Der stärkste Serien-Golf aller Zeiten im Test. 33 PS mehr Leistung als der GTI-Clubsport und nochmals 13 PS konnte der Wolfsburger im Zuge des Facelifts ergattern. Langsam war der Golf R ja nie, aber 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßen-Tempo sind schon eine Ansage. Wie schlägt sich der Kompakt-Racer mittels Torque Vectoring im kurvigen Bereich?
Die Rundenzeit der 20 Years Edition am Nürburgring mit 7:47,31 Minuten untermalt das Performance-Potential des Kompakt-Racers.
Welche Änderungen das Facelift auszeichnen und wo wir noch Verbesserungsvorschläge wünschen, lest ihr hier.
Interieur: Neue Infotainment-Lösung und Sportlichkeit bis ins kleinste Detail
Bei der Vorfacelift-Version kämpften wir mit Softwareproblemen der Infotainment-Zentrale bei zahlreichen Modellen. Auch die Menüpunkte hatten leider keine klare Struktur, die Touchbefehle wurden nur holprig umgesetzt, der Slider darunter war nicht beleuchtet und das Display streikte immer wieder.
Nun hat auch die Facelift-Version des Golf R ein größeres Display mit intuitiver Bedienlogik erhalten. Der Slider unterhalb ist nun beleuchtet, sodass man auch bei später Stunde damit arbeiten kann. Auch die Touch-Befehle werden deutlich zügiger umgesetzt und die Software läuft erstklassig.
Leider sind bei der achten Generation die Touch-Oberflächen am Sportvolant erhalten geblieben, bei den anderen Golf Facelift-Versionen haben die Wolsfburger nachgebessert. Hier können die einzelnen Funktionen leider noch nicht ganz so sauber umgesetzt werden bzw. werden ungewollt andere betätigt, oftmals ist es die Lenkradheizung, die bei sommerlichen Temperaturen ungewollt das Volant zusätzlich aufheizt. Auf der anderen Seite findet man die blaue „R“-Taste, womit die Fahrdynamik auf die schärfste Stufe gestellt wird.
Die Sportsitze mit integrierter Kopfstütze bieten erstklassigen Seitenhalt und sorgen auch auf längeren Etappen für reichlich Restkomfort.
Die Passagiere in zweiter Reihe verfügen beim Kompakt-Racer über reichlich Kopf- und Beinfreiheit und auch beim Ladevolumen liegt man mit rund 350 Liter gut im Rennen. Wem dies zu wenig ist, der kann die Topversion auch als Variant mit ebenfalls 333 PS ordern. Geschärften Klang erhält man mittels optionalem Soundsystem von Harman Kardon oder ebenfalls per Titan-Abgasanlage.











Exterieur: Geschärftes Design und illuminiertes VW-Emblem
Die Facelift-Version der sportlichsten Golf Version wird anhand einer neuen Frontpartie mit neuen LED-Scheinwerfern und dem erstmals illuminierten VW-Logo erkannt. Ein klareres Highlight sind ebenso die IQ.Light LED-Matrix-Scheinwerfer, die besonders zu später Stunde die Fahrbahn bis zu 500 Meter ausleuchten und mittels Fernlicht-Assistent erstklassig auf- und abblenden. Am Heck sind die LED-Rückleuchten im 3D-Design gestaltet und sorgen somit für ein unverwechselbares Design inklusive dynamischen Blinker. Der Abschluss des Hecks gelingt auch beim Facelift mittels einer vierflutigen Abgasanlage. Schade finden wir, dass man bei der serienmäßigen Sportabgasanlage auf chromfarbene Endrohre blickt, obwohl man das Design-Paket „Black Style“ geordert hat.
Optional steht eine Titan-Abgasanlage von Akrapovic um knapp fünf Tausender zur Verfügung, diese minimiert das Leergewicht um sieben Kilo und liefert deutlich kräftigeren Klang.









