Mazda CX-5 G194 AWD
Anti-Downsizing-Prophet

Von der Kork-Veredelung, zum Autobauer, der gegen den Strom schwimmt.

Kork? Ja, Sie haben richtig gelesen – alles begann 1920 als „Toyo Cork Kogyo Ltd“. Maschinenbauteile wurden erstmals 1928 gefertigt und zwei Jahre später baute man die ersten Motorräder. Mitte der 30er Jahre kamen dann noch motorisierte Dreiräder und LKWs hinzu. 1960 war es dann soweit und man produzierte das erste Auto – den Mazda R360. Ein kleines Coupé.
Der Name Mazda ist übrigens an „Ahura Mazda“, die höchste zoroastrische Gottheit der Weisheit und Erkenntnis angelehnt und klingt im Japanischen ähnlich wie der Name des Firmengründers – „Matsuda“.
Ist es nicht wundervoll und inspirierend wie die Japaner immer auf ihre „Produkt“-Bezeichnungen kommen?

Mazda war immer schon anders – angefangen vom Design der Fahrzeuge bis hin zu den Motoren – und bis heute hält man an dieser Philosophie fest. Ob dies unvorteilhaft ist? Meine persönliche Meinung dazu: KEINESFALLS!

Toll, dass es noch Hersteller gibt, welche in eine ganz andere Richtung entwickeln und forschen. Mazda ist diesbezüglich ein echtes Paradebeispiel.

In den Anfängen hat man viel Zeit und Geld in die Weiterentwicklung des Wankelmotors gesteckt. Sie denken es hätte sich nicht ausgezahlt? Doch das hat es!
Denn als erstem und einzigen japanischen Automobilhersteller gelang es Mazda mit dem 787B und seinem 700PS starkem 4-Scheiben-Wankelmotor, die 24-Stunden von Le Mans zu gewinnen.

Heute in Zeiten des Downsizings geht Mazda wieder einen eigenen Weg. Nämlich der des Hubraums und Saugmotors. Auch dies ist ein gutes, sowie mutiges Konzept und es klappt tadellos!

Wie gut das funktioniert durften wir mit dem facegelifteten und überarbeiteten Mazda CX-5 erfahren.

Liebe auf den ersten Blick

Klar, in einem Land wie Österreich, wo die Leidenschaft für deutsche Autos recht groß ist, haben es die Japaner immer ein wenig schwer. Aber jetzt mal ehrlich – der CX-5 sieht doch einfach sowas von verdammt sexy aus. Vor allem die Front hat es mir angetan. Und weil ich es ganz genau wissen wollte, habe ich das gute Stück auf einen Supermarktparkplatz geparkt und die Leute mal so nach deren Meinung gefragt. Könnte ja sein das ich mit meiner Meinung zur Optik ganz allein dastehe.

Ich stehe also auf dem Parkplatz – Kommissar Zufall – ein Herr in einem neuen deutschen Premium-SUV parkt sich ein.
Mein Gedanke: Den schnapp ich mir gleich mal!
Ich stelle mich also kurz vor (Philipp Mozga – Gas-Junky Motormagazin… bla, bla) und frage ihn anschließend nach seiner persönlichen Meinung.

Mit der Antwort hatte ich nicht gerechnet…
Sagt mir der nette Herr doch tatsächlich, dass er sich einen Mazda CX-5 kaufen wollte, doch dann hatte ihn seine Frau überredet, bei der deutschen Konkurrenz zu bleiben. Jaja, was tut man nicht alles für die Frauen…? Naja, vermutlich hat sich seine Frau den CX-5 nicht genau angesehen.

Auch die anderen Passanten, waren von dem Design des Japaners sehr angetan. Ich bin also mit meiner Meinung nicht alleine!

