Die Koreaner haben bereits 1993 die erste Generation des Kompakt-SUV ins Rennen geschickt. Damals war der Marktanteil der Hochbeiner vergleichsweise niedrig. Dennoch konnten Generation zwei, drei und vier ebenso als Trendsetter punkten und sorg(t)en keineswegs für langweilige Tage im Schauraum der Händler.

Aber wie schlägt sich nun die überarbeitete, vierte Generation im Test?

Trotz des SUV-Booms haben es die Ingenieure und Designer geschafft aus einem verdammt guten SUV ein noch besseres zu meißeln.

Die umfangreiche Serienausstattung wurde erweitert und auch das Außendesign ist nun mit noch mehr Sportlichkeit geziert: Stoßfänger, Frontscheinwerfer, Rückleuchten und auch das Felgen-Design wurden neugestaltet und glänzen nun mit einem noch dynamischeren Erscheinungsbild.

Man merkt eben, dass Peter Schreyer doch noch ein wenig Liebe zu seinem ehemaligen Arbeitgeber verspürt – das Leuchtband am Heck bestätigt dies problemlos.

Interieur: Haptik-Nörgler, seid gegrüßt!

Auch beim Blick in den Innenraum hinkt der Koreaner der deutschen Konkurrenz an keiner Stelle nach. Zwar wird man bei der ersten Fahrt von der Knöpferl-Armee ein wenig überfallen, diese könnte man reduzieren, indem man gewisse Funktionen in das flott arbeitende 8-Zoll-Touchdisplay (7-Zoll Serie), verfrachtet.

Dieses ist nicht nur für zügige Befehle bekannt, sondern punktet auch mit einer simplen Bedienung – auf den ach so heiligen Dreh- und Drückregler kann man hier problemlos verzichten. Dennoch sollte man beim Generationenwechsel bei der Grafik der 360-Grad-Kamera ein wenig nachbessern, denn spätestens bei Einbruch der Dämmerung verlässt man sich dann lieber auf die Parkpiepser.

Sowohl Tacho und Drehzahlmesser werden noch über analoge Instrumente angezeigt, hier könnte man ebenso beim Generationenwechsel ein wenig nachrüsten und die Anzeigen digitalisieren, aber das ist schon jammern auf sehr hohem Niveau.

Dieses wird auch in puncto Platzverhältnisse geführt, denn abgesehen von Fahrer- und Beifahrer verfügen auch die Fondpassagiere über reichlich Kopf- und Beinfreiheit. Das Ladeabteil fasst in der Basis bereits über 500 Liter, bei umlegen der Rückbank kann das Ladevolumen beinahe verdreifacht werden. Dies reicht für Hund, Kind und Kegel alle mal aus – ein wenig nervig ist das laute Warngeräusch, wenn die automatische Heckklappe öffnet und schließt.

Ausstattungshighlights aus der Oberklasse

Wie bereits erwähnt haben die Koreaner den Sportage in der Basis mit einer umfangreichen Liste an Goodies ausgerüstet – dies sticht besonders ins Auge, wenn man die zweithöchste Ausstattungslinie wählt. Fahrer- und Beifahrersitz können auf Wunsch nicht nur beheizt, sondern auch gekühlt werden. Gegen einen läppischen Aufpreis bekommt man einen der wohl schönsten Farbtöne der Kia-Farbpalette (Blue Flame) und zahlreiche Sicherheits-Goodies spendiert. Die Ledersessel bieten neben hohem Komfort auch reichlich Seitenhalt, sodass neben der hohen Langstreckentauglichkeit (aber dazu kommen wir später) auch die kurvige Landstraße richtig Gaude macht.

Downsizing-Selbstzünder: Tief Luft holen…

Aber um hier zu punkten, benötigt es eben mehr als nur gemütliche Sitze – nämlich in erster Linie einen vernünftig motorisiertes Herzstück, welches auch in puncto Effizienz der Konkurrenz keinesfalls nachhinkt.

