Hyundai i10 Level 4 1.2 Praxistest – Der Kleinste ganz groß! 

Wohin man auch schaut, es werden kaum noch Kleinwägen ausschließlich mit Verbrennungsmotoren produziert. Immer striktere CO2-Werte machen vor allem dem Kleinwagensegment zu schaffen. Wenn Hersteller überhaupt noch Kleinstwägen anbieten, dann beinahe nur noch als reine E-Fahrzeuge, wie es beispielsweise beim Volkswagen Konzern der Fall ist.
Die Autoindustrie wird durch umweltschonende Maßnahmen immer mehr unter Druck gesetzt. Doch offensichtlich sehen das nicht alle Hersteller so. Hyundai tickt hier Gott sei Dank noch anders und zeigt wahre Bekenntnisse im heiß umkämpften A-Segment.

Wir durften Hyundais „Kleinsten“, den i10 in der Topversion genauer unter die Lupe nehmen. In der nun bereits dritten Generation wurde der Hyundai i10 komplett überarbeitet und ist serienmäßig mit fünf Türen ausgestattet. Mit einer Länge von 3,67 Meter eignet er sich ausgezeichnet für den urbanen Bereich und passt beinahe in jedes Parklückchen – womit er dem Smart und zahlreicher anderer Konkurrenz die Showeinlage stiehlt.

Unverwechselbarer Auftritt

Ein echter Blickfang sind die neuen runden LED-Tagfahrlichter mit Wabenstruktur. Mit dem schwarzglänzenden Kühlergrill, den 16-Zoll Leichtmetallfelgen und der Zweifarblackierung – Aqua turquoise/Phantom Black – hinterlässt der Hyundai i10 bei seinen Bewunderern einen sportlichen Eindruck. Die nach innen zulaufenden Scheinwerfer verstärken den dynamischen Gesamteindruck des Hyundai i10.

Unterstützt wird der frische Look durch die abgedunkelten hinteren Seitenscheiben sowie die schwarze x-förmige C-Säule, welche erstmals durch das integrierte i10 Logo noch zusätzlich aufgewertet wird. Doch ein wenig Retro-Design steht dem koreanischen City-Flitzer erstklassig.

Die Rückansicht wird von den auffälligen Heckleuchten, deren Form von zwei horizontalen Linien auf den Kofferraumdeckel übernommen werden, dominiert. Zu einem sportlicheren Aussehen tragen zusätzlich neben den seitlichen Reflektoren im Stoßfänger ein schwarzer Diffusor bei.

 

Innenraum: Hightech Infotainment-Zentrale! 

Auffällig im Innenraum ist das riesige Cockpit. Die beiden Rundinstrumente sind gut ablesbar und die neuen Luftauslässe reichen bis in die Türrahmen hinein. Das Wabenmuster, welches man an den Türverkleidungen und in der Mittelkonsole vorfindet, sorgt für einen eigenständigen Look und wertet den Innenraum auf.

Das Lederlenkrad, welches gut in der Hand liegt fühlt sich extrem hochwertig an, weist alle notwendigen Bedienelemente auf und wirkt nicht überladen. Anmerken müssen wir leider, dass es nur in der Höhe verstellbar ist. Das 3,5 Zoll große Display direkt im Blickfeld versorgt den Fahrer mit Informationen des Bordcomputers, dies auch erstklassig bei heftiger Sonneneinstrahlung.

Der 8-Zoll große Touchscreen inklusive Apple CarPlay und Android Auto ist mit dem Cockpit verbunden, gut positioniert, kinderleicht bedienbar und dadurch für den Fahrer äußert komfortabel. Der Hyundai i10 überzeugt hier auf voller Länge und könnte ganz klar in deutlich höheren Klassen mithalten.
In der Mittelkonsole haben wir nicht nur die Sitzheizung aktivieren können, sondern auch die Lenkradheizung. Erstmals an Bord des Hyundai i10 befindet sich eine Smartphone Ablage mit induktiver Ladefunktion.

Das Gestühl ist mit hochwertigen Bezügen ausgestattet und bietet ausreichend Seitenhalt, wenn man durch die engen Gassln‘ flitzt.

Die zahlreichen Hartplastik-Elemente sorgen über eine erstklassige, optische Wertigkeit, diese man bei anderen Modellen dieser Klasse vergebens sucht. Sehr schön aber putzintensiv erweisen sich die Klavierlackoberflächen.

 

Ist hier noch Platz?

Obwohl der Hyundai i10 ein Kleinwagen ist, besitzt er dank des um vier Zentimeter gewachsenen Radstands ein ausreichendes Platzangebot und auch Kopf- und Beinfreiheit geht für Erwachsene mit durchschnittlicher Größe völlig in Ordnung und Fahrten im kleinen Stadtfloh zu viert sollten kein Problem darstellen – man will ja keine Weltreise machen. Darüber hinaus sollte erwähnt werden, dass Hyundai den i10 als 4- und 5-Sitzer anbietet.