Fahrverhalten: Sportsfreund mit Allround-Talenten
Der Golf R ist auch in seiner Facelift-Version für zahlreiche Situationen gewappnet und gerade dieses Talent zeichnet den Sport Golf aus. Mithilfe der adaptiven Dämpfer kann man per Touch-Befehl die Spreizung des Fahrwerks einstellen bzw. per Fahrmodi.
Mittels dem optionalen R-Performance-Paket wird die V-Max von 250 km/h auf 270 km/h erhöht und auch zwei weitere Fahrmodi (Nürburgring und Drift) stehen dann zur Verfügung.
Unter der Haube schlummert weiterhin der zwei Liter Turbobenziner mit dem Kürzel EA888. Wie bereits erwähnt hat man dem Golf R im Zuge des Facelifts nochmals 13 PS zusätzlich spendiert, das Drehmoment mit 420 Nm blieb unberührt. Die Kräfte werden via 7-Gang-DSG an alle vier Räder weitergeleitet. Bei sportlicher Fahrweise und speziell im kurvigen Hinterland profitiert man von unglaublicher Traktion dank Torque Vectoring. Die Lenkung liefert reichlich Rückmeldung und mit zielgenauem Einlenkverhalten die perfekte Abstimmung.
Hält man ca. drei Sekunden auf den Start-Button und steigt danach auf das Bremspedal gelingt der Start nochmals mit mehr Emotion, da man das Aggregat mit etwas höherer Drehzahl zum Leben erweckt. Grundsätzlich will der Golf R mit der Sportabgasanlage aber nicht auf die Poser-Schiene geraten, womit er sich eher bedeckt hält. In den sportlichen Modi gelingt es auch, dass der Wolfsburger leichte Pops and Bangs präsentiert. Dazu gesellen sich Ansauggeräusche des Aggregats, wem dies zu wenig ist, der muss zur Titan-Abgasanlage greifen.
Mit neun Liter fällt der Treibstoffverbrauch völlig in Ordnung aus, natürlich könnte man noch rund einen Liter einsparen, aber natürlich kauft man dieses Sportgerät keinesfalls, um mit Eco-Verbrauchswerten zu glänzen.
Preislich startet der Golf R bei 69.590 Euro, das ist schon jede Menge Geld für einen Kompakt-Racer. Hierzulande darf man natürlich die bereits integrierte NoVA nicht vergessen, sodass der Golf R in Deutschland mit 55.000 Euro in der Preisliste steht. Ganz abgesehen von diesem nahezu unverständlichen Kapitel bleibt der Golf R ein Kompaktsportler mit Allround-Talenten und dies zeichnet den Wolfsburger aus und macht ihn selbst in diesem Segment konkurrenzlos.
Unser Fa(hr)zit:
Die Facelift-Version profitiert im Interieur von der überarbeiteten Infotainment-Lösung, welche trotz Touch-Bedienung sehr intuitiv und benutzerfreundlich gestaltet wurde. Die Sportsitze bieten auch auf längeren Strecken neben reichlich Seitenhalt erstklassigen Komfort. Das optionale Harman Kardon Soundsystem sollte unbedingt gewählt werden. Beim Exterieur sticht das illuminierte VW Logo als auch die neue Front mit den schmäleren Leuchten ins Auge. In puncto Fahrverhalten glänzt der VW Golf R weiterhin mit einer Spreizung zwischen reichlich Komfort und unglaublicher Sportlichkeit. Die hohe Traktion dank erstklassiger Technik mittels Torque Vectoring ist kaum in Worte zu fassen. Preislich startet der VW Golf R bei knapp 70.000 Euro, dies ist schon eine Menge Geld, wohlgemerkt in erster Linie aufgrund der hohen Besteuerung hierzulande.
Was uns gefällt:
- Das hohe Traktionslevel und die Fahrdynamik
- Das neue Infotainment-System
- Der Treibstoffverbrauch
Was wir noch verbessern würden:
- Die Endrohre bei Wahl des Black Style Pakets in Schwarz montieren
- Die hohe Besteuerung der Verbrenner in Österreich
- Die Bedienelemente am Lenkrad

Factbox: VW Golf R TSI 4Motion DSG 4-türig
Motor/Antrieb
Motor: 4-Zylinder Ottomotor, vorne quer
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung kW/PS: 245 kW / 333 PS
Drehmoment: 420 Nm zwischen 2.100 U/min und 5.500 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebeart: 7-Gang DSG
0-100 km/h: 4,6 Sekunden
V-Max: 270 km/h
Verbrauch/Umwelt
Werksangabe – Stadt/Land/kombiniert l/100 km: 8,1 l/ 100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 9,0
CO2 Emissionen/Abgasnorm: 184 g/km
Bremsen/Felgen/Reifen
Bremsen: VA: Scheibenbremsen (innenbelüftet, gelocht) HA: Scheibenbremsen (innenbelüftet)
Felgen/Reifen: 8Jx19 / 235/35 R19
Gewicht und Maße
Leergewicht: 1.548 kg
L/B/H : 4,296 m /1,789 m / 1,454 m
Radstand: 2,629 m
Kofferraumvolumen: von 341– bis 1.197 Liter
Tankinhalt: 55 Liter
Kraftstoff: Super Plus
Preise
Golf R TSI 4Motion DSG 4-türig zu haben ab: € 69.590
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA (18 %) und MWSt: € 73.731,33
Sonderausstattung
Außenlackierung: Lapiz Blue Metallic € 979,80
Design-Paket „Black Style“ inkl- IQ-Light € 412,62
Kopf- und Seitenairbag vorn und hinten € 426,42
Räder 19-Zoll Estoril in Schwarz € 1.174,38
Soundsystem Harman Kardon € 775,56
Sprachassistent IDA € 256,68
Steckdose 12-V vorn € 35,88
NoVA-Zuschlag € 1.970
(c) Bilder: Sebastian Poppe
