Die Ingolstädter haben mit der neuen und somit dritten Q5 Generation viele Dinge richtig gemacht. Das wohl größte Thema ist die breite Antriebspalette, denn neben Benziner, Plug-in-Hybrid und der Topversion SQ5 steht auch noch ein Selbstzünder zur Wahl. Diese Version haben wir uns im Test zur Brust genommen. Wie sich der Ingolstädter Premium SUV schlägt, lest ihr hier.
Interieur: Digitalisierung durch und durch
Auch im neuen Audi Q5 verfügt man über eine digitale Infotainment-Einheit (11,9-Zoll Tachoeinheit, 14,5-Zoll Infotainment-Einheit, 10,9-Zoll Beifahrerdisplay). Diese Einheiten verfügen über eine klare Bedienstruktur, melden haptischen Feedback, reagieren rasch und verfügen über eine erstklassige Grafik. Deutlich schlechter schlagen sich die Lenkradtasten als auch die Bedieneinheit in der Tür-Tafel des Fahrers und entsprechen nicht den typischen Premium-Niveau das man von den Ingolstädtern kennt. Außerdem erwischt man sich immer wieder, dass man genau an dieser Stelle den Türgriff vermutet, wobei dieser nun dahinter aus recht preiswerten Materialien gefertigt wurde.
Darüber hinaus sind die Klavierlack-Oberflächen anfällig für Staub, Fingerabdrücke und Kratzer – hier sollte man nahezu täglich die Oberflächen säubern.
Die Sitze bieten guten Seitenhalt und sind ebenso für längere Strecken bestens geeignet. Schade finden wir, dass man bei der Testversion nicht über einen schwarzen Himmel als auch nicht über das S Line Cockpit verfügt, obwohl der Gesamtpreis schon recht stolz ausfällt.
Die Kopf- und Beinfreiheit geht in beiden Reihen in Ordnung und auch das Ladevolumen mit 520 bis 1.473 Liter lässt keine Wünsche übrig.











Fahrverhalten und Motor: Unschlagbare Technik mit über 1.000 Kilometer Reichweite
Wir bekamen die Diesel-Version mit dem drehmomentstarken Zweiliter-Selbstzünder spendiert. Dieser leistet 204 PS und 400 Nm – die Kräfte werden via 7-Gang Doppelkupplung (S tronic) an alle vier Räder weitergeleitet. Damit gelingt der Sprint auf Tempo einhundert in nur 7,4 Sekunden trotz der etwas mehr als zwei Tonnen Leergewicht.
Zusätzliche Power bekommt man mittels Mildhybrid-System spendiert – besonders im unter Drehzahlbereich überdeckt dieses System das klassische Turboloch und spart Treibstoff oder sorgt auf Autobahn-Etappen für Segelphasen. Im Test genehmigte sich der neue Audi Q5 lediglich 6,0-6,5 Liter pro 100 Kilometer, dank des 65 Liter großen Treibstofftanks sind somit 1.000 Kilometer bzw. auf der Langstrecke auch mehr Kilometer ohne Besuch an der Tankstelle problemlos machbar.
Das Aggregat ist erstklassig gedämmt, wobei dies auch auf den Innenraum zutrifft, somit kapselt man sich gerne von der Außenwelt ab und spult hunderte Kilometer runter, mit Premium-Komfort wohlgemerkt – hier erlaubt man sich keine halben Sachen und punktet mit Vorsprung durch Technik.
Der Sechszylinder-Diesel wurde bei der neuen Generation aus dem Portfolio gestrichen. Nun werkt ausschließlich bei der Topversion (SQ5) ein Sechszylinder-Turbobenziner inkl. Mildhybrid-Unterstützung unter der Haube. Dieses Aggregat haben wir bereits im neuen Audi S5 getestet.