Japanische Gründlichkeit

Im Innenraum geht es übersichtlich und durchdacht zu. Am Lenkrad findet man alles, was man dort finden möchte, an den Bedienelementen links bzw. rechts davon ist ebenfalls alles klar angeordnet. Lediglich das zurückstellen des Tageskilometerzählers bereitete mir dann doch einen Schweißausbruch. Üblicherweise findet man diesen einen Knopf irgendwo rund um das Lenkrad oder am Tachometer. Nix da. Man muss das sieben Zoll Farbdisplay aktivieren –  dies kann man übrigens manuell in der Mittelkonsole mit dem Dreh- und Drückregler machen oder aber auch per Touch (genial!), danach muss man sich durch ein Menü klicken, wo man anschließend den Kilometerzähler, sowie Durchschnittsverbrauch auf null setzen kann.
Alles durchdacht bzw. logisch und dann so etwas?
Aber gut, da kann man noch darüber hinwegsehen.

Was die Materialauswahl angeht, so gibt es schon die eine oder andere Stelle, wo die deutsche Konkurrenz hochwertigere Kunststoffe verwendet, dennoch muss man den Japanern zu Gute kommen lassen, dass man es optisch überhaupt nicht merkt. Erst wenn man ausreichend und innig die einzelnen Materialien befühlt, fällt dies auf.

Die Ledersitze in der Revolution-Top-Ausstattung sind recht straff gepolstert. Wer es gern weich und gemütlich hat, der wird mit dem Gestühl nicht ganz zufrieden sein.

Das Navigationssystem muss ich extra loben – kann mich kaum an ein Besseres erinnern. Verfahren ist eigentlich unmöglich. Rechtzeitige Ansagen, sehr flotte Berechnung, unkompliziert und auch das Head-Up-Display, welches direkt in die Windschutzscheibe projiziert wird, zeigt einem die Fahrtrichtung an, wodurch man sich nicht dem Verkehrsgeschehen abwenden muss, um auf das Navi zu schauen.

Hubraum und Motor statt Turbo und Motörchen

Der G194 mit 2,5 Liter Hubraum und logischerweise 194 Pferden arbeitet erstmals mit einer Zylinderabschaltung. Sprich – wenn man im „Cruisermodus“ unterwegs ist und nicht schneller als 130 km/h fährt, bleiben bei zwei Zylindern die Ventile geschlossen und sind somit deaktiviert. Wirklich große Einsparungen sind allerdings nur bei geringerer Geschwindigkeit möglich. Immerhin kamen wir bei gemütlichen Überland-Fahrten auf 7,9 Liter. Innerstädtisch und bei kürzeren Strecken muss man sich jedoch an neun Liter gewöhnen.

Klingt schlimm? Nun ja, bei der Größe, Gewichts- und PS-Klasse sind die Benzinmotoren der anderen Hersteller auch nicht viel sparsamer. (Ausgenommen Hybrid-Motoren!) Und die Primzahl-Motörchen mit Turboaufladung haben hie und da sogar mehr Durst.

Der CX-5 sieht nicht nur sportlich aus, er will auch so bewegt werden. In den Kurven macht einem der höhere Schwerpunkt zwar hin und wieder einen Strich durch die Rechnung, dennoch will man mit dem Mazda immer ein wenig spielen. Das 4-Zylinder-Aggregat giert nämlich nach Drehzahl. Auch akustisch meldet er sich ab 4000-Touren kräftig zu Wort und teilt einem mit, dass dies ein Motor der „alten Schule“ ist. Als Saugmotor-Fan ist dies für mich natürlich herrlich – jedoch gibt es diesbezüglich definitiv auch einige Gegenstimmen. (Wir erinnern uns aber: Mazda – gegen den Strom schwimmen…)

Obwohl, wem es in oberen Drehzahlbereich zu laut wird, der könnte auch das Bose-Soundsystem mit 10 Lautsprechern entsprechend seinem Gehör anpassen.

Die 6-Gang-Automatik spielt das Spiel der „Sportlichkeit“ ebenfalls tadellos mit. Smoothe, sanfte Gangwechsel, die zwar etwas schneller sein könnten, aber gut – ich akzeptiere, dass der CX-5 kein reinrassiger Racer ist.

Vielleicht ist mein Gesäß etwas zu schmal, aber in schnellen Kurven bietet das straffe Ledergestühl ein bisschen zu wenig Seitenhalt und auch die Bremsen möchte man beim nächsten Mal vielleicht ein klein wenig größer dimensionieren.

