Immer wieder ärgern wir uns über riesige Touchflächen, die mit zahlreichen Funktionen gefüllt sind, die wir vor ein paar Jahren noch mit intuitiven haptischen Elementen gesteuert haben. Auch das Aussterben zahlreicher Kleinwägen ist nicht gerade sehr erfreulich. Daher haben wir uns den neuen Citroen C3 mit reinem Verbrenner und 6-Gang-Handschaltung in seiner bereits vierten Generation für einen Trip ins wunderschöne Kroatien geschnappt. Wie sich der Franzose im Test schlägt, lest ihr hier.





Interieur: Die inneren Werte zählen!
Klar darf man bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse bei der Materialwahl nicht jammern, dennoch haben die Franzosen einen soliden Mix geschaffen, sodass man hier keinesfalls von einer reinen Plastikwüste sprechen darf. Außerdem gefällt uns dieses schlichte Cockpit, denn wir brauchen hier keine zig Displays und zwanzig Untermenüs – keep it simple – und genau das ist beim neuen C3 der Fall. In der getesteten Version wird das Smartphone kabellos mit dem Infotainment-Monitor (10,25-Zoll) gekoppelt. Lediglich die Einstellung der Lautstärke wird hier via Touch gesteuert, auf einen Drehregler hat man leider verzichtet.
Über dem Lenkrad befindet sich eine digitale Anzeige, welche alternativ auch als eine Art Head-up-Display zu betrachten ist. Auch hier werden die wichtigsten Daten gespiegelt, Drehzahlmesser gibt es keinen – hier sollte man sich auf das Gehör verlassen. Es muss sogar noch mit dem Zündschlüssel gestartet werden – ein geniales Retro-Feature!
Außerdem gibt es noch eine intuitive Bedienung für die Klimaeinheit, sodass man nicht in einem nervigen Untermenü herumeiern muss.
Sogar der von der EU vorgeschriebene Geschwindigkeitswarner kann auf Knopfdruck deaktiviert werden, nebenbei auch der Spurhalte-Assistent. Das ist auch gut so, denn die automatische Verkehrszeichen-Erkennung sollte dringend upgedatet werden. Hier erhält man entweder keine Info oder leider spendiert das Display falsche Angaben. Ein 30er auf der Autobahn oder dann doch ein 100er im Ort, na dann doch lieber nicht.











Deutlich besser gefallen uns die Sitze der ersten Reihe (Citroen Advanced Komfort Sitze), die auch auf der Langstrecke reichlich Komfort, aber teilweise zu wenig Seitenhalt spendieren. Hier hat uns nur dazwischen die Mittelarm-Lehne gefehlt.
Die Rücksitzbank ist unserer Meinung nach zu weich gepolstert und auch die Beinfreiheit könnte gerne üppiger ausfallen, zumindest bei großgewachsenen Piloten.
Das Ladevolumen ist mit 310 Liter in der Basis für den etwas über vier Meter Kompakten völlig in Ordnung. Eher ist uns die hohe Ladekante ein Dorn im Auge und die beim Umlegen der Fondsitze (Verhältnis 2:1) bildende Stufe.
Fahrverhalten: Kleinwagen untypischer Komfort!
100 PS? Diese wirken eventuell auf den ersten Blick recht mau, doch der C3 bringt in der Topversion lediglich 1.250 Kilogramm auf die Waage. Auch der Sprint auf Tempo einhundert täuscht mit 10,6 Sekunden ein wenig, denn wir haben uns mit dem Dreizylinder-Turbobenziner niemals untermotorisiert gefühlt. Klar muss man ein wenig im 6-Gang Getriebe „umrühren“, um das Downsizing-Aggregat auf Touren zu bringen, dann steht der Franzose aber gut im Futter und das Aggregat ist auch gut gedämmt. Schade finden wir, dass die Topversion über keinen adaptiven Tempomat verfügt, der speziell auf längeren Etappen zusätzlichen Komfort mit sich bringt.
Apropos Komfort: Auch der C3 kann mit seinem komfortablen Fahrwerk mit hydraulischen Dämpfern punkten, dies merkt man speziell auf Rumpelpisten. Auf kurvigen Landstraßen neigt der C3 gerne mal zu größeren Wankbewegungen. Heimelig fühlt man sich mit dem C3 im urbanen Bereich – hier werden selbst enge Gassen ohne Schweißperlen auf der Stirn durchfahren. Auch über die Parkplatz-Suche muss man sich keinesfalls den Kopf zerbrechen, denn mit seinen kompakten Abmessungen findet man immer ein Platzerl. Lediglich bei der breiten C-Säule sollte man lieber einen zweiten oder dritten Schulterblick riskieren.
Selbst auf der Autobahn sorgt der Franzose für einen soliden Eindruck – lediglich die Windgeräusche dürften ein wenig besser isoliert werden.







Ab € 16.990 ist der C3 als Turbobenziner erhältlich, im Vergleich zur Testversion natürlich deutlich ausstattungsbereinigt. Die Topversion als Benziner kostet mindestens € 22.325. Das sind mehr als € 7000 weniger als die E-Version in gleicher Ausstattungslinie, die wir gerade ausgiebig testen, aber eher im urbanen Bereich, wohlgemerkt nicht in Kroatien.
Was uns gefällt:
- Die Bedienung
- Der Antriebsstrang
- Der Citroen-typische Komfort
Was wir noch verbessern würden:
- Die Verkehrszeichen-Erkennung
- Die hohe Ladekante
- Für die Topversion einen adaptiven Tempomat
- Eine Mittelarm-Lehne für die Topversion
Factbox: Citroen C3 MAX Turbo 100 PS Manuell
Motor/Antrieb
Motor: 3-Zylinder Ottomotor, vorne quer
Hubraum: 1.199 ccm
Leistung kW/PS: 74 kW / 101 PS
Drehmoment: 205 Nm bei 1.750 U/min
Antrieb: Front
Getriebeart: 6-Gang Schalter
0-100 km/h: 10,6 Sekunden
V-Max: 160 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – Stadt/Land/kombiniert l/100 km: 5,6-5,7 l/ 100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 7
CO2 Emissionen/Abgasnorm: 126-128 g/km
Bremsen/Felgen/Reifen
Bremsen: VA: Scheibenbremsen (innenbelüftet) HA: Trommel
Felgen/Reifen: 205/50 R17
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.250 kg
L/B/H : 4,015 m /1,813 m / 1,577 m
Radstand: 2,540 m
Kofferraumvolumen: von 310 Liter
Tankinhalt: ca. 44 Liter
Kraftstoff: Super
Preise
Citroen C3 zu haben ab: € 16.990
Citroen C3 MAX Turbo 100 PS manuell zu haben ab: € 22.325
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MWSt: € 23.003,35
Sonderausstattung
Winter-Paket € 742,95
Reifen-Pannen-Set € 25,40
(c) Bilder: Sebastian Poppe
