Bereits 1983 wurde der Honda Jazz als kleiner, wendiger Stadtflitzer der Presse präsentiert. Das aktuelle Modell ist bereits in der achten Generation angelangt und ist im Zuge eines Facelifts nochmals aufgewertet worden, um dem heißumkämpften Kleinwagenmarkt standhalten zu können.
Wir durften uns den Honda Jazz in der Advance Sport Version zur Brust nehmen und den kleinen Japaner auf Herz und Nieren testen, um zu sehen, ob der Fernostklassiker seine Versprechen halten kann.


Exterieur: Unaufgeregt durch die Stadt
Der Jazz der neuersten Generation setzt durch seine zurückhaltendende Linienführung mit Sicherheit nicht auf übertriebene Präsenz. Doch die großen Scheinwerfer und das kompakte Auftreten haben schon etwas Besonderes. Die sportliche Stoßstange mit diversen Designelementen, das ECHTE Auspuffendrohr sowie die weit nach unten gezogene Motorhaube lassen doch den sportlichen Touch durchkommen.
Auffällig ist auch die riesige Windschutzscheibe und die anschließenden Dreiecksfenster. Dank dieser Flut an Glas, welche sich im selben Ton weiter rund um den lichtdurchlässigen Honda Jazz zieht, ist endlich wieder ein Auto mit perfekter Rundumsicht auf der Straße, ohne mehrere Kamera-Systeme verbauen zu müssen.
Die Heckklappe lässt sich zum Beladen weit öffnen und bildet mit den großen Heckleuchten der schwarzen Stoßstange und dem Chromauspuff einen stimmigen Abschluss passend zum Gesamtkonzept.


Interieur und Platzangebot: Klein aber Oho
Honda setzt im Jazz beim Innenraum auf einen gesunden Mix aus Moderne und Klassik. Die Materialien sind mit etwas Hartkunststoff vermischt, doch bei Berücksichtigung des Preises und der Fahrzeugkategorie kann man schon darüber hinwegsehen. Vor allem weil die augenscheinlichsten Komponenten aus weichen und wertigen Materialien gefertigt sind. Vor allem das Lenkrad und die gepolsterte Armaturenlandschaft punkten da auf den ersten Blick. Die Sitze sind schön verarbeitet, aus mehreren Materialien und mit farblich abgesetzten Nähten versehen und bieten guten Sitzkomfort.
Die Armaturenlandschaft ist bestückt mit einem Potpourri aus analogen und digitalen Anzeigen und Bedienelementen, wobei der Fahrerscreen zuerst etwas klein wirkte, doch in der Praxis sich in allen Belangen als ausreichen erwies. Das Lenkrad ist mit Leder bezogen und bietet gut erreichbar Platz für die Tasten vom Tempomat, für die Einstellung des Fahrerdisplay, dem Radio und der Lenkradheizung. Auch mit an Bord sind am Lenkrad angebrachte Schaltwippen, um während der Fahrt die Rekuperationsstärke wählen zu können.
Die Navigation und vieles mehr wird über den mittig angebrachten 9-Zoll-Touchscreen verwirklicht und bietet mit einem übersichtlichen Menü eine einfache Bedienung. Selbst Handyschnittstellen und Lademöglichkeit wurden nicht vergessen, um den Honda Jazz auf den Stand der Dinge zu bringen.
Bei den Fahrassistenten und anderen Annehmlichkeiten ist der Jazz auf gutem Stand und erfreut mit zum Beispiel adaptivem Tempomat, Honda Connect Navigation, Klimaautomatik, Lenkrad- und Sitzheizung, DAB-Radio und einiges mehr.
Das Platzangebot ist in beiden Reihen als gut für einen kompakten Kleinwagen zu bezeichnen, wobei natürlich im Fond es etwas beengter zugeht. Das Ladevolumen ist mit 304 Liter beachtlich groß und lässt sich auf bis zu 1.205 Liter erhöhen.
Dank der geänderten Positionierung des Kraftstofftanks und der speziellen Rücksitzbank, welche sich je nach Anforderung versenken und hochklappen lässt (Magic Seats), wird der Jazz zum kleinen Ladewunder auch für sperriges Ladegut.




