Downsizing, PHEV, BEV und vereinzelte Vollhybride sollen derzeit für hohe Effizienz sorgen, zumindest am Papier. Mazda geht hier auch beim Facelift-Modell des CX-60 einen anderen Weg bzw. lässt die Kundschaft noch selbst zwischen Diesel und Plug-in-Hybrid beim CX-60 entscheiden. Untypisch aber unglaublich effizient schlägt sich auch in der Facelift Version der in Reihe angeordnete Selbstzünder mit 3,3-Liter Hubraum inklusive zarter Elektrisierung, nämlich einem 48-Volt-Mildhybrid-System.
Welche Verbesserungen im Zuge der Überarbeitungskur des Japaners getroffen wurden, das lest ihr hier.









Interieur: Dreh- und Drückregler und echte Tasten – danke Mazda!
Noch bevor wir auf die einzelnen Kriterien des Interieurs eingehen, muss man Mazda ein großes Lob aussprechen. Der Dreh- und Drückregler ist mittlerweile bei BMW verschwunden, bei Mazda blieb dieser Gott sei Dank erhalten.
Die Steuerung mit dieser cleveren Bedieneinheit ist ganz klar die wohl beste Lösung. Während man bei anderen Herstellern gänzlich auf Touchbedienung setzt und mittels Aufmerksamkeitswarner schon mehrmals ermahnt wird, bleibt bei diesem Konzept die Aufmerksamkeit dort wo sie auch hingehört, nämlich auf die Straße. Selbst bei den nervigen von der EU vorgeschriebenen Assistenzsystemen muss man beim CX-60 nicht in irgendwelchen Untermenüs scrollen und suchen – man drückt einfach links vom Volant eine Taste.
Darüber hinaus setzt Mazda auch beim CX-60 auf eine hochwertige Materialwahl und auch die Kopf- und Beinfreiheit geht in beiden Reihen ganz klar in Ordnung. Also kein Wunder, dass auch die Hinterbänkler bei einem Radstand von nahezu drei Meter kaiserlich reisen.
Hinter der elektrisch aufschwingenden Heckklappe verbirgt sich ein Kofferraumvolumen von 570 Liter in der Basis, nach umlegen der Rücksitzbank ist dieses bis auf 1.726 Liter erweiterbar. Wem dies zu wenig ist, der kann auch zum großen Bruder, dem CX-80 greifen.












Fahrverhalten: Große Überarbeitungskur
Die wohl größten Überarbeitungsmaßnahmen betreffen das Fahrwerk des CX-60. Die Vorfacelift-Version hat unter einer recht straffen Abstimmung gelitten, sodass Schläge nicht so souverän weggesteckt wurden, aber in kurvigen Passagen das Fahrzeug zu sehr gewankt hat. Die Lenkung war zu indirekt und recht weich ausgelegt.
Die Ingenieure haben sich diese Punkte zu Herzen genommen und im Modelljahr 2025 erstklassig umgesetzt. An der Hinterradaufhängung hat man weichere Federn in Verbindung mit strafferen Stoßdämpfern verbaut und darüber hinaus wurde der Federweg vergrößert. Auch die bereits erwähnten Wankbewegungen hat man mit diesem Setup reduziert.
Und zu guter Letzt wurde auch das Einlenkverhalten des 4,75 Meter SUV-Modells mit Präzision versehen.
Angetrieben wird die Testversion von einem Reihen-Sechszylinder-Diesel – hierbei handelt es sich um einen der effizientesten Selbstzünder weltweit. Das Aggregat leistet 187 kW / 254 PS und 500 Nm. Unterstützung bietet ein 48-Volt-Mildhybridsystem, welches für noch mehr Effizienz sorgt und speziell beim Anfahren zusätzlich Power beisteuert bzw. das SUV auch teilweise Segeln lässt.
Die Gänge werden via 8-Gang-Automatik an alle vier Räder je nach Fahrsituation übertragen (primär werden die Kräfte an die Hinterachse weitergeleitet, um auch hier auf hohe Effizienz zu setzen).
Bei der Vorfacelift-Version wurden vereinzelte, ruckartige Stöße des Getriebes bekrittelt, hier können wir bei der Facelift-Version Entwarnung geben. Die Gangwechsel erfolgen rasch und ruckfrei.
In nur 7,4 Sekunden sprintet das rund 2 Tonnen SUV-Modell aus dem Stand auf Tempo einhundert.
Laut Hersteller soll der CX-60 Top-Diesel 5,4-5,5 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Auf unserer Testfahrt mit überwiegend urbanen Etappen haben wir einen durchschnittlichen Verbrauch von 6,4 Liter pro 100 Kilometer erreicht. Autobahn-Etappen mit Tempomat haben wir aber auch mit rund fünf Liter gemeistert. Das hubraumstarke Diesel-Aggregat hinterlässt hier nicht nur einen laufruhigen Eindruck, sondern punktet mit hoher Effizienz. Natürlich ist auch der seidige Klang des Motors eine Klasse für sich.
Auch die Preispolitik spricht für sich, denn in der Testversion Takumi Plus sprechen wir tatsächlich von der Vollausstattung. Lediglich die Außenlackierung kostet extra. Optionale-Pakete zum Kleinwagenpreis gibt es hier nicht. Auch wenn Mazda bereits beim neuen Mazda6 bereits auf einen Vollzeit-Stromer setzt, hoffen wir, dass dieses tolle Aggregat noch lange unter den Hauben der Japaner verbaut wird.

