VW Tayron Sport TDI 4MOTION im Test: Die goldene Mitte

Zwischen dem VW Tiguan (den wir ebenso als TDI-Version, aber mit 150 PS und Frontantrieb getestet haben) und dem VW Touareg hat man das neue Modell, den VW Tayron mit einer Außenlänge von 4,79 Meter platziert.
Der neue VW Tayron ist sozusagen der Neuling des ehemals bekannten VW Tiguan Allspace – aber eben nochmals deutlich erwachsener und eigenständiger.
Welche Stärken und Schwächen das neue SUV-Modell mit sich bringt, lest ihr hier.

Interieur: Markentypisch, aber jede Menge Platz!

Platz genommen wird auf Sportsitzen mit integrierter Kopfstütze – die Sitze sind aber keinesfalls zu eng geschnitten, bieten aber ausreichend Seitenhalt und liefern auch optisch einen sehr dynamischen Eindruck. Darüber hinaus steht auch eine Massage-Funktion für die Sporthocker zur Wahl, die besonders im Stau oder auf längeren Strecken sehr geschätzt wird.
Das Cockpit kennen wir bereits aus der aktuellen Tiguan-Generation.
Hier hat bereits die neue Infotainment-Zentrale mit 15-Zoll Diagonale großes Lob für die logische Anordnung der einzelnen Menüpunkte und die flotte Umsetzung der Touchbefehle erhalten. Auch der Dreh- und Drückregler steht beim neuen Tayron zur Verfügung und spendiert dem Fahrzeug eine noch intuitivere Bedienung.
Schade finden wir, dass der Gangwahl-Hebel an die rechte Seite des Volants (wie auch bei anderen Konzernmodellen) gewandert ist, demnach ist der linke Lenkstock-Hebel mit zahlreichen Funktionen überfüllt.

Deutlich positiver bewerten wir die Lenkradtasten, die erstklassig zu bedienen sind, wie wir es auch beim GTI-Facelift bereits erwähnt haben, dies gilt auch für den beleuchteten Slider unterhalb der Infotainment-Einheit.
Großes Kino bietet der VW Tayron in puncto Platzangebot – in der Testversion bietet der Wolfsburger fünf vollwertige Sitzplätze (auch als Siebensitzer bestellbar) – man verfügt über reichlich Kopf- und Beinfreiheit. Auch beim Kofferraumvolumen könnte man mit 885 Liter in der Basis einen Großeinkauf locker vertuschen. Bei umgelegter Rücksitzbank sind es sogar 2.090 Liter an Fassungsvermögen, nur der Kodiaq von Skoda bietet hier noch mehr Stauraum. Die Sitze können direkt aus dem Fond umgelegt werden.

Darüber hinaus bietet die optionale Harman Kardon Soundanlage besten Klang, den man niemals missen möchte. Im Cockpit der Testversion fühlt man sich nahezu von der Außenwelt abgekapselt, da die optionale Akustikverglasung beste Arbeit leistet.

Fahrverhalten: Bärenstarker Diesel mit Allrad und DSG

Unter der Haube der Testversion werkt ein Zweiliter-Turbodiesel mit 142 kW / 193 PS und 400 Nm Drehmoment. Der Selbstzünder ist an ein 7-Gang DSG gekoppelt, welches die Kräfte via Allradantrieb an alle vier Räder verteilt und für rasche Gangwechsel sorgt. Das Aggregat ist gut gedämmt und wirkt drehmomentstark, aber eben akustisch bestens gedämmt. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo einhundert gelingt in nur acht Sekunden. Der 1,8 Tonnen SUV steht mit der Top-Dieselversion erstklassig im Futter, womit auch die Anhängelast von 2,4 Tonnen kaum ins Gewicht fallen wird. Bei der Effizienz kann das Diesel-Aggregat deutlich punkten, denn im Drittelmix waren wir mit lediglich 6,8 Liter pro 100 Kilometer unterwegs.

Die Progressivlenkung spendiert dem neuen VW Tayron ein direktes, aber keinesfalls nervöses Einlenkverhalten. Mittels der adaptiven Dämpfer schlägt sich der VW Tayron auch hier sehr alltagstauglich, trotz 20-Zoll Räder. Bei den Assistenzsystemen dürfte der ruckartige Spurhalter als auch der nervöse Notbremsassistent noch ein wenig Feintuning spendiert bekommen.

Preislich startet der neue VW Tayron bei € 49.890 als Doppelherz-Version in der Ausstattungsvariante Life. Die Topdiesel-Version erhält man nur mit Allrad – diese kostet in der „Einstiegsversion“ mindestens € 61.590, in der Topversion knapp € 70.000 und mit Optionen rund € 10.000 mehr, dank sei auch hier den hohen Steuersätzen auf Verbrenner, die unterm Strich mit hoher Effizienz punkten.

Unser Fa(hr)zit:

Der neue VW Tayron ist keinesfalls ein Lückenfüller – er bietet dennoch den besten Kompromiss zwischen Tiguan und Touareg. Die Raumverhältnisse sind gigantisch und auch die Top-Dieselversion überzeugt in jeder Hinsicht im Test. Gerne dürfte man bei zwei Assistenzsystemen noch ein wenig nachbessern, aber unterm Strich überzeugt das neue Modell und punktet als sportlicher Allrounder.

Was uns gefällt:

Die intuitive Bedienung
Die Lenkradtasten
Die Raumverhältnisse
Der klassische Antriebsstrang und deren Effizienz

Was wir noch bessern würden:

Die etwas nervösen Assistenzprogramme
Die Preispolitik bei Vollausstattung

Factbox: VW Tayron Sport TDI 4MOTION DSG

Motor/Antrieb

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung: 142 kW/193 PS
Drehmoment: 400 Nm bei 1.750-3.250 U/min
Getriebe: 7-Gang-Automatik (DSG)
Antrieb: Allrad
0-100 km/h: 8,0 Sekunden
V-Max: 221 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert: 6,5 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt:  6,8 l/100 km
CO2-Emission(g/km): 194

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA+HA: Scheibenbremsen innenbelüftet
Felgen/Reifen:
255/40 R20

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.824 kg
L/B/H: 4,792 m / 1,853 m / 1,666 m
Radstand: 2,790 m
Ladevolumen: 885-2.090 Liter
Tankinhalt: 58 Liter

Preise

VW Tayron zu haben ab: € 49.890,-
VW Tayron Sport TDI 4 MOTION DSG zu haben ab: € 68.190,-
Preis des Testfahrzeugs: € 81.664,62

Sonderausstattung:

Ultra Violet Metallic € 184,80
IQ Light HD Matrix Scheinwerfer € 802,20
Anhängekupplung anklappbar € 1.486,80
Komfortpaket inkl. Park Assist Pro € 1.540
Reifendruck Kontrollsystem € 278,60
Soundsystem Harman Kardon € 1.062,60
Unlimited Paket abzüglich Preisvorteil € 2459,80
Verbundsicherheitsglas geräuschdämmend € 803,60
Winterpaket Premium inkl. Standheizung € 1.881,60
NoVA Zuschlag € 2.770 (bei gleicher Konfiguration)

(c) Bilder: Sebastian Poppe