Beim getesteten Sportage setzen die Ingenieure auf Downsizing, es löst ein 1,6-Liter-Selbstzünder den altbekannten 1,7-Liter-Ölbrenner ab und dieser punktet mit der neuen Abgasnorm Euro 6d-TEMP.

Das Downsizing-Aggregat ist an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, welches für kaum spürbare Gangwechsel sorgt. Schade ist, dass der Selbstzünder immer eine Denksekunde benötigt, um das volle Drehzahlband an die Kurbelwelle loszulassen. Durch drücken der Sporttaste kann man dieses Problem zwar verbessern, aber keinesfalls eliminieren. Denn hier gönnt sich das Kompakt-SUV schon mal den einen oder anderen Liter mehr. Demnächst wird man neben der stärksten Variante auch der schwächeren Version die Mildhybrid-Technologie spendieren, womit man die Spritzigkeit im Drehzahlkeller pushen wird.

Komfortzuschlag!

Hingegen wurde die Seitenneigung für diesen hohen Schwerpunkt tadellos verringert, sodass hie und da schon mal die Strecke im Hinterland ordentlich Fahrspaß mit sich bringt.
Dennoch ist man mit dem mehrfachen Millionär am Liebsten auf der Autobahn unterwegs. Es ist erstaunlich, welch hohen Komfortfaktor die Ingenieure diesem Fahrzeug spendierten. Kaum Windgeräusche, der brummige Diesel wurde einwandfrei gedämmt und auch die Abstimmung des Fahrwerks inklusive der 19-Zoll-Räder sorgen für ein rundum Komfortpaket.
Auch nach einer Strecke von knapp 500 Kilometer am Stück lässt die Stille und Bequemlichkeit des Sportage keinesfalls nach – wir würden es als Erfolg bezeichnen, diesen man problemlos beim nächsten Kia Händler des Vertrauens ordern kann.

Was uns gefällt:

  • Der hohe Reisekomfort
  • Das flottschaltende Doppelkupplungsgetriebe
  • Die ausgezeichnete Haptik

Was wir noch verbessern würden:

  • Das Ansprechverhalten des Sebstzünders
  • Die Knöpferl-Armee beseitigen
  • Auflösung der 360-Grad Kamera

Factporn: Kia Sportage 1.6 CRDi SCR ISG AWD Platin (DCT7)

Motor / Antrieb

Motor: 4-Zylinder Turbodieselmotor mit SCR-Katalysator
Hubraum:  1.598 ccm3
Leistung  kW /PS: 100 kW / 136 PS
Drehmoment: 320 Nm bei 2.000 – 2.250 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebeart: 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
0-100 km/h: 11,8 Sekunden
V-Max: 180 km/h

Verbrauch / Umwelt

Werksangabe –Stadt/außerorts/kombiniert, l/100 km: 5,0/5,1/5,1
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 7,3 L
CO2 Emissionen: 133 g/km Euro 6d-TEMP

Fahrwerk / Reifen / Bremsen

Vo. Achse: MacPherson Einzelradaufhängung
Hi. Achse: Einzelradaufhängung mit Mehrlenkerachse
Bremsen: VA: innenbelüftete Scheibenbremsen; HA: Scheibenbremsen
Felgen / Reifen: 7.5Jx19 ET50.5 / 245/45 R19

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.593 kg
L/B/H: 4,485 / 1,855 / 1,635 m
Radstand: 2,670 m
Wendekreis: 11,0 m
Kofferraumvolumen: 503 Liter
Kofferraumvolumen bei umgeklappten Rücksitzen: 1.492 Liter
Tankinhalt:
58 Liter
Kraftstoff:
Diesel

Preise

Kia Sportage zu haben ab:  € 23.990
Basispreis Kia Sportage 1.6 CRDi SCR ISG AWD Platin:
€ 43.190
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und Mwst: € 46.190

Sonderausstattung:

Metalliclackierung (Blue Flame) € 600
Paket Platin Sicherheit € 2.400
360 Grad Around View Monitor
elektrisches Panorama-Glasschiebe-/Hubdach
Querverkehrsassistent
Totwinkelassistent

(c) Bilder: Sebastian Poppe

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