Unser Fa(hr)zit:
Mit dem CX-60 Facelift zeigen die Japaner, dass trotz strikter EU-Vorschriften auch hubraumstarke Dieselmotoren mit großem Effizienz-Faktor punkten. Darüber hinaus hat man im Zuge des Facelifts Verbesserungen am Fahrwerk, der Lenkung als auch der Automatik vorgenommen. Das Interieur punktet weiterhin mit hochwertiger Premium-Haptik und unglaublich intuitiver Bedienung. Preislich startet der Mazda CX-60 bei € 53.950, die Testversion in Topausstattung und Topmotorisierung liegt mit voller Hütte bei € 72.250. Lediglich die Fake-Auspuffblenden dürfte Mazda gerne durch echte Auspuffrohre ersetzen.
Was uns gefällt:
Die intuitive Bedienung
Die Raumverhältnisse
Die hohe Effizienz des Diesel-Aggregats
Das Fahrwerk-Setup
Die Mischung aus Komfort und Sportlichkeit
Was wir noch verbessern würden:
Die Fake-Auspuffblenden
Factbox: Mazda CX-60 3.3L e-SKYACTIV D 254PS 8AT AWD TAKUMI PLUS
Motor/Antrieb
Motor: Reihensechszylinder-Turbodiesel inkl. 48-Volt MH-System
Hubraum: 3.283 ccm
Leistung: 187 kW/254 PS
Drehmoment: 550 Nm bei 1.500-2.400 U/min
Getriebe: 8-Gang-Automatik
Antrieb: Allrad
0-100 km/h: 7,4 Sekunden
V-Max: 219 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert: 5,4-5,5 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt: 6,4 l/100 km
CO2-Emission(g/km): 138-142
Bremsen/Felgen/Reifen
Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen innenbelüftet
Felgen/Reifen: 235/50 R20
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.949-2.025 kg
L/B/H: 4,745 m / 1,890 m / 1,688 m
Radstand: 2,870 m
Ladevolumen: 570-1.726 Liter
Tankinhalt: 58 Liter
Preise
Mazda CX-60 zu haben ab: € 53.950,-
Mazda CX-60 3.3L e-SKYACTIV D 254 PS zu haben ab: € 71.400,-
Preis des Testfahrzeugs: € 72.250
Lackierung: Plantinum Quartz M € 850
(c) Bilder: Sebastian Poppe
