Mercedes hat mit der neuen A-Klasse neue Standards in der Kompaktklasse an den Tag gelegt, zumindest wenn man gewisse aufpreispflichtige Extras auswählt.

Man hat mit der MBUX (Mercedes-Benz User Experience) einen neuen Meilenstein gesetzt, denn das Fahrzeug mit dem internen Kürzel W177, kann dank künstlicher Intelligenz zahlreiche Einstellungen automatisch übernehmen. Darüber hinaus hat man den alten Infotainment-Bildschirm, der im Vergleich zum neuen wie ein Mäusekino wirkt, gleich gegen zwei integrierte Displays ausgetauscht. In der Basisversion handelt es sich um zwei 7-Zoll-Screens, in der getesteten Version waren es zwei 10,25-Zoll-Displays (gegen Aufpreis). Aber nicht nur die Größe dieser digitalen Anzeige fasziniert, sondern auch die Schärfe der hinter einem Glaspanel integrierten Bildschirme schlägt jedes Konkurrenzprodukt.

Die Steuerung des Systems erfolgt mittels eines Touchpads in der Mittelkonsole, oder auch mit einer Navigationstaste am Volant, diese an BlackBerry-Geräte erinnert.

ABER nun kommt das absolute Highlight: Wer nicht gerne während der Fahrt in Untermenüs surft, der kann diese zahlreichen Funktionen auch mittels neuer Sprachsteuerung abrufen. „Hey Mercedes!“ und schon ertönt eine angenehme Damenstimme: „Ja bitte?“

„Mir ist kalt!“ oder „Mir is koid!“, und im Nu wird die Temperatur automatisch dem Befehl angepasst, ohne dass der Lenker eine Taste berührt. Zusätzlich wird dieser Vorgang mittels blauer oder roter Beleuchtung in den modern designten Lüftungsdüsen, welche bereits auch in anderen, höherpreisigen Modellen Einzug finden, signalisiert.

Aber zurück zum Ursprung. Viele dieser Systeme haben uns in der Vergangenheit unzählige Nerven gekostet. Man hat bei manchen Infotainment-Systemen für die Eingabe der Zielführung mittels Sprachsteuerung eine gefühlte halbe Stunde benötigt und selbst dann war es nicht sicher, ob der Zielort erkannt werden konnte, sodass man lieber alles mittels Dreh- und Drücktaste mühsam reinklopfte.

Diese Hightech-Zentrale fasziniert nach jedem gefahrenen Kilometer mehr – aber nur eine fortgeschrittene Technik macht noch lange kein perfektes Fahrzeug aus dem neuen Baby-Benz.

Spätestens, wenn man die Verarbeitung des Interieurs betrachtet, würde man selbst als Kritiker kaum schlechte Worte über die bereits vierte Generation verlieren. Einzig und allein sind uns der äußerst billig wirkende Blink- und Wahlhebel ein Dorn im Auge, diese Bedieneinheiten haben beim Vorgänger deutlich wertiger gewirkt, aber gut das ist jammern auf hohem Niveau.

Die Haptik könnte problemlos eine Klasse weiter oben Einzug nehmen. Die Technik würde es locker bis in die Oberklasse schaffen.

In puncto Platzangebot merkt man ebenso Fortschritte zum Vorgänger, denn das Fahrzeug hat in der Länge um ganze zwölf Zentimeter und beim Radstand um drei Zentimeter dazugewonnen.

,Das Kofferraumvolumen ist zwar noch immer um ein Eck kleiner als jenes des Wolfburger Konkurrenten. Dennoch hat die Laderaum-Lücke deutlich an Breite dazugewonnen. Dies macht sich besonders bei sperrigen Gütern bemerkbar.

Ebenso fällt auch das scharfe Bild der Rückfahrkamera bereits beim ersten Auspark-Manöver auf. Ein wenig nervend ist jedoch, das Geräusch, wenn das Markenzeichen am Heck die Kamera ausfährt. Wir würden das Fahrzeug trotzdem ausschließlich mit zumindest Rückfahrpiepser oder der gestochen scharfen Rückfahrkamera konfigurieren, da besonders die Übersichtlichkeit nach hinten eher beschränkt ist. Die Sicht nach vorne konnte im Vergleich zum Vorgänger deutlich gesteigert werden.

Und wie fährt sich Mercedes Kleinster?

