Subaru Forester e-Boxer im Test – Daily Offroader

Mit der Marke Subaru verbindet man zwei Dinge – Allradantrieb und Boxermotoren. Obwohl das Allrad-Konzept künftig zwar etwas aufgeweicht werden dürfte, am Boxermotor halten die Japaner nach wie vor fest. So auch im neuen Subaru Forester, der mittlerweile in der sechsten Generation erhältlich ist. Im frischen Look und mit zahlreichen Überarbeitungen versehen, wurde uns ein Testwagen in der Ausstattungslinie „Adventure“ zur Verfügung gestellt – danke an Subaru Österreich!

Stattlicher Aufritt für den Oberförster

Der neue Forester möchte als solcher schnell erkannt werden, entsprechend unaufgeregt fallen auf den ersten Blick die Überarbeitungen am Blechkleid auf. Dennoch gibt es das ein oder andere Schmankerl fürs Auge, wie die geschwungenen Frontscheinwerfer welche von einer grünen Designlinie unterhalb der Motorhaube verbunden werden. Diese grünen Elemente findet man an zahlreichen Stellen und signalisieren, dass es sich um die „Adventure“ Ausstattung handelt. Zusätzlich passt zur grünen Farbe der e-Boxer, also einem Elektro unterstützten Boxermotor, was für einen umweltbewussten und effizienten Antrieb steht. Im Innenraum sind die Überarbeitungen auffälliger. Die separate Digitalanzeige oberhalb des Armaturenbretts ist weggefallen, stattdessen prägt das neue 12-Zoll große Infotainmentsystem die Fahrzeugmitte. Damit verbunden sind auch einige Touch Funktionen, welche zuvor über haptische Knöpfe bedient wurden. Diese sind aber nicht zur Gänze weggefallen, die Temperatur der Klimaautomatik lässt sich zum Beispiel nach wie vor analog steuern. Auch der Sitzkomfort der Ledersitze wurde spürbar verbessert, doch an warmen Tagen wäre eine Sitzlüftung noch ein wünschenswertes Feature.

Mit dem e-Boxer wird man zum Segelmeister

Der Forester ist mit der überarbeiteten e-Boxer Technologie ausgestattet was bedeutet, dass man es mit einem Mild-Hybrid System zu tun hat. Das System gab es auch schon in der Vorgänger-Generation, nur wurde dieses spürbar verbessert. Der Wechsel von Elektro- auf Verbrennungsmotor ist großteils kaum wahrnehmbar und ganz generell lässt sich eine noch harmonischere Abstimmung feststellen.
Gerade im unteren Drehzahlbereich ist die Elektrounterstützung spürbar, diese lässt ab rund 2.500 Umdrehungen nach, ab dann arbeitet der Boxer-Benzinmotor die meiste Zeit alleine. Insbesondere im Stadtverkehr oder bei Geländefahrten kommt man deutlich in den Genuss der hybriden Antriebskombination, da der Subaru kräftig losfährt und anpackt. Bei Fahrten durch Ortschaften meistert der e-Boxer inzwischen weite Strecken komplett emissionsfrei, erst nach längeren Strecken oder bei steileren Abschnitten springt der Boxer wieder an und übernimmt die Regie. Im Idealfall können damit einige hundert Meter rein elektrisch zurückgelegt werden. Auf Freilandstraßen werden – vorausgesetzt man geht vom Gas – die positiven Eigenschaften des Segelns voll ausgenutzt. Das CVT-Getriebe kuppelt dabei automatisch aus und der Schwung der Bewegungsenergie wird für den Vortrieb genutzt.
Bei einer minimalen Beschleunigung gelingt es sogar, dass aufgrund des geringen Kraftaufwands beim Segeln diese Arbeit der Elektromotor alleine bewältigt. Das erfordert zwar etwas Übung um ein Gespür für den Lastwechsel zwischen den beiden Motoren zu entwickeln, sobald man das verinnerlicht hat, dankt es einem der Spritverbrauch. Während der Testphase waren Durchschnittsverbräuche zwischen 7,6 und 8,3 Liter/100 km möglich. Angesichts eines tendenziell durstigen Boxermotors und des permanenten Allradantriebs eine ordentliche Leistung, zumal sich sogar der WLTP Verbrauch von 8,1 Litern unterbieten lässt. Was schmerzt sind die hohen CO2-Werte jenseits von 180g/km – entsprechend hoch wird man beim Kauf mit 18 % NoVA hierzulande abgestraft. Liebhaber eines Saugmotors wird das aber kaum abschrecken, denn der Forester besticht mit einem sehr laufruhigen Motor der sich zudem – zumindest bis knapp unter Landstraßen-Tempo – überraschend flink bewegen lässt. Auf der Autobahn sollte man den Gasfuß eher zügeln und es gemächlich angehen, dann schätzt man rasch die Vorzüge als komfortablen Langstreckencruiser.