Aber zurück zu der Testversion. Der Zweiliter-Diesel startet bei € 64.234 – mit den zahlreichen Optionen muss man nochmals einen Kleinwagen mit nicht allzu schlechter Ausstattung hinzurechnen.










Das Einlenkverhalten wirkt stimmig, aber die eckige Form des Lenkrads irritiert hier ein wenig und auch der Spurhalte-Assistent prescht hier immer wieder ordentlich rein.
Das Standard-Fahrwerk macht einen guten Job – einerseits bügelt es selbst auf Rumpelpisten grobe Unebenheiten weg, lässt aber auch in engen Kehren den Zweitonner stabil durch die Kurve sausen. Auch bei der Entschleunigung gibt’s nichts zu meckern, denn der Q5 verfügt über gute Dosierbarkeit und kräftige Stopper.
Unser Fa(hr)zit:
Mit dem neuen Audi Q5 bietet man den Kunden ein breites Antriebsportfolio. Auch der effiziente Selbstzünder ist noch im Porfolio zu finden und überzeugt auf voller Länge. Beim Interieur gibt es Abstriche aufgrund der Lenkradtasten und der Bedieneinheit in der Tür-Tafel – hier müsste man dringend nachbessern. Die Mittelkonsole in Klavierlack verlangt eine tägliche Reinigungseinheit. Preislich bewegt man sich freilich auf Premium-Niveau bzw. übertrifft dieses bei motivierter Konfiguration sogar.
Was uns gefällt:
Der gut gedämmte und sehr effiziente Dieselmotor
Die intuitive Bedienung
Die breite Antriebspalette
Die echten Auspuff-Endrohre
Was wir noch verbessern würden:
Hochwertigere Lenkradtasten inkl. eine bessere Bedieneinheit in der Tür-Tafel
Die Preispolitik der Optionen trotz der Ausstattungspakete
Factbox: Audi Q5 TDI quattro
Motor/Antrieb
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel inkl. Mildhybrid-System
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung kW/PS: 150 kW/204 PS bei 3.800 U/min.
Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebeart: 7-Gang Automatik Doppelkupplung
0-100 km/h: 7,4 Sekunden
V-Max: 226 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – kombiniert, l/100 km: 6,8-5,9 (WLTP)
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 6,0-6,5
CO2 Emissionen: 179-155 g/km (WLTP)
Abgasnorm: Euro 6e
Bremsen/Felgen/Reifen
Bremsen: VA + HA: Scheibe belüftet
Felgen/Reifen: 255/45 R20
Gewicht und Maße
Leergewicht: 2.030 kg
L/B/H: 4,717 / 1,900 / 1,647 m
Radstand: 2,820 m
Kofferraumvolumen: 520-1.473 Liter
Tankinhalt: 65 Liter
Kraftstoff: Diesel
Preise
Audi Q5 zu haben ab: € 60.450.-
Audi Q5 TDI quattro zu haben ab: € 64.234.-
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 86.842,28.-
Sonderausstattung:
Farbe: Daytonagrau Perleffekt € 1.285,20
Ablage- und Gepäckraumpaket € 797,85
Akustikverglasung für Türscheiben vorn € 256,50
Ambiente Lichtpaket pro € 405
Außenspiegelgehäuse schwarz € 148,50
Doppelspeichen-Sportlenkrad, abgeflacht € 148,50
Exterieur s line € 1.722,60
Exterieurpaket schwarz € 1.082,70
Memoryfunktion Fahrersitz € 278,10
Räder 5-Arm 20-Zoll € 2.162,70
Sonnenschutzverglasung abgedunkelt € 567
Tech Paket plus € 8.364,60
Telefonablage mit Mobilfunk Antenne € 405
Volllackierung € 473,85
Vorbereitung für Anhängekupplung € 270
Vordersitze elektrisch einstellbar € 1.034,10
Audi Garantie 5 Jahre oder 100.000 km € 1.208,40
(c) Bilder: Sebastian Poppe