Ansonsten lässt das Mazda-SUV keine Wünsche offen. Auch im Fond ist der Einstieg leicht, die Sitzposition gut und es ist ausreichend Kopf- als auch Beinfreiheit vorhanden.

Die elektrische Heckklappe gibt nach gemächlichen öffnen 506 Liter Volumen frei, welches noch auf beachtliche 1.620 Liter erweitert werden kann.

Bye bye my love…

Auch die Liebe findet oft ein schnelles Ende – in meinem Fall nach sechs Tagen. Da musste ich ihn wieder abgeben – das schönste Gesicht am SUV-Markt.

Mein FAZIT:

Was mich begeistert:
Diese Front! Für mich das aktuell schönste SUV-Gesicht!
Immer noch ein Saugmotor – Für mich als „Sauger-Fan“ – Fantastisch!
Preis-Leistung ist TOP!

Was ich mir noch wünschen würde:
6-Gang-Schaltgetriebe, mehr Seitenhalt und Sitzkomfort, ein klein wenig bissigere Bremsen und eine schnellere Möglichkeit den Tageskilometerzähler zurückzusetzen.

Factporn:

Modell: Mazda CX-5 G194 AWD Revolution Top
Motor / Antrieb: Benzinmotor, 4-Zylinder mit Zylinderabschaltung
Hubraum: 2.488 ccm3
Leistung (Gesamt): 143 kW (194 PS)
Drehmoment: 258 Nm bei 4.000 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebeart: 6-Gang-Automatik
0-100 km/h: 9,2 Sekunden
V-Max: 195 km/h
Verbrauch Werksangabe – Stadt/Land/kombiniert, l/100 km: 8,7 / 6,1 / 7,1
Leergewicht:
1.485 kg
L/B/H: 4,550 / 1,840 / 1,680 (Meter)
Radstand: 2,700 (Meter)
Wendekreis: 12m
Kofferraumvolumen: 506 bis 1620 Liter
CO2 Emissionen:
162g/km
Tankinhalt:
58 Liter
Kraftstoff:
Benzin Super
Mazda CX-5 zu haben ab: 25.990 € (Ausstattung: Emotion)
Basispreis CX-5 G194 Revolution-Top :
41.390 €
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und Mwst: 42.880 €

 Sonderausstattung:

Metallic-Lackierung: 890,- €
Navigation: 600,- €

Ausstattung Revolution-Top:
Front- & Seiten- & Schulterairbags, Stabilitätskontrolle
LED-Scheinwerfer mit Waschanlage
i-stop (Start-Stopp-Automatik)
Rücksitzlehne mit Neigungsverstellung
City-Notbremsassistent
Berganfahrassistent
G-Vectoring Control (GVC)
HMI-Steuerung (Dreh-Drück-Knopf für Infotainment)
7‘‘-Touchscreen für Infotainment
Bluetooth® – Smartphone-Anbindung
Zweizonen-Klimaautomatik
2 USB-Anschlüsse im Fond
Regen- und Lichtsensor
LED-Tagfahrlicht, -Nebelscheinwerfer, -Heckleuchten
Sitzheizung vorne
Beheizung im Bereich der Scheibenwischer
Lenkradheizung
Außenspiegel automatisch anklappbar
Einparkhilfe vorne/hinten
Adaptives Kurvenlicht
Spurwechselassistent mit Ausparkhilfe
DAB-Digitalradio
19-Zoll-Alufelgen
Elektrische Heckklappe
BOSE® Soundsystem, 10 Lautsprecher
Schlüsselloses Zugangssystem
Adaptiver Fernlichtassistent
Rückfahrkamera
Müdigkeitserkennung
City-Notbremsassistent hinten
Spurhalteassistent mit aktivem Lenkeingriff
Verkehrszeichenerkennung (nur mit Navi)
Ledersitze schwarz
Elektrisch verstellbare Vordersitze
Fahrersitz mit Memoryfunktion
Sitzheizung zusätzlich hinten
Head-up Display (in die Windschutzscheibe projiziert)
Adaptiver Tempomat
(Stop&Go-Staufunktion nur mit Automatikgetriebe)
Intelligenter Bremsassistent

Fotos (c): Sebastian Poppe, Philipp Mozga

 

 

 

 

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