Das nächste Level des EyeSight Assistenzsystems

Die EyeSight Assistenzsysteme arbeiten wie gewohnt zuverlässig, Phantombremsungen oder unnötige Warnungen bleiben die Ausnahme. Gerade bei kurvenreichen Ortsdurchfahrten mit parkenden Autos am Fahrbahnrand sind zahlreiche Assistenten etwas überfordert, das EyeSight System hat hier mit seinen beiden Kameras die Nase vorne. Dabei wurde das System um eine Weitwinkel-Kamera und einen Frontradar erweitert, welche großen Anteil an der guten Erkennungsleistung haben dürfte. So gut die Assistenten auch arbeiten, teilweise ist es dann doch etwas zu viel des Guten, wie ich beim Aufmerksamkeitsassistent leidvoll erfahren musste. Jeder kleine Blick zur Seite wird mit Akustik und Blinken oberhalb des Tachos abgestraft. Abgesehen davon wurden EyeSight fünf neue Funktionen spendiert, wie etwa dem Nothalt-System, welches im Falle von medizinischen Notfällen das Auto selbstständig stoppt. Insgesamt umfasst EyeSight nun 15 Funktionen, welche für ein höchstes Maß an Sicherheit sorgen.

Ein Ausflug ins Grüne oder doch lieber an das Meer? Mit dem Subaru beides kein Problem!

Die Platzverhältnisse des Foresters sind im gesamten Fahrzeug mehr als großzügig dimensioniert. Egal ob man vorne oder im Fond sitzt, Bein- und Kopffreiheit sind ausreichend vorhanden. Das Kofferraumvolumen von 508 Liter ist eher kompakt, aber durch die eher eckige Form des Hecks lässt sich der vorhandene Raum sehr gut für die Beladung von diversen Equipment bestens nutzen.

Fazit

Der Subaru Forester e-Boxer bietet Enthusiasten von Saugmotoren ein solide verpacktes Gesamtpaket. Der laufruhige Boxer überzeugt vor allem im Stadtverkehr und abseits befestigten Straßen. Der aufgepeppte Innenraum bietet noch mehr Komfort und eine aufgewertete Ausstattung, welche nicht viele Wünsche offen lässt. Zudem erfreuen sich Käufer über eine kilometerunabhängige Herstellergarantie von acht Jahren. Für Schnellentschlossene gibt es bis Ende September 2025 übrigens noch ein Geschenk, denn wer sich bis dahin für den Forester entscheidet, bekommt einen Satz Winterkompletträder gratis dazu.

Was mich begeistert:

  • Den Einsatz als überraschend flinkes Stadtauto und natürlich die Offroad-Skills
  • Die EyeSight Assistenzsysteme
  • Die bassstarke Soundanlage

Was ich mir noch wünschen würde:

  • Einen weniger nervigen Aufmerksamkeitsassistenten
  • Eine leistungsstärkere Variante als Vollhybrid oder PHEV
  • Eine Sitzlüftung

Factbox: Subaru Forester 2.0i Adventure e-Boxer

Motor/Antrieb

Motor: Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor inkl. Mildhybrid-Technologie
Hubraum: 1.995 ccm
Benzin-Aggregat: Leistung kW/PS: 100 kW / 136 PS
Elektro-Aggregat: Leistung kW/PS: 12,3 kW / 16,7 PS
Drehmoment:
182 Nm bei 4000 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebeart: Lineartronic CVT-Getriebe
0-100 km/h: 12,2 Sekunden
V-Max: 188 km/h

Verbrauch/Umwelt

Werksangabe – kombiniert Liter/100 km: 8,1
Gas-Junky-Test – Durchschnitt Liter/100 km:
8
CO2 Emissionen g/km: 183

Bremsen/Felgen/Reifen

Bremsen: VA: Scheibenbremsen innenbelüftet HA: Scheibenbremsen innenbelüftet
Felgen/Reifen: 225/55 R18

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.722 kg
L/B/H: 4,670 m / 1,830 m / 1,730 m
Radstand: 2,670 m
Kofferraumvolumen: 508-1.731 Liter
Batterietyp: Lithium-Ionen
Batterie Energiegehalt:
4,8 kWh
Tankinhalt: 48 Liter
Kraftstoff: Benzin / Elektro

Preise

Subaru Forester zu haben ab: € 43.990,00
Preis Testfahrzeug inkl. MWSt: € 48.990,00

(c) Bilder: Andreas König