Das Kofferraumvolumen mit 252 Liter kann bei umgelegter Rückbank auf bis zu 1.050 Liter Fassungsvermögen erweitert werden und sorgt im A-Segment für Rekordwerte.

Zusätzliche Ablagefächer befinden sich in den Türen, kleinere Fächer in den Türgriffen, 2 Becherhalter, ein schmales Fach neben der Handbremse, eine Ladeschale für das Smartphone sowie ein normal großes Handschuhfach.

 

Zahlreiche Assistenzsysteme serienmäßig!

Bereits in der Basisausstattung verfügt der Hyundai i10 über ein umfangreiches Assistenzpaket, wie zum Beispiel e-call (Notrufsystem), einen autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, eine Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung, einen Fernlichtassistenten oder aktiven Spurhalteassistenten. Die Müdigkeitserkennung warnt den Fahrer akustisch und visuell, wenn Anzeichen von Ermüdung registriert wird. Davon kann die Konkurrenz nur träumen.

 

Top Version mit vier Zylinder und 84 Pferdchen!

In der Topversion leistet der 1,2-Liter Vierzylinder Saugbenziner 84 PS und ein maximales Drehmoment von 117,6 NM bei 4.200 U/min. Sprich besonders im außerstädtischen Bereich benötigt das Vierzylinder-Aggregat Drehzahl, um die Nennleistung zu erzielen. Dabei ist es von Nöten, dass man im butterweichen 5-Gang-Schaltgetriebe tatkräftig umrührt und somit das Primzahl-Motörchen auf Touren hält, dann hängt das Aggregat auch gut am Gas, zumindest bis die 100er Marke gebrochen wird.
Bei höheren Geschwindigkeiten würde man sich den 100 PS-Turbo Benziner wünschen, der ja im i10 N-Line seine Dienste verrichten wird.
Laut WLTP-Messung soll der knapp über eine Tonne wiegende i10 mit dem 84 PS Saugbenziner 5,2 bis 5,8 Liter verbrauchen – letzteren Wert konnten wir trotz zahlreichen Kurzstrecken auch in der Praxis erzielen. Schade finden wir, dass man der Topversion keinen sechsten Gang für kürzere Autobahnetappen und ein wenig mehr Dämmung spendiert hat.
Denn in etwaigen Hinsichten konkurriert der neue Hyundai i10 mit Modellen aus deutlich höheren Segmenten. Wer zur Topmotorisierung mit zahlreichen Ausstattungsfeatures greift, nähert sich der 20.000 Euro Grenze, wird aber auch in diesem Segment in jeglicher Hinsicht verwöhnt.

Was uns gefällt:

Die umfangreiche Serienausstattung
Das Platzangebot
Die zahlreichen Sicherheitssysteme ab der Basisausstattung

Was wir noch verbessern würden:

Den Listenpreis der Topversion
Einen sechsten Gang für die Topversion
Einen Dauertest-Termin einplanen!

Technische Daten – Hyundai i10 Level 4 1.2 MT

Motor / Antrieb

Motor: Vierzylinder Benzinmotor
Hubraum: 1.197 ccm3
Leistung  kW /PS (Gesamt): 61,8 kW / 84 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 117,6 Nm bei 4.200 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebeart: 5-Gang Schaltgetriebe
0-100 km/h: 12,6 Sekunden
V-Max: 171 km/h

Verbrauch / Umwelt

Werksangabe kombiniert: 5,2-5,8 l/100 km
Gas-Junky-Test – Durchschnitt l/100 km: 5,8
CO2 Emissionen: 117 -132 g/km Euro 6d-TEMP-EVAP

Reifen / Bremsen

Bremsen:
VA:
Bremsscheiben, HA: Bremsscheiben
Felgen / Reifen:
VA+HA: 195/45 R16

Gewicht und Maße

Leergewicht: 932-1.007 kg
L/B/H: 3,670 / 1,680 / 1,480 (Meter)
Radstand: 2,425 m
Kofferraumvolumen: 252 -1.050 Liter
Tankinhalt:
36 Liter
Kraftstoff:
Super 95

Preise

Hyundai i10 zu haben ab: 10.990,00 €
Hyundai i10 Level 4 1.2 MT zu haben ab:
17.390,00 €
Preis Testfahrzeug inkl. NoVA und MwSt: 18.830,00 €

Sonderausstattung:

Außenfarbe Aqua turquoise/Schwarz: 450,00 €

Navigations-Paket: 990,00 €
Navigationssystem mit 8 Zoll Farbdisplay inkl. MapCare+, Live Service, Hyundai Bluelink, Höchstgeschwindigkeitswarner inkl.

(c) Bilder: Sebastian Poppe