G 580 zu haben ab: € 148.380,49,-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVa und MWSt. € 179.318,00,-
Sonderausstattung:
Lackierung: MANUFAKTUR südseeblau metallic € 3.950
Polsterung: MANUFAKTUR schwarz mit Kontrastziernaht in blau € 800
MANUFAKTUR Logo-Paket in Schwarz € 700
AMG Line € 5.220
Night-Paket € 1.580
Exclusive Line Interieur € 9.115
Komfort-Paket € 1.580
Aktiv-Multikontursitz Paket Plus € 3.245
Designbox € 750
(c) Bilder: Sebastian Poppe