Antrieb und Fahreindrücke: Sparsamer Hybrid mit genügend Dampf
Dass sich auch der Honda Jazz der strikten Abgasvorschriften annehmen musste war klar. Deshalb steht er ausnahmslos mit einem Hybridantrieb zur Verfügung. Das technische etwas kompliziertere Antriebskonzept im Jazz ist neben der üppigen Ausstattung wohl der Grund für den etwas höhere Preis des Kleinwagens.
Beim Honda Jazz ist neben einem E-Motor (der überwiegend den Antrieb übernimmt) auch noch der 1,5- Liter Benziner mit am Start. Dieser dient bis auf Ausnahmen (gepaart mit einem zusätzlichen Generator) als Stromproduzent für den Elektromotor. So fährt sich der Honda Jazz fast wie ein Elektrofahrzeug – speziell aus dem Stand verspürt man bereits ein hohes Drehmoment, aber auch oben rum geht dem Japaner keinesfalls die Puste aus. Akustisch nimmt man bei höherem Tempo dann doch den Verbrenner wahr.
Mit dieser Technik ist man innerstädtisch mit gut 4,6 Liter Verbrauch auf 100 km unterwegs. Auf der Autobahn sollte man gut zwei Liter mehr miteinberechnen. Wir lagen bei knapp unter 5 Liter Verbrauch im Mix, jedoch mit einem größeren Anteil im urbanen Bereich.
Der bereits erwähnt gute Rundumblick, die gut bemessene Leistung und die stimmige Fahrwerk-Bremsen-Kombination lassen den kleinen Japaner sowohl als guten Cruiser als auch agilen Kurvenfloh auftreten.


Testfazit
Der Honda Jazz ist ein perfekter Wegbegleiter um den Alltag gut zu meistern. Die hervorragende Übersicht und die benutzerfreundliche Bedienung des kleinen, quirligen Japaners punkten auf voller Länge. Dank der ausgereiften Hybridtechnik wird mit ausreichend Leistung die Geldbörse geschont.
Der Honda Jazz kann aber auch jede Menge Fahrfreude abliefern und nicht nur in kleinen Gassen und engen Parklücken sein Können zeigen, sondern auch abseits der Großstadt den ein oder anderen Ausflug meistern. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch der etwas höhere Preis gegenüber der Konkurrenz.






Was uns gefällt:
- Die perfekte Rundumsicht
- Der moderate Verbrauch
- Die Magic Seats
Was wir noch verbessern würden:
- Die fixe Gurtaufnahme
- Der höhere Preis für den Hybrid
Factbox: Honda Jazz Advance Sport e:HEV 1.5 i-MMD Hybrid
Motor/Antrieb
Motor: 4 Zylinder Reihenmotor (Hybrid)
Hubraum: 1.498 ccm
Benzin-Aggregat: Leistung kW/PS: 79/107
Elektro-Aggregat: Leistung kW/PS: 90/122
Drehmoment Benzin-Aggregat: 131 Nm bei 4.500-5.000 U/min
Drehmoment Elektro-Aggregat: 253 Nm
Systemleistung kW/PS: 90/122
Antrieb: Vorderradantrieb
Getriebeart: e-CVT Automatik
0-100 km/h: 9,6 Sekunden
V-Max: 175 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 4,7 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 4,9 l/100 km
CO2 Emissionen/Abgasnorm: 106 g/km / Euro 6d-ISC-FCM
Bremsen/Felgen/Reifen
Bremsen: VA: Scheiben innenbelüftet HA: Scheiben
Felgen/Reifen: 185/55 R16
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.244 kg
L/B/H: 4,089 m /1,996 m inkl. Spiegel /1,526 m
Radstand: 2,517 m
Kofferraumvolumen: von 304 bis 1.208 Liter
Tankinhalt: 40 Liter
Kraftstoff: Benzin
Preise
Honda Jazz e:HEV erhältlich ab: € 28.390,-
Honda Jazz Advance Sport e:HEV 1.5 i-MMD Hybrid ab: € 31.290,-
Preis Testfahrzeug inkl. MWSt: € 31.980.-
Sonderausstattung:
- Lackierung Platinum White Pearl: € 690.-
(c) Bilder: Sebastian Poppe