Bereits auf den ersten Metern ist man überrascht, wie vibrationsarm und gut gedämmt der 1,5-Liter-Diesel unter der gestreckten Haube arbeitet, welcher bereits nach Euro 6d-TEMP homologiert ist.

Äußerst bemerkenswert, wenn man sich vor Augen führt, dass dieses Aggregat von Renault stammt und auch als Herzstück des Dacia Duster dient.

(c) Bild: SP

Aber die Ingenieure bei Mercedes haben tatsächlich hervorragende Arbeit geleistet und holten das Maximum aus dem Selbstzünder heraus. Kaum ein anderes Fahrzeug mit identer Leistung, hat mit solch kräftigen Durchzug in jeglicher Situation überrascht.

Klarerweise handelt es sich beim Einstiegsdiesel keinesfalls um eine Sportskanone, dennoch ist man für den Alltag ausreichend motorisiert.

Auch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sorgt für flotte, aber keinesfalls ruppige Gangwechsel.

Das Volant liegt ausgezeichnet in den Händen, jedoch hätte die Lenkung noch ein wenig mehr an Präzision vertragen. Selbst im Sport-Modus, wenn der Baby-Benz seine Muskeln anspannt, muss man bei flotter Kurvenfahrt ein wenig nachdirigieren.

Das Fahrwerk ist eher auf der sportlicheren Seite angesiedelt, dies liegt natürlich auch an den optionalen 18-Zoll-Leichtmetallrädern, dennoch macht sich die etwas straffere Abstimmung auf kurvigen Strecken bezahlt.

Auch die Bremsanlage packt griffig zu und ist gut dosierbar.

Somit sind die kritischen Anfänge in puncto Fahrdynamik als die A-Klasse Opfer des Elchtests wurde, schon längst Schnee von gestern. So viel Komfort gepaart mit sportlicher Dominanz steckte jedoch in noch keiner A-Klasse. Der Einstiegspreis und die unzähligen Extras waren jedoch auch noch nie davor so teuer.

Was uns gefällt:

  • Diese freundliche Damenstimme
  • Die Bedienung des Infotainmentsystems
  • Die Fahrleistungen

Was wir noch verbessern würden:

  • Den billig wirkenden Blink- und Wahlhebel
  • Den Einstiegspreis senken
  • Dauertest-Termin ?

Technische Daten: Mercedes-Benz A 180d

Motor / Antrieb

Motor: 4 Zylinder Dieselmotor
Hubraum / Verdichtung: 1.461 ccm3
Leistung kW /PS (Gesamt): 85 kW / 116 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment: 260 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebeart: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
0-100 km/h: 10,5 Sekunden
V-Max: 202 km/h

Verbrauch / Umwelt

Werksangabe: Stadt/Land/kombiniert, l/100 km: 4,5 / 3,9 / 4,1
Gas-Junky-Test: Durchschnitt l/100 km: 5,5
CO2 Emissionen: 114g/km

Fahrwerk / Reifen / Bremsen

Vo. Achse: Einzelradaufhängung, MacPherson-Federbeine, Schraubfedern, Stoßdämpfer
Hi. Achse: Verbundlenker Hinterachse
Bremsen: VA: Innenbelüftete Scheibenbremsen; HA: Scheibenbremsen
Felgen / Reifen: 205/60/R16 (Serienbereifung)

Gewicht und Maße

Leergewicht: 1.445 kg
L/B/H: 4.419 / 1,796 / 1,44 (Meter)
Radstand: 2,729m
Kofferraumvolumen: 370 Liter
Tankinhalt: 43 Liter, (Optional 51 Liter)
Kraftstoff: Diesel

Preise

Mercedes-Benz A-Klasse zu haben ab: € 28.750
Mercedes-Benz A-Klasse 180d zu haben ab: € 32.919,99
Preis Testfahrzeug, inkl. NoVA und Mwst: € 49.455,39,-€

Sonderausstattung:

Lackierung: Polarweiß € 220
Zierelemente Aluminium mit Längsschliff hell € 155
AMG-Line € 3.830

Premium Plus Paket € 5.225
Burmester Surround-Soundsystem € 435
Night-Paket € 405
MBUX Augmented Reality für Navigation € 260
Totwinkel-Assistant € 470
Aktiver Abstands-Assistant DISTRONIC € 625
PRE-SAFE System € 345
Head-up-Display € 1.035
Digitales Radio € 210
Scheibenwischanlage beheizt € 120

(c) Bilder: DG, SP

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